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Uo/Fragment 232 15

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 232, Zeilen: 15-55
Quelle: Rother 1995
Seite(n): 132, 134, Zeilen: 132:1-12.20-24; 134:9-15.18-20
[mittlere Spalte]

ZwT 16: Die blühenden, glücklichen Dörfer des Abschnitts sind von den Granaten der Entente eingeebnet.
ZwT 21: Péronne! das totgeweihte! Zerfetzt von den feindlichen Geschossen aus aller Welt!
ZwT 24: Vor kurzem noch eine belebte Kreisstadt Nordfrankreichs -...

[rechte Spalte]

Eindeutige Schuldzuweisung für die Zerstörung der Somme-Städte an die Alliierten. Analog den Entente-Filmen, in denen Zerstörungen von Städten, Dörfern und Landschaften zum Beleg für die rücksichtslose deutsche Kriegsführung gezeigt werden, benutzt auch der deutsche Somme-Film Bilder von Verwüstungen.


[mittlere Spalte]

ZwT 25: ...jetzt ein Trümmerhaufen nach dem Willen seines englischen Bundesgenossen.
ZwT 29: Das willkommene Ziel französischer und englischer Granaten, von dem aber die Zeitung der Entente, die sich über das Feuer der armierten Plattform der Kathedrale von Reims entrüsteten, nichts sagen!
ZwT 31: Zerborstene Türme, tote Trümmer fragen die Welt: Wer sind die Barbaren?
ZwT 32: Französische Flieger schweben über der Stadt und lenken das Feuer der Entente Batterien [sic] auf französische Giebel und Gassen.

[rechte Spalte]

Die Aufnahmen von den Ortschaften hinter der Front haben keine Handlung, sie sind Bestandsaufnahme und Anklage.

[...]


[mittlere Spalte]

ZwT 46: ... und im langen Zuge folgen den deutschen Kämpfern in das von England zerschossene Péronne die weißen und farbigen Träger der Kultur.

[rechte Spalte]

Mobilisierung rassistischer Vorurteile.

Im Bild werden Gefangene mit dunkler Hautfarbe zu Gruppenbildern arrangiert und präsentiert.


[mittlere Spalte]

ZwT 63: Meldung des Abschnitts an die Division: "Überfall gelungen, befohlenes Ziel erreicht, zahlreiche Gefangenen gemacht."

[rechte Spalte]

In E167-169 stehen die Gefangenen unter der Bewachung deutscher Soldaten, die den Pickelhelm tragen - wobei auch hier fraglich ist, ob die Aufnahmen wirklich aus der Somme-Schlacht stammen.


[linke Spalte]

Kuriosität_

[mittlere Spalte]

ZwT 26: Selbst in dieser Wüste herrscht die deutsche Ordnung - genannt: "Militarismus!"

[rechte Spalte]

Die Betonung der „Ordnung" wirkt heute grotesk. Sie wird durch Bilder belegt, in denen die Soldaten vor dem Hintergrund der zerstörten Kathedrale von Péronne Trümmer beiseite schaffen oder sich um ihr gepflegtes Äußeres sorgen wie Schuhe putzen und Uniformen ausbürsten.

[Seite 132]

Ganz analog den zahlreichen Entente-Filmen, in denen Zerstörungen von Städten, Dörfern und Landschaften zum Beleg für die rücksichtslose deutsche Kriegsführung gezeigt werden, benutzt auch der deutsche Somme-Film die Bilder von Verwüstungen. »Vor kurzem noch eine belebte Kreisstadt Frankreichs - jetzt ein Trümmerhaufen nach dem Willen seines englischen Bundesgenossen«, lautet z.B. ein Titel. Die Aufnahmen von den Ortschaften hinter der Front inszenieren keine Handlung, sie geben sich als Bestandsaufnahme und als Anklage: »Die Reste der großen Kathedrale von Péronne. Das willkommene Ziel französischer und englischer Granaten, von denen aber die Zeitungen der Entente, die sich über das Feuer der armierten Plattformen der Kathedrale von Reims entrüsteten, nichts sagen!«24 [...]

[...] Unfreiwillig komisch wirkt heute die Betonung der »Ordnung« und deren Beleg durch Bilder, in denen die Soldaten vor dem Hintergrund der zerstörten Kathedrale von Péronne Trümmer beiseite schaffen oder sich um ihr gepflegtes Äußeres sorgen: Schuhe werden geputzt, Uniformen ausgebürstet.

[Seite 134]

Die Gefangenen, die hier gezeigt werden, stehen unter der Bewachung deutscher Soldaten, die den Pickelhelm tragen - auch hier ist fraglich, ob die Aufnahmen aus der Somme-Schlacht stammen. Die Präsentation der Gefangenen am Ende des zweiten Teiles wird zur Mobilisierung rassistischer Vorurteile genutzt. Der Titel lautet: »... im langen Zuge folgen den deutschen Kämpfern in das von England zerschossene Péronne die weißen und farbigen Träger der Kultur«.27 [...] Dergleichen ist in den Bildern des Films nicht zu entdecken, offenkundig setzt er aber auf das Ressentiment, wenn er Gefangene mit dunkler Hautfarbe zu Gruppenbildern arrangiert und sozusagen ausstellt.


24 Zwischentitel, zitiert nach der Kopie, die im Bundesarchiv-Filmarchiv in Berlin liegt. Die Titel dieser Kopie sind nicht einheitlich gestaltet, die Mehrzahl von ihnen scheint jedoch dem Original zu entsprechen. Weitere Zwischentitel mit der eindeutigen Schuldzuweisung für die Zerstörung der Somme-Städte an die Alliierten sind: »Bapaume, das schmähliche Opfer französischen und englischen Kriegswillens«, »Péronne! Das Totgeweihte! (sic) Zerfetzt von den feindlichen Geschossen aus aller Welt!«, »Französische Flieger schweben über der Stadt und lenken das Feuer der Ententebatterien auf französische Giebel und Gassen« und »Zerborstene Türen, tote Trümmer fragen die Welt: Wer sind die Barbaren?«. Zu der Stilisierung der deutschen Soldaten an der Somme als Verteidiger vgl. Gerd Krumeich: »Der deutsche Soldat an der Somme. Zwischen Idyll und Entsetzen«, in S. Quandt, H. Schichl (Hg.), Der Erste Weltkrieg als Kommunikationsereignis, Gießen 1993.

[...]

27 Paraphrasiert erscheint der Zwischentitel schon in Brennerts Ankündigung (BZ am Mittag, 17.1.1917), der in seinem Resümee schrieb: »Deutsches Leben ficht gegen einen Feind, der mit den Wilden aller Erdteile uns überfiel, die Neutralen vergewaltigte und seine eigenen Siedelungen und deren Kirchen in Schutt und Asche legt, deutsche Gefangene mißhandelte und deutsche Offiziere martern und morden ließ.« So unverhohlen sprach kaum ein anderer Bericht die Propagandabotschaft aus, der der Film dienen sollte.

Anmerkungen

Keine Hinweise auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

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