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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 291, Zeilen: 20-37
Quelle: Lenk 1997
Seite(n): 51, 57, 58, Zeilen: 51:4-6, 57:40 - 58:1-3.13-22
„Aktualitäten(film)“-Bilder beziehen sich auf ein datierbares Ereignis, dass im Unterschied zu dokumentarischen Aufnahmen, von öffentlichem Interesse ist. Actualité im Sinne der Gebrüder Pathé (Pathé Frères) verzichtet auf Datierbarkeit und bezieht sich allein auf die Wichtigkeit des Geschehens für die Öffentlichkeit. Mit der ersten öffentlichen Vorstellung der Wochenschau PATHÉ FAITS-DIVERS im März 1909 war Pathé Frères internationaler Vorreiter unter den Filmfirmen.88 Auch wenn Pathé die bedeutendste Nachrichtenproduktion unter den französischen Firmen unterhielt, so scheint diesem Zweig bis 1909 vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit zugekommen zu sein. Das geringe Angebot bedingte das Desinteresse seitens der Kinobesitzer.89 Die Produktion echter Aktualitätenfilme ist nicht immer planbar und macht daher eine kontinuierliche Lieferung schwierig, die von ortsfesten Kinos (mit wöchentlich wechselndem Programm) als selbstverständlich angesehen wurde. Da das Ergebnis der Dreharbeiten ungewiss ist, ist die Herstellung risikoreich und mit hohen Unkosten verbunden, da ein bis zwei Kameramänner jeweils nur für diese Aufgabe abgestellt werden müssen. Wirtschaftlich gesehen verwundert es nicht, dass sich die im Aufbau befindliche Kinoindustrie lieber auf die „Fließband-Herstellung“ von Dramen und Komödien im Studio konzentrierte.

88 Vgl. Sabine Lenk: Der Aktualitätenfilm vor dem Ersten Weltkrieg in Frankreich, in: KINtop 6, hrsg. von F. Kessler, S. Lenk, M. Loiperdinger, 1997, S. 51-66.

89 Vgl. ebd., S. 58.

[Seite 51]

Der Aktualitätenfilm vor dem Ersten Weltkrieg in Frankreich

Als die Firma Pathé Frères im März 19091 ihre erste >Wochenschau< unter dem Titel Pathé Faits-Divers öffentlich vorstellt, ist sie international der Vorreiter unter den Filmfirmen:

[Seite 57]

Auch wenn Pathé (als größtes Unternehmen mit vielen Tochtergesellschaf-

[Seite 58]

ten im Ausland) die bedeutendste Nachrichtenproduktion unter den französischen Firmen unterhält, so scheint diesem Zweig doch (nach einer guten Anfangsphase) bis 1909 vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit zuzukommen. [...]

[...] Ein mögliches Desinteresse seitens der Kinobesitzer wurde durch das niedrige Angebot vielleicht bedingt. Die Produktion echter Aktualitätenfilme ist unregelmäßig, nicht immer planbar51 und macht daher die von ortsfesten Kinos (mit wöchentlich wechselndem Programm) beanspruchte kontinuierliche Lieferung schwierig. Sie ist risikoreich (das Ergebnis der Dreharbeiten ist ungewiß), teilweise mit hohen Unkosten verbunden52 und personalintensiv (ein bis zwei Kameramänner müssen jeweils nur für diese Aufgabe abgestellt werden). Wirtschaftlich gesehen verwundert es nicht, daß sich die im Aufbau befindliche Kinoindustrie lieber auf die >Fließband<-Herstellung von Dramen und Komödien im Studio konzentriert.


6 Zum Begriff >Aktualität< vgl. K.W. Wippermann, Die Entwicklung der Wochenschau in Deutschland: »Lebende Photographien« - Aus dem Wintergartenprogramm der Gebrüder Skladanowsky Berlin 1895/96, Institut für den Wissenschaftlichen Film, Göttingen 1970, S. 19-22. In unserem Zusammenhang verstehen wir unter >Aktualität(enfilm)< Bilder eines datierbaren Ereignisses von öffentlichem Interesse, um sie von der dokumentarischen Aufnahme zu unterscheiden. Actualité im Sinne von Pathé Frères verzichtet auf die Datierbarkeit und bezieht sich allein auf die Wichtigkeit des Geschehens für die Öffentlichkeit. Vgl. hierzu den Beitrag von Eglantine Monsaingeon in den Akten des Domitor-Kolloquiums 1996 in Paris (in Vorbereitung). Gaumont nennt seine Bilder scènes officielles (vgl. Projections parlantes, Etablissements Gaumont, o.O., o.J. [Paris 1908], S. 76).

[...]

52 Aus diesem Grund verlangte Pathé wohl für die Aktualitäten des PATHÉ-JOURNAL fast den doppelten Meterpreis (40 statt 25 Centimes für >normale< Filme) (vgl. René Jeanne/Charles Ford, Le cinéma et la presse 1895-1960, Armand Colin, Paris 1961, S. 188).

53 Zum Konzessionssystem und zur Umstellung der Vertriebsform vgl. Meusy (wie Anm. 1), S. 176-182.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

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