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Uo/Fragment 330 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 330, Zeilen: 5-13, (14-17), 18-31, 101-107
Quelle: Westbrock 1983
Seite(n): 37-38, 40, 41, Zeilen: 37-38:1-5.(9-16).17-28; 40:14-27; 41:(12-19)
„Vor dem Weltkriege bediente sich der Großinserent hauptsächlich des Zeitungsinserats und des Plakates zur Durchführung der Reklame. Seit ungefähr 10 Jahren aber hat der Reklamefilm nicht nur auf dem Gebiete der geschäftlichen, sondern auch auf dem der politischen und gemeinnützigen Propaganda mehr und mehr an Bedeutung gewonnen.“160

Der erste Werbe-Trickfilm wurde von Pinschewer 1911 auf einer Versammlung des Reklame-Schutzverbandes in Berlin zusammen mit anderen Ein-Minuten-Werbefilmen vorgeführt: „Ein realer Napfkuchen vergrößerte sich mehr und mehr, was, wie der beschriebene Text besagte, auf Dr. Oetkers Backpulver zurückzuführen war.“161

Die ersten Werbefilme waren Sachtrickfilme. Das Werbeobjekt trat an die Stelle des Schauspielers in den Mittelpunkt der Präsentation. Man bediente sich einfachster Tricks, wie Rückwärtsdrehen, Zeitraffer und Zeitlupenaufnahmen. Andere Möglichkeiten zur Animation von Gegenständen gab es nicht.162

„So sah man, wie eine Schere die gewöhnlichen Knöpfe von einer Bluse abschnitt und eine Nähnadel dafür Druckknöpfe annähte, oder wie eine dampfende Kaffeekanne von ihrem Inhalt in Tassen einschenkte oder wie Flaschen einer bekannten Suppenwürze sich in zauberhafter Weise vervielfachten, um zum Schluß eine einzige große Flasche zu bilden."163

Bei diesen Beispielen wurden der Stopptrick und die Mehrfachbelichtung verwandt. 1912 stellte Pinschewer drei weitere Werbe-Trickfilme her, in denen die Produkte handelnd auftraten. Sie hießen: DIE FLASCHE (Maggi,s Würze), DER NÄHKASTEN (Prym's Druckknöpfe) und EXCELSIOR (wahrscheinlich die Reifenfirma Excelsior). Allerdings fanden sich zu diesem Zeitpunkt keine nennenswerten Nachfolger im Bereich des Animationsfilms.

1917/18, den Kriegsjahren, in denen verstärkt Propagandafilme produziert wurden, drehte die Pinschewer Film AG im Auftrag der Reichsbank den Werbefilm ÄGIR164 mit Spielhandlung in Real- und Trickaufnahmen für die Zeichnung von Kriegsanleihen. In einem weiteren Kriegsanleihe-Werbefilm der Reichsbank aus den Jahren 1917/18165, der für die Zeichnung der 7. und 8. Kriegsanleihe warb, erschien als gezeichnete Trickfigur die Personifikation des englischen Feindes „John Bull“. Zum ersten Mal wurden Trickzeichnungen bewusst mit manipulativer Intention eingesetzt.


160 Julius Pinschewer: Reklamefilme, in: Edgar Beyfuss/Alexander Kossowsky: Das Kulturfilmbuch, Berlin 1924, S. 204-206.

161 Fischerkoesen: Minnegesang auf Markenartikel, in: Der Spiegel, 10. Jg. (1956), H. 35, S. 34 ff., zit. n. Westbrock: Der Werbefilm, 1983, S. 37.

162 Vgl. Trickphotographie im Film, in: Guido Seeber: Der Trickfilm in seinen grundsätzlichen Möglichkeiten, Berlin 1927; Reprint durch Deutsches Filmmuseum Frankfurt/Main 1979, S. 1 ff.

163 Julius Pinschewer: Trickfilm und Werbung, in: Wirtschaft und Werbung, 9. Jg. (1955), H. 15, S. 351, zit. n. Westbrock: Der Werbefilm, 1983, S. 38

164 Siehe Filmprotokoll im Anhang.

165 Siehe Filmprotokolle: Kriegsanleihe-Werbefilm der Reichsbank Teil I., II., III. (Archivtitel).

[Seite 37]

Der erste Werbe-Trickfilm wurde von Pinschewer 1911 auf einer Versammlung des Reklame-Schutzverbandes in Berlin zusammen mit anderen Ein-Minuten-Werbefilmen vorgeführt: "Ein realer Napfkuchen vergrößerte sich mehr und mehr, was, wie der beschriebene Text besagte, auf Dr. Oetkers Backpulver zurückzuführen war."78 Der erste Animationsfilm in der deutschen Filmgeschichte war also ein Werbefilm!

Für die Historie des Werbefilms und die Entwicklung seiner Produktionstechniken ist festzuhalten, daß die ersten Werbe-Trickfilme Sachtrickfilme waren. An die Stelle des Schauspielers trat nun das Werbeobjekt selbst

[Seite 38]

in den Mittelpunkt der Werbepräsentation. Diese Werbefilme bedienten sich der einfachsten technischen Tricks, wie Rückwärtsdrehen, Zeitraffer und Zeitlupenaufnahmen, denn die Tricktechnik jener Zeit verfügte über keine anderen Möglichkeiten zur Animation von Gegenständen.79) [...]

"So sah man, wie eine Schere die gewöhnlichen Knöpfe von einer Bluse abschnitt und eine Nähnadel dafür Druckknöpfe annähte, oder wie eine dampfende Kaffeekanne von ihrem Inhalt in Tassen einschenkte oder wie Flaschen einer bekannten Suppenwürze sich in zauberhafter Weise vervielfachten, um zum Schluß eine einzige große Flasche zu bilden."80)

Die in diesen Filmbeispielen verwandten Tricktechniken waren der Stopptrick und die Mehrfachbelichtung.

1912 stellte Pinschewer drei weitere Werbe-Trickfilme her, in denen die Produkte handelnd auftraten. Sie hießen:

DIE FLASCHE (Maggi's Würze)
DER NÄHKASTEN (Prym's Druckknöpfe)
EXCELSIOR (wahrscheinlich für die Reifenfirma Excelsior).

Diese Filme wurden noch im gleichen Jahr in den Kinos gezeigt. Pinschewer fand jedoch zu diesem Zeitpunkt keine nennenswerten Nachfolger im Bereich des Animationsfilms.

[Seite 40]

Die Pinschewer Film AG war an dieser Entwicklung beteiligt, indem sie diverse Werbefilme für Kriegsanleihen herstellte, beispielsweise den 1917/18 gedrehten Werbefilm mit Spielhandlung in Real- und Trickaufnahmen ÄGIR im Auftrag der Reichsbank für die Zeichnung von Kriegsanleihen. In einem weiteren Pinschewer-Film - ebenfalls aus den Jahren 1917/18 -, der für die Zeichnung der 7. und 8. Kriegsanleihe warb, erschien die Personifikation des englischen Feindes "John Bull" als gezeichnete Trickfigur. Erst in den Kriegsanleihefilmen bekam der Kinozuschauer Zeichentrickaufnahmen in verstärktem Maße zu sehen, wurden Trickzeichnungen zum ersten Mal forciert in manipulativer Intention eingesetzt. .

[Seite 41]

"Vor dem Weltkriege bediente sich der Großinserent hauptsächlich des Zeitungsinserats und des Plakates zur Durchführung der Reklame. Seit ungefähr 10 Jahren aber hat der Reklamefilm nicht nur auf dem Gebiete der geschäftlichen, sondern auch auf dem der politischen und gemeinnützigen Propaganda mehr und mehr an Bedeutung gewonnen."84)


78) Fischerkoesen: Minnegesang auf Markenartikel, in: Der Spiegel, 10. Jg., H. 35, August 1956, S. 34 ff.

79) vgl. Trickphotographie im Film, in: Guido Seeber: Der Trickfilm in seinen grundsätzlichen Möglichkeiten, Berlin 1927; Reprint durch Deutsches Filmmuseum Frankfurt/Main 1979, S. 1 ff.

[...]

84) Julius Pinschewer: Reklamefilme , in: Edgar Beyfuss/Alexander Kossowsky (Hrsg.): Das Kulturfilmbuch, Berlin 1924, S. 204

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahmen bleiben ungekennzeichnet.

Langzitate wurden nicht mitgezählt.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

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