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4. November 2013Bearbeiten

  • Weser-Kurier: Plagiate in der Wissenschaft. Professor der Uni Bremen im Interview (Kathrin Aldenhoff) "[Leibfried:] Es geht darum, genau zu lesen und genau auszuwerten – den Sinn der Stellen im Werk und das intellektuelle Muster zu verstehen. In diesem Fall habe ich das Buch zwei Mal gelesen, das eine Mal mit der Brille des Sozialwissenschaftlers – und viele Schludrigkeiten bei den Gänsefüßchen festgestellt, aber kein plagiatbestimmtes Werk. Das zweite Mal las ich es mit der Brille eines jungen Juristen, der seine erste ganz große Arbeit schreibt. In der juristischen Zunft lernt man nicht primär, ordentliche Bücher, sondern ordentliche Fallentscheidungen zu schreiben. Anführungsstriche sind eher verpönt. Juristische Theorien und Definitionen, Gesetzestexte und Urteile werden einfach als fest stehende Umwelt übernommen. Bei ihrem ersten Buch werden Juristen dann automatisch Fehler machen. Nicht aus der Sicht eines Juristen, aber aus der eines Akademikers."

5. November 2013Bearbeiten

  • Deutschlandfunk: Doktorarbeit mit Pioniergeist "[...] aber an keiner Stelle hat Frank-Walter Steinmeier fremde Urheberschaft als eigene ausgegeben. Also er hat Quellen immer genannt, wenn auch nicht immer an der korrekten Stelle, und wo er längere Textpassagen wörtlich übernommen hat und teilweise die Anführungszeichen nicht korrekt gesetzt hat, wird doch immer klar: Da geht es um eine Auseinandersetzung mit Literatur. Die Autoren, die er verwendet, werden immer irgendwo genannt in den Fußnoten, teilweise auch im Haupttext. [...] Das heißt also, Steinmeier ist von allen Vorwürfen freigesprochen. [..] Von allen Vorwürfen bis auf den, dass er ein paar handwerkliche Zitierfehler gemacht hat und teilweise etwas schludrig gearbeitet hat."
  • t-online.de: Politologe zum Fall Steinmeier: Entscheidung setzt den Plagiatsjägern Grenzen "Politologe Tilman Mayer von der Uni Bonn sieht in der Entlastung des SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier ein wichtiges Signal: 'Für die ganze Plagiatsjägerei dürfte damit eine Grenze erreicht sein', sagte er im Gespräch mit t-online.de. [...] 'Bei uns in Bonn', gab der viele Arbeiten sichtende Professor ein Beispiel, 'darf kein Theologe den Juristen prüfen'. Eventuellen Schnellschüssen der Plattform 'VroniPlag' sei allgemein mit äußerster Vorsicht zu begegnen. Mayer rechnet nun mit gebremstem Jagdfieber."
  • SPIEGEL ONLINE: Plagiatsverfahren gegen Steinmeier: Freispruch ohne Anführungszeichen (Jan Friedmann und Oliver Trenkamp) "Die Wissenschaft wird der Fall hingegen etwas länger beschäftigen - als Referenz. Zeigt er doch, wie fließend die Grenzen zwischen "handwerklichen Mängeln" und Plagiaten sind. Wie sehr die Beurteilung von Faktoren wie Gutachtermeinung, Fachkultur und Zeitgeist abhängt. Denn eng wurde es für Steinmeier erst, als auch die Plagiatsjäger der Seite VroniPlag seine Arbeit durchleuchteten. Die arbeiten nämlich ziemlich gründlich, checken jede mit Software ermittelte Fundstelle mehrfach und veröffentlichen ihre Dokumentation erst, wenn sie sich sicher sind. [...] Deshalb sind vor allem die Begründungen aus Gießen durchaus geeignet, die Plagiatsdebatte voranzubringen. Das pure Scannen der Arbeit durch Software liefert kein akkurates Bild, Prozentzahlen sagen wenig aus. Plagiate lassen sich nur durch akribische Textanalyse finden, wie sie die zuständigen Gremien betreiben - oder eben die seriösen unter den Plagiatsjägern im Netz. Einige von ihnen sind mit dem Freispruch für Steinmeier überhaupt nicht einverstanden. Doch bei unterschiedlichen Schlussfolgerungen, entscheidet jene Instanz, die den Doktortitel als einzige verleihen und auch entziehen darf: die Universität."
  • Der Tagesspiegel: Freispruch trotz Fehlern (Amory Burchard/Tilmann Warnecke) "Steinmeier habe [so Walker] die Zitate in Anführungszeichen 'als Hervorhebung' verstanden. 'Fachkundigen Lesern' werde jederzeit 'deutlich, dass Steinmeier die Quellen sprechen lässt'. Steinmeier selber habe in seiner Stellungnahme erklärt, seine Quellen sorgfältig belegt zu haben, 'mag es auch nicht immer an der richtigen Stelle gewesen sein'. Verwundert reagierte Debora Weber-Wulff, Professorin an der HTW Berlin und Vroniplag-Wiki-Beiträgerin, auf die Entscheidung. Anscheinend habe die Uni auf eine tiefergehende Prüfung verzichtet, ein so kurzer Zeitraum reiche dafür selten aus:[...] Verstöße wie die von Steinmeier würden 'bei Studierenden sicher nicht akzeptiert'. Vroniplag prüfe die Arbeit weiter."
  • Süddeutsche.de: Das gehört sich nicht (Tanjev Schultz) "Fehler kann jeder mal machen. Als das Magazin Focus und der Fachhochschulprofessor Uwe Kamenz Plagiatsvorwürfe gegen Frank-Walter Steinmeier in die Welt posaunten, war das aber mehr als nur ein Fehler. Es war eine Gemeinheit. Ohne solide Grundlage einen Prominenten bloßzustellen, gehört sich nicht. [...] Sorgfältiger sind anschließend die Aktivisten der Internetplattform "Vroniplag" vorgegangen, die zuvor schon andere Dissertationen als Blendwerk entlarvt hatten. Ihre Analysen zeigen, dass es durchaus ein paar kritische Stellen gibt in Steinmeiers Dissertation. Nicht überall sind die Zitate völlig korrekt gekennzeichnet. Doch wer hier eine Täuschungsabsicht unterstellen will, muss sie böswillig konstruieren."
  • SPIEGEL ONLINE: Prüfung des Plagiatsvorwurfs: Steinmeier darf Doktortitel behalten (lgr) "Die Netzaktivisten publizierten ihre Angaben, nachdem sie selbst und einige andere Wissenschaftler den Prüfbericht von Kamenz als unseriös bezeichnet hatten. [...] Laut VroniPlag tauchen in Steinmeiers Arbeit vor allem sogenannte "Bauernopfer" auf: Darin weist der Autor einen kleinen Teil des fremden Gedankens mit einer Fußnote aus, schreibt aber dahinter weiter ab. Dabei gilt in der akademischen Welt: Jeder Gedanke, jeder Satz, der nicht von einem selbst stammt, braucht eine Quellenangabe. Die Prüfer der Uni Gießen stellten dazu fest: Steinmeier habe mit dieser Zitierweise offenbar lediglich wichtige Stellen hervorheben wollen."

6. November 2013Bearbeiten

  • Gießener Anzeiger: Am Ende bleiben nur Fußnoten (tt) "Die Nachricht an sich vermochte nicht wirklich zu überraschen - schon eher deren Eindeutigkeit. Noch bevor das Ergebnis des Prüfverfahrens gegen die Doktorarbeit von SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier offiziell verkündet war, begannen Lisa Dittrich, Charlotte Brückner-Ihl und Caroline Link von der Pressestelle damit, die Pressemitteilung der Hochschule an die in der Aula der JLU in großer Zahl versammelten Medienvertreter zu verteilen. Und sie wie auch Uni-Kanzler Dr. Michael Breitbach - ein Freund aus gemeinsamen Gießener Studientagen - nahmen die Erkenntnis mit nach Hause, dass Steinmeier, der im Jahr 1992 mit seiner Arbeit "Bürger ohne Obdach. Zwischen Pflicht zur Unterkunft und Recht auf Wohnraum" in Gießen promoviert worden war, noch nicht einmal in die Nähe auch nur irgendeines leisen Täuschungsversuchs zu rücken ist. 'Der Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten hat sich nicht hinreichend bestätigt', bediente sich Prof. Wolf-Dietrich Walker, Vorsitzender der Ständigen Kommission zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis, des im Promotionsrecht offiziellen Sprachgebrauchs. [...] Auch die von den Plagiatsjägern von VroniPlag monierten Stellen führten zwar zu 'einer Erhöhung der Seitenzahl mit schon bekannten Plagiatsvorwürfen, aber nicht zu strukturell neuen Vorwürfen', urteilte Walker."
  • Neue Zürcher Zeitung: Praxis aus dem Elfenbeinturm? Universitäre Kaderweiterbildung (Robin Schwarzenbach) "Die berühmteste Masterarbeit der Schweiz erstreckt sich über 213 Seiten. Der Titel des Papiers: «Die schweizerische Migrationspolitik im Kontext der nationalen Sicherheit und globaler Zusammenhänge». [...] Nach eigenen Angaben hatte die Autorin «tonnenweise Material gelesen und zusammengeschrieben». Doch das Werk enthält Plagiate, wie die ETH im vergangenen Sommer nachträglich feststellen musste. Der Rektor persönlich erklärte die Arbeit daraufhin für nicht bestanden. Die Studentin, hiess es in der damals verschickten Medienmitteilung, habe die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens klar verletzt."
  • Der Tagesspiegel: Steinmeiers Dissertation: Doktor bleibt Doktor (Anja Kühne) "Für die Uni sind das 'handwerkliche Fehler' ohne verschleiernde Absicht. Für kritische Geister wie die Wissenschaftler von Vroniplag ist das schlimm genug. Und auch die Uni gibt Steinmeier ja keinen Persilschein: Der Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten habe sich 'nicht hinreichend' bestätigt, Steinmeier habe nicht 'in wesentlichem Umfange' getäuscht (also nur ein bisschen?)."

7. November 2013Bearbeiten

  • Stuttgarter Zeitung: CDU-Abgeordneter Pröfrock. Kurze Karriere als Leihmanager (Andreas Müller) "Mit Rückziehern hat der CDU-Landtagsabgeordnete Matthias Pröfrock (36) eine gewisse Erfahrung. Gut zwei Jahre ist es her, dass die Universität Tübingen dem Juristen und Ex-Referenten von Ministerpräsident Günther Oettinger den Doktortitel entzog. Begründung: Er habe in erheblichem Maß fremde Texte übernommen, ohne dies kenntlich zu machen. Nicht mit Absicht, sondern aus Versehen sei das geschehen, verteidigte sich der Ex-Doktor."


8. November 2013Bearbeiten

  • merkur-online.de: Jakob Kreidl: „Spüre nahezu täglich Zustimmung“ (Stephen Hank) "Was sagen Sie den Menschen, die argumentieren, mit einer Entschuldigung und Worten des Bedauerns sei es nicht getan? [Kreidl:] Ich sage den Leuten, dass ich meinen Fehler offen eingestanden und ihn mir auch persönlich vorzuwerfen habe. Ich habe Konsequenzen in der Weise gezogen, dass ich meinen Doktortitel nicht mehr führe. Das stößt auch auf großes Verständnis, weil die Leute sagen, dass hier Dinge nicht ausgesessen oder kleingeredet werden. Ich habe auch von Anfang an gesagt, dass ich mich dem Urteil der Universität unterwerfen werde."
  • Deutschlandradio Kultur: "Das Gros der Promotionen ist völlig in Ordnung" (Susanne Führer im Gespräch mit Claus Leggewie) „Die Jägerei hat sich auf prominente Politiker gerichtet - das ist ein ganz kleines Segment des Wissenschaftssystems. Sie war anonym.[...] Sie können auch bei VroniPlag Werbung entdecken. Ich nehme an, dass da ein Geschäftsmodell dahintersteckt. Ich möchte es nur wissen, ich habe gar nichts dagegen. Ich möchte nur wissen, was damit verbunden ist.“


9. November 2013Bearbeiten

  • Frankfurter Rundschau: Wissenschaft braucht keine Sittenpolizei (Ralf Kleindiek) "Die Methoden von Plagiatsjägern wie „VroniPlag“ haben mit Forschung wenig zu tun. Das zeigt der Fall des SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier. Die Plagiatsvorwürfe von "VroniPlag" konnten einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht standhalten. [...] Die Universitäten müssen solchem Treiben die Grundlage entziehen. Freie Wissenschaft entsteht nicht von selbst. Sie bedarf organisatorischer Vorkehrungen, die sie schützen. Es ist Aufgabe der Universitäten, wissenschaftliche Qualifikationsarbeiten zu beurteilen. Es ist nicht die Aufgabe einer Internetplattform, Dissertationen nach zu promovieren. Dafür müssen die Universitäten und ihre Fakultäten einstehen. Deshalb ist es fatal, wenn selbst Universitäten ihren Doktoranden empfehlen, ihre Arbeit bei VroniPlag vorsorglich überprüfen zu lassen, und damit die Plagiatsdefinitionen von VroniPlag zu übernehmen."

20. November 2013Bearbeiten

  • Süddeutsche.de: Wie die Digitalisierung die Wissenschaft verändert (Leif Kramp) "Der Dialog wird auch extern eingefordert: Die Plagiatsskandale der jüngeren Vergangenheit haben zwar gezeigt, dass das Copy-and-Paste-Verfahren keine Erfindung des digitalen Zeitalters ist. Sie liefern aber einen Beleg dafür, mit welch vermeintlicher Leichtigkeit wissenschaftliche Arbeiten außerwissenschaftlich falsifizierbar geworden sind, siehe Internetportale wie Vronigplag [sic] oder Politplag. Das wissenschaftliche Qualitätsmanagement steht unter erhöhtem Rechtfertigungsdruck. Ob die Wissenschaft zur Überwachung ihrer Integrität solche vermeintlichen Watchdogs braucht, ist letztlich eine Frage, die der Digitalisierung entsprungen ist: Erst sie lieferte Instrumente und Plattformen, damit potenziell Jedermann kollaborativ und öffentlichkeitswirksam Wissenschaftskritik üben kann."

21. November 2013Bearbeiten

27. November 2013Bearbeiten

  • Tegernseer Stimme: Geopfert auf dem Altar der Unabhängigkeit (Steffen) "Die Universität ist ganz einfach unabhängig. Und prüft … und prüft … und prüft … und vergisst dabei, dass der wissenschaftliche Betrieb nicht nur unabhängig ist, sondern auch eine Verantwortung hat. Die Verantwortung, zur Klärung eines Falles beizutragen, der viele Menschen beschäftigt und gleichzeitig politische Relevanz hat."

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