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Uo/Fragment 230 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 230, Zeilen: 1-21
Quelle: Rother 1995
Seite(n): 134, Zeilen: 134:1-4.6-13.18-32
Die Abläufe der Schlacht, die im englischen Somme-Film nicht als Geschehen an einem Ort, sondern als Panorama des ganzen Abschnittes dargestellt werden, beschränken sich im deutschen Film nur auf zwei Episoden, die mit einem glücklichen Ende versehen werden. Erst am Ende des Films gibt es wieder Bilder (E 167 bis 169), die aussehen, als seien sie tatsächlich im Verlauf der Somme-Schlacht, wenn auch nicht an der Front, aufgenommen worden. Hier stehen Gefangene unter der Bewachung deutscher Soldaten. Die Präsentation der Gefangenen am Ende des zweiten Teiles wird zur Mobilisierung rassistischer Vorurteile genutzt. Im Bild (E 85 und E 86) werden Gefangene mit dunkler Hautfarbe zu Gruppenbildern arrangiert und präsentiert.

Die deutsche Antwort auf den britischen Somme-Film befand sich von vornherein in einem unlösbaren Dilemma, denn gerade dessen überzeugende Szenen der Schlacht waren nicht gestellt. Vergleichbares Ausgangsmaterial stand anscheinend dem deutschen Film nicht zur Verfügung. Es gab noch keine „Filmtrupps“, die an der Front filmen durften. Daher musste der deutsche Film im wesentlichen auf inszeniertes Material zurückgreifen. Damit konnte er jedoch die Glaubwürdigkeit des Vorbildes, die sich auf die Unterscheidung von Fiction und Nonfiction stützte, nicht erreichen. Aber fast zwangsläufig musste die Pressekampagne dem unzureichenden Film die Qualitäten des Vorbildes zusprechen, indem sie BEI UNSEREN HELDEN AN DER SOMME als Nonfiction-Film, als ,Dokument' anpriesen.

[Seite 134]

Die Abläufe der Schlacht, die im englischen Somme-Film nicht als ein Geschehen an einem Ort, sondern als Panorama des ganzen Abschnittes suggeriert werden, beschränken sich im deutschen Film auf zwei Episoden. Sie werden >vollständig<, mit jeweils glücklichem Ende gezeigt [...]. Erst am Ende des Films, nach dem Titel »Zahlreiche Gefangene gemacht«, gibt es wieder Bilder, die so aussehen, als seien sie tatsächlich im Verlauf der Somme-Schlacht, wenn auch nicht an der Front, aufgenommen worden.26 Die Gefangenen, die hier gezeigt werden, stehen unter der Bewachung deutscher Soldaten, die den Pickelhelm tragen - auch hier ist fraglich, ob die Aufnahmen aus der Somme-Schlacht stammen. Die Präsentation der Gefangenen am Ende des zweiten Teiles wird zur Mobilisierung rassistischer Vorurteile genutzt. [...] Dergleichen ist in den Bildern des Films nicht zu entdecken, offenkundig setzt er aber auf das Ressentiment, wenn er Gefangene mit dunkler Hautfarbe zu Gruppenbildern arrangiert und sozusagen ausstellt.

Die deutsche Antwort auf den britischen Somme-Film steckte von vornherein in einem unlösbaren Dilemma. Es waren gerade die Szenen der Schlacht, mit denen das Vorbild überzeugte, und diese Szenen waren durchaus nicht alle gestellt. Vergleichbares Ausgangsmaterial stand anscheinend für den deutschen Film nicht zur Verfügung; noch waren keine »Filmtrupps« eingerichtet worden, die an der Front filmen durften. Daher antwortete der deutsche Film im wesentlichen mit inszeniertem Material. Damit konnte er die Glaubwürdigkeit des Vorbildes, die sich auf die Unterscheidung von fiction und non-fiction stützte, nicht erreichen. Fast zwangsläufig aber mußte die mit dem Film verbundene Pressekampagne dem unzureichenden Film die Qualitäten des Vorbildes zusprechen: Auch BEI UNSEREN HELDEN AN DER SOMME wurde als non-fiction-Film, als >Dokument< ausgegeben.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1

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