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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 289, Zeilen: 18-35
Quelle: Uricchio 1997‎
Seite(n): 44, Zeilen: 9-13, 19-37
Die Verwendung der Bezeichnung actualité für nicht-fiktionale Bilder vor dem Ersten Weltkrieg bietet unterschiedliche Möglichkeiten, Produktion und Rezeption dieser Filme in bezug auf die Zeit zu betrachten, insbesondere im Hinblick auf Begriffe wie „Präsenz“, „Sensation“ und „Simulation“.79 Ursprünglich bezog sich actualité jeweils auf Ereignisse mit aktuellen oder sensationellem Charakter. Im angloamerikanischen Sprachraum verschob sich der „Tatsachenfilm“ hin zum „Wochenschau-Film“. Der Begriff wurde somit eher genrespezifisch verwendet. Gleichzeitig kam es zu einem Bedeutungswandel. Einfache „Fakten“ wurden Wochenschau-typisch zum „aktuell Interessanten“. Das ist nicht unwichtig angesichts der angloamerikanischen Tendenz, das französische Wort mit actuality zu übersetzen, was ja im allgemeinen schlicht „Realität“ bedeutet. John Griersons vielzitierte Definition des Dokumentarfilms als „creative treatment of actuality“ hat somit nichts mit dem französischen actualité zu tun. Bei Grierson fehlt die Unterscheidung zwischen der französischen und der anglo-amerikanischen Bedeutung des Begriffs. Actualité deckte einen Bereich von historischen und kulturellen Bedeutungen ab, die sich von Behauptungen zur Wirklichkeit („Das Zentrum von London wurde nicht bombardiert“) über zeitlich verankerte Aussagen („Der Zustand von London wurde am 26. September 1917 [dokumentiert.“) bis hin zu Fragen von allgemeinem Interesse („Wurde London vom Krieg betroffen?“) erstreckten.80]

79 William Uricchio: Aktualitäten als Bilder der Zeit, in: KINtop 6, S. 43-50, hier S. 44.

[80 Ebd.]

Die Verwendung der Bezeichnung actualité für nicht-fiktionale Bilder in der Frühzeit bietet uns, wie ich zeigen will, unterschiedliche Möglichkeiten, Produktion und Rezeption dieser Filme in bezug auf die Zeit zu betrachten, insbesondere im Hinblick auf Begriffe wie »Präsenz«, »Sensation« und »Simulation«.

[...] Ursprünglich bezog actualité sich auf die jeweils aktuellen Ereignisse, die auch einen sensationellen Charakter haben konnten, d.h. sowohl zeitlich wie kulturell von besonderem Interesse waren. In bezug auf den Film verschob sich die Bedeutung vor allem im anglo-amerikanischen Sprachraum von der breiteren Bedeutung des »Tatsachenfilms« hin zur mehr spezifischen Bezeichnung des »Wochenschau-Films«.2 Indem der Begriff so eher genrespezifisch verwendet wurde, kam es aber gleichzeitig auch zu einem Bedeutungswandel von den einfachen »Fakten« hin zum für die Wochenschau typischen »aktuell Interessanten«. Das ist nicht unwichtig angesichts der anglo-amerikanischen Tendenz, das französische Wort mit actuality zu übersetzen und damit einen Ausdruck zu gebrauchen, der im allgemeinen schlicht »Realität« bedeutet. John Griersons vielzitierte Definition des Dokumentarfilms als »creative treatment of actuality« hat dann auch nichts mit dem französischen actualité zu tun.3 Kurz, actualité deckt einen ganzen Bereich von historischen und kulturellen Bedeutungen ab, die sich von Behauptungen zur Wirklichkeit (»Das Zentrum von London wurde nicht bombardiert.«) über zeitlich verankerte Aussagen (»Der Zustand von London wurde am 26. September 1917 dokumentiert.«) bis hin zu Fragen von allgemeinem Interesse (»Wurde London vom Krieg betroffen?«) erstrecken.


2 Zur Bedeutung von actualité und verwandter Begriffe für den frühen nicht-fiktionalen Film vgl. Brian Winston, Claiming the Real: the Documentary Film Revisited, BFI, London 1995, S. 11ff et passim. Vgl. auch den Beitrag von Sabine Lenk in diesem Band.

3 Griersons Verständnis vom Dokumentarfilm setzt sich von der frühen Tradition des nicht-fiktionalen Films ab, doch es fehlt eine Unterscheidung zwischen der französischen und der anglo-amerikanischen Bedeutung des Begriffs.

Anmerkungen

Art und Umfang der vielfach wörtlichen Übernahmen bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

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