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Uo/Fragment 342 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 342, Zeilen: 1-18
Quelle: Kaulbach 1987
Seite(n): 11, Zeilen: 3-7, 14-32, 37-43
[Eine Metapher ist ein verkürzter Vergleich, dessen Aussage nicht wörtlich ausgeführt, sondern in eine] anschauliche Zusammenfassung übertragen wird. Mit einer Metapher wird nicht zum Vergleich aufgefordert, sondern das direkt übertragene Bild angeboten. Metaphern sagen selbst nichts, „was nicht auch in theoretisch-begrifflicher Weise dargestellt werden könnte.“172 Im Hinblick auf die Karikatur erweist sich diese Auffassung jedoch als unzureichend. Erst wenn die Metaphorik als „eine authentische Leistungsart der Erfassung von Zusammenhängen“ gesehen wird, können Metaphern für die Verständigung über Probleme etwas leisten, was über theoretische Erörterungen hinausgeht. Metaphern sind nicht gleichbleibend gültig und nutzbar, ihre Geschichte verweist auf die historische Bedeutung und die Veränderung von Vorstellungen und Denkmustern.173 Die Vorzüge der Metapher sind Anschaulichkeit, Vereinfachung, Eindeutigkeit und Sinnfälligkeit. Ihr Gebrauch bewirkt die Übertragung eines Gefühlswertes auf einen Sachverhalt. Etwas Neues wird auf eine gemachte Erfahrung zurückgeführt. Insbesondere Regierungen versuchen, durch Sprachregelungen verbindliche Metaphern und Deutungsmuster festzulegen, um mit einer eingängigen Zusammenfassung der Bedrohungsängste die Sicherheitsbedürfnisse der Bevölkerung an ihre Politik zu binden.174 In Metaphern werden auch historische Erfahrungen auf gegenwärtige Probleme übertragen.

172 Hans Blumenberg: Paradigmen zu einer Metaphorologie (Archiv für Begriffsgeschichte, Bd. 6), Bonn 1960, S. 8.

173 Vgl. Kaulbach: Bombe und Kanone, 1987, S. 11.

174 Ebd.

Unter einer Metapher wird allgemein ein verkürzter Vergleich verstanden: eine Aussage wird nicht wörtlich ausgeführt, sondern in eine anschauliche Zusammenfassung übertragen. Daraus entsteht kein vollständiges Gleichnis, weil mit einer Metapher nicht zum Vergleich aufgefordert, sondern das übertragene Bild direkt angeboten wird. [...]

[...] Metaphern sagen selbst nichts, „was nicht auch in theoretisch-begrifflicher Weise dargestellt werden könnte."4 Im Blick auf die Karikatur erweist sich diese Auffassung jedoch als unzureichend. Erst wenn die Metaphorik als „eine authentische Leistungsart der Erfassung von Zusammenhängen", als eigene Art des Versuchs, Wahrnehmungen und Erfahrungen zu begreifen5, bestimmt wird, läßt sich ein Ansatz für die Untersuchung finden. Dieser Ansatz gründet daher auf den beiden Überlegungen, daß zum einen Metaphern für die Verständigung über Probleme etwas leisten, das über die theoretische Erörterung hinausgeht. Zum anderen sind Metaphern nicht gleichbleibend gültig und nutzbar; sie haben eine Geschichte, die auf die historische Bedeutung von Vorstellungen und Denkmustern und deren Veränderung verweist.

Als besondere Vorzüge von Metaphern werden meist Anschaulichkeit, Vereinfachung, Eindeutigkeit und Sinnfälligkeit genannt. Der Gebrauch einer Metapher bewirkt die Übertragung eines Gefühlswertes auf einen Sachverhalt, führt etwas Neues auf eine Erfahrung zurück „und suggeriert, alle wüßten doch schon längst, was man damit meint".6 [...] Insbesondere Regierungen versuchen, durch Sprachregelungen verbindliche Metaphern und Deutungsmuster festzulegen, um mit einer eingängigen Zusammenfassung der Bedrohungsängste die Sicherheitsbedürfnisse der Bevölkerung an ihre Politik zu binden.7

Hier schließt die zweite Überlegung an: In Metaphern werden auch historische Erfahrungen auf gegenwärtige Probleme übertragen.


4 Blumenberg 1960, S. 8; ebenso Weinrich 1980, Sp. 1182; Nieraad 1977, S. 11 ff.

5 Blumenberg 1979, S. 77. [...]

6 Blumenberg 1971, S. 192. Vgl. Blumenberg 1979, S. 81: [...]

7 Über Metaphern als politische Sprachregelungen vgl. L. Röhrich, Gebärde-Metapher-Parodie. Düsseldorf 1967, S. 37 f., und Murray Edelman, Politik als Ritual. Die symbolische Funktion staatlicher Institionen und staatlichen Handelns. Frankfurt/M. 1976, S. 146-154.

Zur Kommunikationssituation über Rüstung vgl. die bei Schumann 1979, S. 85-88 dargestellte Position der politischen Elite gegenüber den Bürgern/Zeitungslesern: höherer Status und Machtbefugnisse, Informationsvorsprung, elaborierter Code und fehlender Rücklauf. Auf der Seite der Untertanen entspricht dem die allgemeine Empfindung einer fundamentalen Ohnmachtssituation im Alltagsbewußtsein, untersucht von Volmberg u.a. 1983, S. 18 f., 33 f. - Zur Kritik der Friedensforschung an Spachregelungen vgl. z.B. Guha 1980 und Gantzel 1982.


Blumenberg 1960:
Hans Blumenberg, Paradigmen zu einer Metaphorologie. In: Archiv für Begriffsgeschichte Bd. 6,1960, S. 7-142 (auch separat: Bonn 1960)

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahmen bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

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