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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 329, Zeilen: 1-5, 14-28, 101-112
Quelle: Westbrock 1983
Seite(n): 33, 34, 35, 36, Zeilen: 33:17-24; 34:104-126; 35:5-34-36:1-3
Auch Messters Filme, die die Funktion von landwirtschaftlichen Maschinen zeigten und dies mit werbenden Gedanken für ein Unternehmen verbanden, stellten zu jener Zeit ein Novum dar. Diese Filme, die ungefähr um die Jahrhundertwende entstanden, würden heute als Werk- bzw. technischer Lehrfilm in die Kategorie des Industriefilm155 subsumiert werden. Messter bemerkte dazu:

„Damals wurden von mir bereits tragbare Reiseapparate angeboten, die den Vertretern industrieller Unternehmen die Möglichkeit gaben, mittels derartiger Filmaufnahmen ihre Erzeugnisse den Interessenten im Betrieb zu zeigen. Beachtlich erschien es mir, technische Geräte und große Maschinenanlagen, zum Beispiel eine Krananlage in Bremerhaven, kinematographisch aufzunehmen. Dabei schwebte mir vor, daß das Vorführen solcher Aufnahmen nicht nur das Verständnis für Technik im Unterrichtswesen usw. fördern, sondern darüberhinaus für die technische Leistung des betreffenden Unternehmens werben sollte.“156

Messter erkannte frühzeitig die außergewöhnliche Potenz des Films in der spezifischen Funktion eines Informations- und Propagandainstrumentes. Den Werbefilm schätzte er vorbehaltlos „als vollkommenes Werbemittel im Dienste der Technik und Wirtschaft“157. In den bisher vorliegenden Marginalien zum Werbefilm wird Julius Pinschewer (1883-1961) fälschlicherweise als Pionier und Begründer des Werbefilms angegeben. Während Messter den Ruhm des Inaugurators dieses Genres für sich in Anspruch nehmen darf, ist es das Verdienst Pinschewers, diesem Genre zu seiner Massenverbreitung geholfen zu haben.158 Er richtete eigens für die Produktion von Werbefilmen ein Filmatelier ein. Filmgeschichtlich bemerkenswert ist, dass das Atelier für Werbefilme der Firma Pinschewer von der Zeit um die Jahrhundertwende bis etwa zum Ersten Weltkrieg neben denen von Messter und Seeber zu den wenigen Dachgeschossateliers in Berlin gehörte. Pinschewer hatte mit seiner Werbefilm-Produktionsfirma eine Monopolstellung inne, denn er hatte sich die Idee, Filmstreifen für Werbung zu nutzen, 1910 patentamtlich schützen lassen.159


155 Am Beginn der Industriefilmproduktion in Deutschland steht der bereits erwähnte Film für die Deutsche Reichspost, 1912. 1914 fungierten die Farbwerke Hoechst als Auftraggeber für einen Industriefilm über die Zahnanästhesie mit Novocain, den der Marburger Professor Guido Fischer herstellte. 1917 beauftragte die Firma Krupp, Essen, einen Ingenieur mit einer Filmarbeit „Versuche über die Anwendung der Kinematographie für technischwissenschaftliche Zwecke“. Ab ca. 1920 ist allgemein die Existenz eines „deutschen Industriefilms“ festzumachen. Zu diesem Zeitpunkt ließen die Siemens-Schuckert-Werke in ihren Betrieben Filme drehen, die der Verbreitung technisch-wissenschaftlicher Kenntnisse dienen sollten. Bereits 1924 registrierte die Zensurbehörde mehr als 250 Industriefilme. In den dreißiger Jahren ließ die deutsche Industrie-Filmproduktion nach; man beschränkte sich auf rein technische Lehr- oder Propagandafilme. Walter Ruttmann drehte beispielsweise Filme über deutsche Arbeitsstätten (Henkel, Bayer, Mannesmann).

156 Messter: Mein Weg, 1936, S. 132.

157 ebd.

158 André Amsler: „Wer dem Werbefilm verfällt, ist verloren für die Welt“. Das Werk von Julius Pinschewer 1883-1961, Zürich 1997. Von 1910 bis 1960 produzierte J. Pinschewer über 700 Filme in fast allen Gattungen. Amsler gibt einen Überblick über Leben und Werk Pinschewers. Die 200 noch erhaltene [sic] Filme bilden ein Kompendium zur Geschichte des Werbe- und Trickfilms.

159 Julius Pinschewer: Der Werdegang des Werbefilms, in: Cineaste, Sonderheft Deutsche Filmtage Göttingen 1953, Göttingen 1953, S. 49-55.

[Seite 33]

Ein Novum zu jener Zeit stellten auch Messters Filme dar, die die Funktion von landwirtschaftlichen Maschinen zeigten und dies mit dem werbenden Gedanken für ein Unternehmen verbanden. Zu diesen Filmen, die ungefähr um die Jahrhundertwende entstanden und heute als Werk- bzw. technischer Lehrfilm unter die Kategorie des Industriefilms subsumiert würden, macht Messter die folgenden Ausführungen:

"Damals wurden von mir bereits tragbare Reiseapparate angeboten, die den Vertretern industrieller Unternehmen die Möglichkeit gaben, mittels derartiger Filmaufnahmen ihre Erzeugnisse den Interessenten im Betrieb zu zeigen. Beachtlich erschien es mir, technische Geräte und große Maschinenanlagen, zum Beispiel eine Krananlage in Bremerhaven, kinematographisch aufzunehmen. Dabei schwebte mir vor, daß das Vorführen solcher Aufnahmen nicht nur das Verständnis für Technik im Unterrichtswesen usw. fördern, sondern darüberhinaus für die technische Leistung des betreffenden Unternehmens werben sollte."68)

[Seite 35]

In meinem Untersuchungszusammenhang ist wichtig festzuhalten, daß Messter den Werbefilm vorbehaltlos positiv einschätzte, ja, ihn "als vollkommenes Werbemittel im Dienste der Technik und Wirtschaft"72) verstand. Messter erkannte frühzeitig die außergewöhnliche Potenz des Films in seiner spezifischen Funktion als Informations- und Propagandainstrument; er war sich im Gegensatz zu manchem seiner Zeitgenossen von Anfang an über die Eigengesetzlichkeiten und strukturellen Implikationen des Mediums Film bewußt.

In den bisher vorliegenden Marginalien73) zum Werbefilm findet man Julius Pinschewer (1883-1961) als den Pionier und Begründer des Werbefilms angegeben. Dies ist nur dann richtig, wenn man vom Aspekt der Distributionssphäre her argumentiert. Im Rahmen dieses Koordinatensystems ist Pinschewer als der Begründer der Werbefilmbranche anzusehen und Messter lediglich als ihr Vorläufer, der allerdings den Ruhm des Inaugurators dieses Genres für sich in Anspruch nehmen kann. Pinschewer war es, der diesem Genre zur massenhaften Verbreitung verhalf und es durchsetzte. Er richtete ein Filmatelier eigens für die Produktion von Werbefilmen ein. Was den filmgeschichtlichen Aspekt betrifft, ist bemerkenswert, daß das Atelier für Werbefilme der Firma Pinschewer in der Zeit um die Jahrhundertwende bis etwa zum Ersten Weltkrieg neben den Messter'schen und Seeber'schen zu den wenigen Dachgeschoßateliers in Berlin gehörte. Mit seiner Werbefilm-Produktionsfirma, der "Werbefilm GmbH, Leitung Julius Pinschewer", begründete er die Werbefilmbranche als Teil der Filmindustrie und hatte hierin in

[Seite 36]

den Anfangsjahren quasi eine Monopolstellung inne, denn er ließ sich den Gedanken, den Filmstreifen für Werbung zu nutzen, 1910 patentamtlich schützen.74)

[...]75)


68) Oskar Messter: a.a.O., S. 132

[...]

71) Am Beginn der Industriefilmproduktion in Deutschland stand ein Film aus dem Jahr 1912 für die Deutsche Reichspost, der über den Betrieb und die Einrichtungen der kaiserlichen Post informierte. 1914 fungierten die Farbwerke Hoechst als Auftraggeber für einen Industriefilm über die Zahnanästhesie mit Novocain, den der Marburger Professor Guido Fischer herstellte. 1917 beauftragte die Firma Krupp, Essen, einen Ingenieur mit einer Filmarbeit "Versuche über die Anwendung der Kinematographie für technischwissenschaftliche Zwecke". Ab ca. 1920 war dann allgemein die Existenz eines "deutschen Industriefilms" festzumachen. Zu diesem Zeitpunkt ließen die Siemens-Schuckertwerke in ihren Betrieben Filme drehen, die der Verbreitung technisch-wissenschaftlicher Kenntnisse dienen sollten. Bereits 1924 registrierte die Zensurbehörde mehr als 250 Industriefilme. Erst in den dreißiger Jahren sollte die deutsche Industriefilmproduktion nachlassen, da man sich im Dritten Reich - bis auf wenige Ausnahmen - auf rein technische Lehr- oder Propagandafilme, wie sie beispielsweise Ruttmann über deutsche Arbeitsstätten (Henkel, Bayer, Mannesmann) drehte, beschränkte.

72) Oskar Messter: a.a.O., S. 132

73) vgl. die Publikationen zur Geschichte des Werbefilms, die in 1.2 aufgeführt sind

74) vgl. 2.4

75) Julius Pinschewer: Der Werdegang des Werbefilms, in: Cinéaste, Sonderheft "Deutsche Filmtage Göttingen 1953", Göttingen 1953, S. 49

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Das längere Messter-Zitat wird wieder nicht mitgezählt, obwohl es erneut in der auf dieser Seite ungenannt bleibenden Vorlage zusammen mit den anderen Textpassagen vorzufinden war.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

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