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12. Dezember 2013Bearbeiten

  • Süddeutsche.de: Wegen Plagiaten. CSU-Landrat verliert Doktortitel (dpa) "'Keine eigenständige wissenschaftliche Leistung' - und deshalb 'nicht dissertationswürdig': Die Bundeswehr-Uni hat dem Miesbacher Landrat Jakob Kreidl offiziell den Doktortitel entzogen. Bei der Kommunalwahl will der CSU-Politiker trotzdem wieder kandidieren.
    [...] 'Die Arbeit von Herrn Kreidl stellt keine eigenständige wissenschaftliche Leistung dar und war damit nicht dissertationswürdig', teilte die Uni am Donnerstag zur Begründung mit. Der Fakultätsrat der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften habe dies am Vortag einstimmig entschieden.
    Kreidl akzeptierte die Entscheidung und kündigte an, keine Rechtsmittel dagegen einzulegen. 'Ich bedauere sehr, dass meine Arbeit wissenschaftlichen Ansprüchen nicht genügt und wiederhole meine Entschuldigung hierfür', sagte er laut Mitteilung."
  • PresseInformation aus dem Landratsamt Miesbach: Stellungnahme des Miesbacher Landrats Jakob Kreidl zum Fakultätsentscheid hinsichtlich Doktorgrad "Landrat Jakob Kreidl akzeptiert den Beschluss der Universität. Er hatte bereits im März dieses Jahres erklärt, sich dem Ergebnis der Untersuchung unterwerfen zu wollen. Er wird keine Rechtsmittel gegen diese Entscheidung einlegen.
    Schon im April 2013 hatte Landrat Kreidl die Universität von sich aus gebeten, den ihm verliehenen Doktorgrad zurückzunehmen, weil er selbst Fehler bei der Erstellung der Dissertation erkannt hatte. Seit April 2013 hat Landrat Kreidl darüber hinaus den Doktortitel nicht mehr geführt."
  • Tegernseer Stimme: Universität erkennt Jakob Kreidl Doktortitel ab und findet klare Worte. 'Nicht dissertationswürdig' (Christopher) "Wie kaum ein anderes Thema hat der Plagiatsvorwurf gegen Landrat Jakob Kreidl in den letzten neun Monaten die die Öffentlichkeit im Landkreis und am Tegernsee beschäftigt. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe gab Kreidl nach kurzem Zögern seinen Doktortitel von selbst ab.
    Seitdem warteten die Bürger gespannt auf das Urteil der Universität. Nun ist Kreidl seinen Doktor auch ganz offiziell los. Die Universität der Bundeswehr München stuft seine Arbeit als 'nicht dissertationswürdig' ein.
    Der Plagiatsvorwurf gegen Landrat Jakob Kreidl sorgte im März für einen Paukenschlag. Die Internetplattform VroniPlag hatte damals auf 103 der insgesamt 287 Seiten von Kreidls Abhandlung über den „Kosovo-Konflikt“ abgeschriebene Stellen gefunden und den Vorwurf öffentlich gemacht. [...]
    Heute nun hat die Bundeswehr Universität ihr Urteil verkündet und Jakob Kreidl seinen Doktortitel aberkannt. In einer Presseerklärung heißt es: 'Nach ausführlicher und abwägender Diskussion der vorliegenden Gutachten sowie aller einschlägigen rechtlichen Gesichtspunkte und unter Berücksichtigung aller relevanten Aspekte des vorliegenden Falls, stimmte der Fakultätsrat der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften einstimmig zu, den mit Urkunde vom 31. Mai 2005 verliehenen Doktorgrad zurückzunehmen.'"
  • Tegernseer Stimme: Der Landrat im TS-Interview: 'Ich würde heute einiges anders machen'. Jakob Kreidl: Doktortitel aberkannt (Robin) "[TS:] Laut der Internetplattform VroniPlag sollen Sie über 90 Prozent Ihrer Doktorarbeit plagiiert haben. Haben Sie damals bewusst abgeschrieben?
    Jakob Kreidl: Nein, das habe ich nicht. Ich habe meine Quellen nicht genau zitiert. Ich würde VroniPlag allerdings nicht allzu sehr vertrauen. Ich verlasse mich hier allein auf das Urteil der Universität. Denn klar ist auch, dass jede Doktorarbeit auf historischen Quellen und der Arbeit anderer aufbaut. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Walter Steinmeier hatte laut VroniPlag zum Beispiel über 80 Prozent übernommen und durfte seinen Doktortitel behalten. (Anmerkung der Redaktion: Laut VroniPlag sind es knapp über 24 Prozent)
    [TS:] Sie waren damals allerdings schon ein 53-jähriger Berufspolitiker und kannten sich in dem Geschäft aus. Haben Sie vor dem Unterschreiben der eidesstattlichen Versicherung Ihre Arbeit nicht noch mal überprüft?
    Jakob Kreidl: Natürlich habe ich meine Arbeit vorher noch mal überprüft. Aber damals standen die technischen Hilfsmittel nicht zur Verfügung, die es heute gibt. Hätte es diese gegeben, hätte ich sie auch angewendet.[...]
    [TS:] Sagen Sie es frei heraus: Würden Sie den Doktor-Titel heute noch mal machen oder nicht?
    Jakob Kreidl: Ja, ich würde meinen Doktor wahrscheinlich noch einmal machen wollen, weil ich das Thema nach wie vor spannend finde. Allerdings nur, wenn ich die technischen Hilfsmittel von heute zur Verfügung hätte, um die Arbeit abschließend zu kontrollieren."
  • DIE ZEIT: Professor Unrat (Marion Schmidt, Nr. 51, S. 71) "Kamenz schwebt vor, dass alle Hochschulen sämtliche Abschlussarbeiten so lange mit seiner Software kontrollieren lassen, bis sich niemand mehr traut abzuschreiben. Ein Gedanke, bei dem es Wissenschaftler wie Debora Weber-Wulff, Professorin für Medieninformatik und Mitglied bei der Plagiats-Plattform Vroniplag Wiki, schüttelt: 'Wir brauchen eine Kultur des wissenschaftlichen Arbeitens, keine Einschüchterung und Abschreckung. Das ist schädlich für die seriöse Plagiatssuche.' [...] Auch VroniPlag Wiki hat auf jeder vierten Seite in Steinmeiers Dissertation bedenkliche Stellen oder ungenügende Quellenangaben entdeckt und dokumentiert. Ihm den Titel zu entziehen, empfehlen die Verfasser indes nicht."


13. Dezember 2013Bearbeiten

  • merkur-online.de: „Arbeit nicht dissertationswürdig“ (Stephen Hank) "Landrat Jakob Kreidl (61) muss seinen Doktortitel abgeben und akzeptiert das Urteil der Uni. Er legt keine Rechtsmittel ein. [...]
    Monatelang war eine vierköpfige Untersuchungskommission unter dem Vorsitz von Kathrin Groh den auf der Internetplattform Vroniplag erstmals erhobenen Vorwürfen nachgegangen, wonach Kreidl große Teile seiner 2005 erschienenen Doktorarbeit über den Kosovokonflikt abgeschrieben haben soll, ohne die entsprechenden Quellen zu nennen (wir berichteten).
    Zur Klärung der Angelegenheit hatte die Universität ein externes Gutachten in Auftrag gegeben, das im Oktober vorlag. Es folgte eine Anhörung Kreidls, am Mittwoch dann der einstimmige Beschluss. [...] Der Beschluss sei nach ausführlicher und abwägender Diskussion der vorliegenden Gutachten sowie aller einschlägigen rechtlichen Gesichtspunkte und unter Berücksichtigung aller relevanten Aspekte erfolgt. Kreidl werde aufgefordert, seine Promotionsurkunde abzugeben. Die Arbeit stelle keine eigenständige wissenschaftliche Leistung dar und sei damit nicht dissertationswürdig gewesen. Das Ergebnis, das die Universität nicht weiter begründet, ist keine Überraschung. [...]
    Dass neben der Aberkennung des Titels strafrechtliche Konsequenzen auf Kreidl zukommen, ist nicht zu erwarten. Er hatte damals mit seiner Dissertation eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, die Arbeit selbst geschrieben zu haben. Der Fall dürfte inzwischen verjährt sein. Seitens der Regierung von Oberbayern als Aufsichtsbehörde wurde bislang mangels einer Uni-Stellungnahme nicht ermittelt. Ob Handlungsbedarf besteht, kann laut Behördensprecher erst nach Kenntnis der Gründe entschieden werden."
  • Tegernseer Stimme: Vorbild geht anders. Ein Kommentar zu Jakob Kreidl, Doktor a.D. (Steffen) "Es ist jene Form der Ignoranz, des fehlendem Eingeständnis eines schwerwiegenden Vergehens und eben die politischer Kaltschnäuzigkeit, die sich hier in der Person Kreidl Bahn bricht und einen stumm vor Entsetzen werden lässt. Andere sind wegen weniger Vergehen zurückgetreten. [...] Kreidl hat das wissenschaftliche Arbeiten mit seiner, nennen wir es gütig einmal Schludrigkeit, in den Dreck gezogen. Nicht mehr, nicht weniger."
  • Süddeutsche Zeitung: Tiefer Fall eines Saubermanns (Martina Scherf) "[D]as Verhalten des Delinquenten, aber auch der Hochschule legen den Verdacht nahe, die Beteiligten würden die Affäre am liebsten klein reden. Der Landrat selbst hatte versucht, sich mit ein paar gewundenen Entschuldigungen von wegen 'den Überblick beim Schreiben verloren'; und 'im Nachhinein Versäumnisse entdeckt' herauszureden. [...] Aber auch die Bundeswehr-Uni hat sich mit ihrer langwierigen Prüfung und ihrer kleinlauten Erklärung, man habe – nach zehn Monaten 'abwägender Diskussion' – den Doktortitel entzogen, kein Ruhmesblatt erworben. Konsequente Aufklärung sieht anders aus. [...] [D]ie Menschen in Kreidls Umgebung werden den Landrat nicht mehr als den Saubermann sehen, als den er sich immer gab. Ein Plagiat ist ein Straftatbestand – und eine Charaktersache."

14. Dezember 2013Bearbeiten

  • Süddeutsche Zeitung: Grüne: Kreidl soll als Landrätechef abtreten (cws) "'Kreidl täte dem Landkreistag einen großen Dienst, wenn er als dessen Präsident sofort zurücktreten würde', sagte die hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion, Verena Osgyan. [...]. 'Wer sich seine Promotion ermogelt hat, schadet dem politischen Amt', erklärte Osgyan, 'das galt für die Minister Guttenberg und Schavan, das gilt auch für Kreidl.' [...] Die Bundeswehr-Uni hatte Kreidl am Donnerstag den Doktortitel aberkannt. Schon vor zehn Monaten war durch die Internetplattform Vroniplag bekannt geworden, dass er seine Promotionsarbeit zum größten Teil abgeschrieben hatte."

5. Dezember 2013 Bearbeiten

  • uniforum. Zeitung der Justus-Liebig-Universität Gießen (Nr. 5, S. 2): Steinmeier-Dissertation: Bundesweites Interesse (Lisa Dittrich) "Die Gremien stellten zwar handwerkliche Schwächen [...] im Hinblick auf die Zitationspraxis in einer Reihe von Textpassagen fest. Eine Täuschungsabsicht lasse sich aber in der Dissertation des Betroffenen nicht feststellen, heißt es im Beschluss des Promotionsausschusses. [...] 'Es bestand kein Anlass, vor einer Entscheidung weitere Ergänzungen der Plagiatsvorwürfe durch die Gruppe ‚VroniPlag‘ [...] abzuwarten', sagte Prof. Walker. 'Die letzten Ergänzungen führten zwar zu einer Erhöhung der Seitenzahl mit schon bekannten Plagiatsvorwürfen, nicht aber zu strukturell neuen Vorwürfen.' [...] JLU-Präsident Prof. Mukherjee zog vor den Medienvertretern in der Aula ein metaphorisches Fazit: 'Die Dissertation von Frank-Walter Steinmeier ist ein solides wissenschaftliches Gebäude mit höchstens ein paar zugigen Fenstern.' Die Methoden von Prof. Dr. Kamenz und von 'VroniPlag' wurden von der Universitätsleitung nicht bewertet. Dies werde sicherlich im weiteren wissenschaftspolitischen Diskurs auch unter Einbeziehung der Gießener Expertise in der Qualitätssicherung bei Promotionen geschehen, so Mukherjee."

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