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1. Oktober 2015Bearbeiten

  • Die Zeit (40/2015, S. 9): Endlich unperfekt (Martin Spiewak) "Von der Leyens Promotionsarbeit in diese Liste aufzunehmen, wurde im Kreis der Plagiatsprüfer kontrovers diskutiert. Einer, der dagegen war, argumentierte, man habe bei VroniPlag 'im Medizin-Universum geschätzte tausend andere Arbeiten auf Halde, die mehr Plagiate enthalten'. Würde man heute sämtliche medizinischen Dissertationen mit den Methoden der Plagiatsjäger testen, stieße man wohl bei mindestens der Hälfte auf ähnliche Unregelmäßigkeiten wie in der Arbeit von Ursula von der Leyen -- einfach deshalb weil sie von Professoren, Doktoranden wie Studenten gar nicht als Unregelmäßigkeiten verstanden wurden. Für diese gängige wissenschaftliche (Fehl-)Praxis nun die Doktoranden zur Rechenschaft zu ziehen, wäre ebenso unhistorisch wie unfair. All das wissen die Verantwortlichen der Medizinischen Hochschule Hannover, [...] Damit wäre die Causa von der Leyen erledigt."
  • Tagesspiegel: Plagiatsaffäre: Ursula von der Leyens kurzer Draht zu ihrer Uni (Peter Mlodoch/Tilmann Warnecke) "Die Familie Leyen pflegt enge Verbindungen zur Medizinischen Hochschule Hannover. Ist die Uni in der Plagiatsaffäre also befangen? Ein Sprecher weist das zurück. [...] Zuvor waren Zweifel an der Neutralität des Gremiums aufgekommen, das die Hochschulleitung am Montag mit der Hauptprüfung beauftragt hatte. Ehemann Heiko von der Leyen lehrt seit 2001 als außerplanmäßiger, also nicht festangestellter Professor für innere Medizin an der MHH. Zudem ist er Geschäftsführer der 2005 von der Hochschule und der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Hannover Impuls gegründeten Hannover Clinical Trial Center GmbH (HTCT). [...] Einen Interessenkonflikt sieht die Uniklinik darin nicht. [...] Ursula von der Leyen ist Gründungsmitglied des Ehemaligen-Vereins MHH-Alumni e. V. Auch der Vorsitzende der fünfköpfigen GWP-Kommission taucht in der Mitgliederliste auf."
  • Wirtschaftswoche: Doktorvater in Münster winkt Plagiate durch (dpa/ked) "Es gibt etwas völlig Neues aus der Welt der Plagiate: Erstmals leitet eine Universität Schritte gegen einen Doktor ein, der anderen das Abschreiben hat durchgehen lassen. [...] Bislang sei die Universität Münster mit Plagiatsvorwürfen eher entspannt umgegangen, wie Plagiatsjägerin Debora Weber-Wulff im Sommer angemerkt hatte. Dafür straft die Universität den 60-Jährigen jetzt ab: Dem Mediziner sollen alle Sonderleistungen gestrichen werden, die über die ihm gesetzlich zustehende Besoldung hinausgehen."
  • Deutschlandfunk: Afghanistan-Einsatz. "Kundus ist ein Alarmzeichen" (André Wüstner im Gespräch mit Sandra Schulz) "Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, André Wüstner, warnt nach den Taliban-Angriffen auf Kundus vor einer Eskalation in Afghanistan.
    [...] Schulz: Ganz kurze Frage noch zum Schluss. Ursula von der Leyen, die Verteidigungsministerin, die hat ja noch ein anderes Problem. Es ist Anfang dieser Woche bekannt geworden, dass der Blog VroniPlag ihre Doktorarbeit untersucht. Kann sie Ministerin bleiben, wenn ihr der Doktortitel entzogen werden sollte?
    Wüstner: Wenn es soweit ist, dann würden wir natürlich darüber diskutieren. Wir kennen die Diskussionen aus der Plagiatsaffäre von zu Guttenberg auch innerhalb der Bundeswehr. Wir haben diese besondere Situation, dass wir auch Universitäten haben. Jetzt braucht man natürlich keinen Doktortitel, wenn man als Dienstherrin auch sozusagen für die Hochschulen verantwortlich ist und diesen vorsteht. Allerdings ist auch klar, es sollte dieser nicht aberkannt werden. Jetzt warten wir mal ab, wie sich die Situation entwickelt. Wir halten uns da insgesamt zurück und warten auf die Ergebnisse."
  • der Freitag: Dämliche Doktorspiele (Christian Füller) "Dummerweise ist eine finale Tugend, die man von Ministern erwartet, dass sie die Wahrheit sagen – und da ist nun gut dokumentiert, dass Ursula von der Leyen dies im streng wissenschaftlichen Sinne nicht getan hat. Sie hat einige Male Zitate nicht kenntlich gemacht, manchmal nicht mal den Autor genannt, von dem sie ihre Weisheiten hatte. Das hatte durchaus Methode. So konnte sie andere Autoren zitieren, ohne zu verraten, dass sie selbst diese gar nicht gelesen hat. Für den Normalbürger sind das vielleicht Petitessen. Der Journalismus verfährt bisweilen ganz bewusst nach diesem Prinzip. Aber in einer Doktorarbeit gehört das zum Kerngeschäft, für das der Doktorand sogar seine Hand ins Feuer legt – indem er schriftlich versichert, korrekt zu arbeiten."
  • SPIEGEL ONLINE: Von der Leyens Dissertation: Titelkampf mit besten Kontakten (Bernd Kramer, Carola Padtberg-Kruse) "Kann die Medizinische Hochschule Hannover die Dissertation ihrer prominenten Absolventin unbefangen prüfen? Ursula von der Leyen ist gut vernetzt und pflegt engste Beziehungen in viele Bereiche der Universität."
  • Handelsblatt: Medizin-Dissertationen. Promotion um jeden Preis (tt, dpa) "Von der Leyens Pech ist, dass sie in einem Fach promovierte, das unter besonderer Beobachtung von Plagiatsjägern steht. Aus Sicht von Gerhard Dannemann schludern Mediziner bei ihren Doktorarbeiten häufiger als andere Wissenschaftler. „Der Publikationsdruck ist oft extrem hoch“, so der Berliner Juraprofessor, der seine Untersuchungen zu Plagiaten in Promotionen regelmäßig auf der Internetseite VroniPlag Wiki veröffentlicht."
  • SPIEGEL ONLINE: Von der Leyen könnte laut Rechtsexperten Doktortitel verlieren: "'Alle objektiven Kriterien' für einen Titelentzug seien erfüllt, sagen Wissenschaftler über die Plagiatsvorwürfe gegen Ursula von der Leyen. [...] 'Ich halte es für durchaus denkbar, dass der Doktortitel in so einem Fall entzogen wird', sagte Volker Bähr von der Geschäftsstelle Gute Wissenschaftliche Praxis an der Berliner Charité dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL. Dass die Zitierverstöße vor allem im Einführungsteil der Arbeit vorlägen, ändere daran nichts. Dieser sei 'nicht nur eine Schreibübung', so Bähr. 'Sich über ein Gebiet zu informieren, ist Teil der Wissenschaft.'"
  • Süddeutsche Zeitung: Kommt ein Doktor zum Arzt ... Qualität medizinischer Promotionen (Sarah Schmidt) "Medizinprofessor Frosch räumt ein, 'dass es sicher einen Anteil an Arbeiten gibt, die bei Anwendung höherer Qualitätskriterien wackelig sind'. Es verwundert daher nicht, dass die Plagiatsjäger von Vroniplag bei einer ganzen Reihe medizinischer Arbeiten fündig werden. [...] Wissenschaftliches Arbeiten, also das Verfassen stringenter Texte und das korrekte Zitieren von Quellen, spielen in der Ausbildung praktisch keine Rolle. 'Im seltensten Fall erhalten die Medizinerinnen und Mediziner während, vor oder begleitend zu ihrer Dissertation eine systematische wissenschaftliche Ausbildung', so die Einschätzung der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Studentin Nina Müller, immerhin bereits im 9. Semester, bestätigt: 'Ich musste in meinem ganzen Studium bislang keinen längeren Text schreiben. Die einzige Klausur, in der ich nicht nur etwas ankreuzen musste, war Ethik.'"


2. Oktober 2015Bearbeiten

  • politiko.dk (Berlingske): Tyske toppolitikere fusker sig til akademiske titler (Troels Heeger) "Tørst efter prestige og respekt driver ikke så få tyske politikere til akademisk snyd. Den tyske forsvarsminister, Ursula von der Leyen, er den seneste i en lang række af tyske toppolitikere, der beskyldes for at have fusket sig til en ph.d.-titel. [...] Nu har plagiatjægerne indstillet sigtekornet på den nuværende forsvarsminister. I sidste uge kunne den crowdsourcede internetside Vroniplag afsløre, at forsvarsminister Ursula von der Leyens lægevidenskabelige afhandling fra 1990 i store træk består af plagierede passager fra videnskabelige artikler. [...] I dag ønsker Ursula von der Leyen måske nok, at nogen havde fjernet hendes afhandling fra universitetsbiblioteketet i Hannover og ikke mindst fra internettet."
  • Wirtschaftswoche (S. 30): Dr. Seltsam (Gregor Peter Schmitz) "Klar ist aber bereits, dass viele ausländische Beobachter sich wieder die Augen reiben werden, sollte nun auch noch die aussichtsreichste Kandidatin für die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel über Fußnoten stolpern. Dass VroniPlag und andere Enthüllungsplattformen wie eine Reputations-Guillotine über den politischen Akteuren schweben, ist in anderen Ländern nämlich bislang so gut wie unbekannt. Zwar mussten natürlich auch dort Politiker ob Plagiaten ihr Amt aufgeben, zum Beispiel in Ungarn oder Rumänien. Aber das große Frankreich etwa ist nach Selbsteinschätzung von Wissenschaftlern bislang meist ein Paradies für Großplagiatoren. [...] Die Deutschen hingegen strafen politische Abschreibe-Künstler bislang hart ab. So hart, dass das Ausland die Doktordebatten mit einem Blick in die deutsche Seele zu erklären versucht."
  • der Freitag: Nicht nur Fußnoten (Marcel Schütz) "Plagiate. Falsche Anreize locken wissenschaftlich desinteressierte Doktoranden, die Titel benötigen um außerhalb der Wissenschaft Wissenschaftler zu spielen. Der Fehler hat System.
    [...] Und auch wenn die Causa von der Leyen Jahrzehnte zurückliegt: Wieder wird man in der deutschen Hochschulszene Besserung in jeder Hinsicht geloben. Etwa durch mehr Betreuung für methodisch inkompetente Promovenden; etwa über „klare Standards“ für Promotionsverfahren, die schon immer ebenso klar waren, wie sie klar unterlaufen wurden."
  • Deutschlandfunk: Plagiatsfälle: Doktorvater der Uni Münster wird bestraft (Heike Zafar) "Die Universität Münster sieht sich mit einer auffälligen Häufung von Verdachtsfällen konfrontiert, dokumentiert von der Internetplattform VroniPlag Wiki. 30 Plagiatsfälle gibt es bereits, 23 davon allein bei der medizinischen Fakultät. Jetzt will die Uni nicht nur die Abschreiber bestrafen, sondern auch ihre Prüfer. [...] Am Fachbereich Medizin wurden in den vergangenen Monaten 1.300 Doktorarbeiten mit einem speziellen Plagiatserkennungsprogramm geprüft. Ergebnis: In 18 weiteren, von Vroniplag noch nicht entdeckten Fällen wurden gravierende Plagiate gefunden, so Dekan Wilhelm Schmitz:"
  • SPIEGEL ONLINE: Plagiatsjäger im Netz: Wer steckt hinter VroniPlag? (Heike Klovert) "Doch wer sind die Plagiatsjäger, die sich durch fremde Arbeiten wühlen, die stunden-, wochen-, monatelang in vergilbter Fachliteratur fahnden, um Politikern wissenschaftliche Unsauberkeit nachzuweisen, die meist Jahrzehnte zurückliegt? Und wer ist es, der diesmal die Jagd auf etwaige Plagiate in Frau von der Leyens Doktorarbeit eröffnet hat?"
  • taz: Kommentar von der Leyen und Plagiat: Strammstehen für Fehler (Ralf Pauli) "Die politische Interpretation müsste sein: So wie auch Exbildungsministerin Annette Schavan mit dem Plagiatsnachweis über Nacht jegliche Autorität über Abertausende Promovenden und Wissenschaftler verloren hat, kann auch Ursula von der Leyen nicht mehr weisungsbefugt über die beiden Bundeswehr-Universitäten sowie deren Studierende und Professoren sein."
  • Deutsche Welle: Why painstaking detective work beats computer automation in the hunt for plagiarism (Zulfikar Abbany) "One of the biggest problems in using automation is that many of the original scientific texts, those used as a source for any act of plagiarism, are not freely available online. Then there's the minor issue of unsophisticated computer programs highlighting entirely benign sentences as plagiarism - when in truth they are a standard turn of phrase."
  • Deutsche Welle: Jagd nach Plagiaten: Detektivarbeit wichtiger als Computerprogramme (Zulfikar Abbany /bo) "Hat Ursula von der Leyen in ihrer Doktorarbeit abgeschrieben? Automatische Suchprogramme helfen bei der Beantwortung der Frage kaum. Wichtiger ist akribischste Detektivarbeit vieler freiwilliger Plagiatsjäger.
    [...] Hauptverantwortlich für die Jagd nach Plagiaten ist ein Wiki, eine kollaborative Online-Gemeinschaft von Nutzern und Mitwirkenden, namens VroniPlag. [...] Hinter VroniPlag steht hauptsächlich akribische Detektivarbeit. Die freiwilligen Mitarbeiter erbringen diese in ihrer Freizeit - meistens nachts, nach ihrer tagtäglichen Arbeit."
  • DER SPIEGEL (41/2015): Hausmitteilung "Nur durch Zufall erreichte Redakteurin Melanie Amann am vergangenen Freitagnachmittag der Anruf eines Informanten. Amann saß schon im Flugzeug und wollte gerade das Handy ausschalten. Der Anruf kam aus dem Netzwerk „VroniPlag“, er war kurz: „Es gibt Plagiate in der medizinischen Dissertation der Bundesverteidigungsministerin.“ Ein Team von SPIEGEL-Redakteuren ging den Vorwürfen gegen Ursula von der Leyen nach und stellte fest: Die Plagiatsjäger hatten zahlreiche verdächtige Stellen aufgespürt."
  • DER SPIEGEL (41/2015, S. 18-21): Der Röschenkrieg (Melanie Amann, Jan Friedmann, Veronika Hackenbroch, Marc Hujer, René Pfister) "Von der Leyens Arbeit ist ein schmales Bändchen von gerade mal 62 Textseiten. Sie hat sich beim klinischen Teil der Untersuchung – soweit sich das von außen beurteilen lässt – keine Schludrigkeiten zuschulden kommen lassen. Dafür sind die ersten 27 Seiten der Arbeit, auf denen Medizinhistorie und fachliche Grundlagen referiert werden, in großen Teilen ohne korrekten Quellenverweis abgeschrieben. Das ist keine Lappalie, und es könnte dazu führen, dass von der Leyen am Ende ihren Titel los ist. Denn ein gelungener experimenteller Teil wiegt nicht die Plagiate in der Einleitung einer Arbeit auf. „Im Grundsatz gilt: Täuschung ist nicht kompensationsfähig“, sagt Wolfgang Löwer, Professor für Wissenschaftsrecht an der Universität Bonn."
  • DER SPIEGEL (41/2015, S. 20): Das Vorbild. Kommentar (Susanne Beyer) "Ursula von der Leyen wird des Plagiats verdächtigt. Selbst wenn sich am Ende herausstellen sollte, dass sie ihren Doktortitel behalten darf, lässt sich jetzt schon sagen, dass sie Fehler gemacht hat – sie hat das geistige Eigentum anderer Forscher nicht gebührend geachtet. Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat in seiner Promotionsarbeit 23 strafrechtlich relevante Urheberrechtsverstöße begangen. Das ist gravierend genug, aber er erklärte: „Der Vorwurf, meine Doktorarbeit sei ein Plagiat, ist abstrus.“ Und als die Sache ernster wurde, sagte er: „Ich habe diese Fehler nicht bewusst gemacht.“ Das war sein Ende. Ursula von der Leyen muss das besser machen. Besser machen heißt in diesem Fall: den Fehler eingestehen. Für sie läge darin eine Chance."
  • DER SPIEGEL (zu 41/2015): Video: VroniPlags Vorwürfe


3. Oktober 2015Bearbeiten

  • radioeins rbb: Große Themen, keine Meinung: Soll man eine Verjährungsfrist für Plagiatsvergehen einführen? (Volker Gunske und Volker Heise, mit im Gespräch mit Gerhard Dannemann und Wolfgang Löwer) "Schon wieder ein Plagiat? Nach ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg und ex-Bildungsministerin Annette Schavan soll jetzt auch die aktuelle Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei ihrer Doktorarbeit vor 25 Jahren abgeschrieben haben."
  • Vice News: German Defense Minister Could be Next Politician Ousted by Plagiarist Hunters (Andrea Maurer) "Ursula von der Leyen, Germany's minister of defense, is in trouble. She's come into the crosshairs of VroniPlag Wiki, a crowd-sourced site dedicated to seeking out plagiarized doctoral theses in Germany. They contend that almost every other page of von der Leyen's 1990 doctoral thesis contains plagiarized passages."

4. Oktober 2015Bearbeiten

  • Tagesspiegel (S. 1): Mogeln muss erlaubt sein (Harald Martenstein) "Ich bin dafür, dass es Regeln gibt und Verstöße geahndet werden. Sonst herrscht Anarchie. Aber der Gedanke, dass jeder künftige Minister sich zeitlebens nicht das Geringste zuschulden kommen lassen darf, hat etwas Krankes. Ein Mensch, der niemals mogelt oder schludert, muss einen zwanghaften Charakter besitzen. Da hätte ich Angst, wenn so jemand an die Macht kommt. In der Politik kommt man ohne eine gewisse Mogelkompetenz außerdem nicht zu Ergebnissen. Wie will man mit Putin, Obama oder Tsipras verhandeln, wenn man nicht hin und wieder ein bisschen mogeln kann? Die tun’s doch auch.
    Dass Ursula von der Leyen bei ihrer Promotion ein bisschen geschummelt, vielleicht auch nur geschludert hat, macht sie mir eher sympathischer. Man dachte immer, sie sei eins von diesen Strebermädchen gewesen. Willkommen bei uns Menschen, Frau Superperfekt!"
  • Berliner Zeitung: Unter welchen Umständen Ursula von der Leyen ihren Doktortitel verlieren sollte (Christian Bommarius) "Wenn sich herausstellen sollte, dass Medizinstudenten in Deutschland im Vertrauen darauf plagiieren können, dass der Doktorvater sie ohnehin nicht lesen, und wenn lesen, dann ein Plagiat nicht bemerken, und wenn bemerken, dann nicht melden wird, wenn sich also ergeben sollte, dass sich der wissenschaftliche Anspruch bereits derart verflüchtigt hat, dass Plagiate im stillen Einvernehmen von Professoren und Studierenden entstehen und alle Ge- und Verbote der Promotionsordnungen de facto außer Kraft gesetzt sind, hat jede Sanktion nicht nur jeden Sinn, sondern auch ihr Recht verloren.
    Stellte sich jedoch heraus, dass die Überführung und Sanktionierung von Plagiatoren auch an medizinischen Fakultäten zum Selbstverständnis der Einrichtung gehört und damit zum Alltag des Betriebs, ließe sich die Aberkennung des Doktortitels im Fall Ursula von der Leyens ohne weiteres begründen. Das wäre eine schlechte Nachricht für von der Leyen, aber eine gute für die medizinische Wissenschaft." (Ebenso in der Frankfurter Rundschau.)
  • Weser-Kurier: Fall von der Leyen: Uni-Klinik weist Befangenheitsverdacht zurück (Peter Mlodoch) "Den Verdacht der Befangenheit weist die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) im Fall ihrer wohl prominentesten Absolventin weit von sich. Man werde die Doktorarbeit von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen neutral und gewissenhaft prüfen, versichert die Uni-Klinik. Weder das enge Netzwerk der CDU-Politikerin noch die intensive Zusammenarbeit ihres Mannes mit der MHH könnten das Ergebnis der „förmlichen Untersuchung“ durch die „Kommission für Gute Wissenschaftliche Praxis (GWP)“ in irgendeiner Form beeinflussen, sagte MHH-Sprecher Stefan Zorn."

5. Oktober 2015Bearbeiten

  • Neue Zürcher Zeitung: «Made in Germany». VW und die Demontage eines Gütesiegels (Ulf Erdmann Ziegler) "Ein Doktortitel ist beim Aufstieg hilfreich. Leider werden Dissertationen aber, wie sich erst im elektronischen Zeitalter nachweisen lässt, unverschämt kompiliert. Entweder man schreibt selbst ab, oder man lässt schreiben. Die Dichte der Schummler im Kabinett Merkel ist unübertroffen: Karl-Theodor zu Guttenberg, erst Minister für Wirtschaft und Technologie, dann für die Verteidigung; Annette Schavan, Ministerin für Bildung und Forschung; Ursula von der Leyen, Ministerin erst für die Familie, dann für Arbeit und Soziales, jetzt für die Verteidigung."
  • RP ONLINE: Ursula von der Leyen: Im Kampfanzug durch die Plagiatskrise (dpa) "Insgesamt habe von der Leyen die erste Woche ihrer Plagiatsaffäre aber ohne größere Schäden überstanden, sagt Trebbe. 'Sie hat von vornherein (...) ihre Arbeit nochmal zur Prüfung vorgelegt. Und sie hat das relativ offen kommuniziert.' Die Ministerin habe auch nicht behauptet, an den Vorwürfen zu 27 von 62 Textseiten sei gar nichts dran. 'Damit unterscheidet sie sich von ihren beiden Vorgängern.' Angesichts der Negativbeispiele im konservativen Lager sei das 'wenigstens mal eine andere Strategie'."
  • WirtschaftsWoche: Die Welt staunt über die deutsche Liebe zum Doktortitel (Gregor Peter Schmitz) "Die Deutschen hingegen strafen politische Abschreibe-Künstler bislang hart ab. So hart, dass das Ausland die Doktordebatten mit einem Blick in die deutsche Seele zu erklären versucht. Genüsslich vermerkte etwa die 'New York Times', dass Doktoren in Deutschland ja sogar beim Bäcker mit dem Titel angesprochen würden – und der Bundestag (Doktoren- oder Professorenanteil 18 Prozent!) natürlich ein Gesetz blockiert habe, nach dem der Doktor nicht mehr als Namensbestandteil im Personalausweis vermerkt werden sollte."


6. Oktober 2015Bearbeiten

  • Süddeutsche Zeitung: Ihre Post zu Ursula von der Leyen "Bundesverteidigungsministerin von der Leyen wird wegen ihrer Doktorarbeit mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert. SZ-Leser kritisieren aber auch die Titelsucht der Deutschen."
  • Mittelbayerische: Das Doktoren-Problem deutscher Unis (Harald Raab) "„Würde man nicht nur die Doktorarbeiten bekannter Politiker und Politikerinnen genauer unter die Lupe nehmen, käme man zu dem ernüchternden Ergebnis, dass Plagiate, falsches Zitieren und geschönte Daten nicht allein auf diese Berufsgruppe beschränkt sind.“ Das sagt eine bayerische Medizin-Professorin, die namentlich lieber nicht genannt werden will. Man käme auf systemimmanente Schwachstellen, über die niemand genau Bescheid wissen, aber vor allem nicht öffentlich darüber reden wolle.“"
  • General-Anzeiger: Doktortitel an der Uni Bonn: Zwischen Leistung und Lametta (Hermann Horstkotte) "Am Beispiel Ursula von der Leyen droht ein in Fachkreisen verbreitetes Unbehagen an der akademischen Würde des 'Dr. med.' plötzlich zum öffentlichen Skandal zu werden. Vor einem Vierteljahrhundert soll die heutige Bundesverteidigungsministerin in ihrer Doktorarbeit von anderen abgeschrieben haben, ohne sie zu zitieren."
  • Neue Zürcher Zeitung: Ursula von der Leyen als Exempel: Dr. med. Dreist (Joachim Güntner) "Schuldbewusstsein? Deutschlands Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bleibt unbeeindruckt. Noch besitzt die 1991 promovierte Medizinerin ihren Doktortitel, mögen auch die Plagiatejäger von VroniPlag Wiki herausgefunden haben, dass von der Leyens Dissertation zahlreiche wörtliche oder sinngemässe Textübernahmen enthält, die nicht ausgewiesen sind. Zu den Plagiaten gesellen sich Quellenangaben, die das Gesagte gar nicht belegen. [...] Schon im vergangenen Jahr deckte VroniPlag auf, dass unter Doktoranden der Medizin dreistes Plagiieren gang und gäbe ist, namentlich die Universität Münster und die Charité in Berlin taten sich ungut hervor. Unter den Dutzenden inkriminierter Dissertationen fanden sich solche, die man Doubletten nennen darf: Da hatte ein Prüfling eins zu eins von einem anderen abgekupfert oder einfach eine Arbeit seines Doktorvaters kopiert und eingereicht, ohne dass dieser die Anleihe beanstandete."


7. Oktober 2015Bearbeiten

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung (S. N4): Rügen und Verweise. Nachprüfungen: Von der Leyen und die Folgen (tth) "Der Plagiatsvorwurf gegen die Dissertation Ursula von der Leyens beschäftigt nicht nur die Medizinische Hochschule Hannover, der die Ministerin ihre Arbeit zur Prüfung übergeben hat, sondern auch eine Reihe anderer Universitäten. 85 von 152 Promotionen, die auf der Internetplattform VroniPlag des Plagiats verdächtigt werden, stammen aus der Medizin. 23 davon aus Münster. Die medizinische Fakultät steht unter Zugzwang. [...] Der Medizinische Fakultätentag begründet währenddessen die hohe Quote an plagiierten Dissertationen in der Medizin mit der außergewöhnlich hohen Zahl medizinischer Doktoranden, die andere Fachgruppen weit übertreffe. Prozentual falle der Anteil medizinischer Plagiatsverdachte daher gar nicht so viel höher aus. Der Europarat hat inzwischen ein Expertennetz ins Leben gerufen, das sich mit Korruption im Bildungswesen befasst. Man will Richtlinien und Kontrolllisten für den Umgang mit Plagiaten entwickeln. Nicht nur in Deutschland kennt man das Problem."

8. Oktober 2015Bearbeiten

  • Research Europe, S. 15: Defence minister latest to be hit by plagiarism accusations in Germany (Martyn Jones) "Germany's defence minister Ursula von der Leyen [...] is facing accusations that her doctoral thesis contained plagiarised passages. The anti-plagiarism website VroniPlag accused von der Leyen, who has been in the cabinet since 2005, of using unattributed quotes on 27 pages of her 70-page dissertation, published in 1991."
  • Tagesspiegel: Ursula von der Leyen: Plagiatsaufklärer sieht Parallelen zum Fall Schavan (Gerhard Dannemann) "Es geht ihnen nämlich ausschließlich um die Dissertation von Ursula von der Leyen. Das erinnert an die öffentliche Kritik im Fall Schavan, dass „Textvergleiche zu anderen wissenschaftlichen Abhandlungen mit ähnlicher Thematik aus der fraglichen Zeit notwendig gewesen“ wären."

9. Oktober 2015Bearbeiten

  • Süddeutsche Zeitung: Wochengrafik: Hut ab! "Die bekanntesten Plagiatsjäger von VroniPlag beanstanden 152 Dissertationen. Die meisten betreffen einen Dr.med. (53), es folgen Dr.med.dent. (25), Dr.iur. (20) und Dr.phil. (18)."

11. Oktober 2015Bearbeiten

  • Berliner Morgenpost: "Aufenthalt in Stanford". US-Uni wirft von der Leyen Missbrauch von Hochschulnamen vor "Im Lebenslauf auf der Homepage des Verteidigungsministeriums erwähnt von der Leyen einen "Aufenthalt in Stanford, Kalifornien/USA" von 1992 bis 1996. Außerdem führt sie dort zusätzlich für 1993 "Auditing guest: Stanford University, Graduate School of Business" und für 1995 "Marktanalyse, Stanford Health Services Hospital Administration" an."
  • Die WELT: Elite-Uni wirft von der Leyen Namens-Missbrauch vor (Manuel Bewarder , Thorsten Jungholt , Lars-Marten Nagel) "Verteidigungsministerin von der Leyen gibt in ihrem Lebenslauf an, zwei Stationen an der Stanford University absolviert zu haben. Doch so stimmt das nicht. Die Hochschule spricht von Missbrauch."
  • WELT am SONNTAG: Dick aufgetragen (Manuel Bewarder) "Die Zweifel am akademischen Lebenslauf Ursula von der Leyens wachsen. Nach Plagiatsvorwürfen in Deutschland sieht nun die US-Elite-Universität Stanford ihren Namen missbraucht"

12. Oktober 2015Bearbeiten

  • România Liberă: Ministrul Apărării din Germania, în centrul unui scandal de plagiat (Andra Dolana) "Ministrul apărării din Germania, Ursula von der Leyen, suspectată că ar fi plagiat în teza ei doctorat, a ajuns, din nou, în centrul unei polemici privind cariera ei universitară, după ce presa germană a ridicat mai multe obiecții față de unele detalii din CV-ul său, relatează Agerpres. [...] Această polemică intervine într-un moment în care ministrul apărării, menționată adesea ca posibil succesor al cancelarului german Angela Merkel, este suspectată de plagiat în teza sa de doctor în medicină, acuzație pe care ea a respins-o de asemenea cu vehemență."
  • manager magazin: Stanford wundert sich über von der Leyen (la/dpa/reuters) "Die US-Elite-Universität Stanford wirft Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) laut Recherchen der "Welt am Sonntag" einen Missbrauch des Hochschulnamens vor. [...] Am Montag ruderte die US-Eliteuni unterdessen zurück: Eine Sprecherin der US-Universität erklärte gegenüber der "Welt", man halte an dem Vorwurf nicht weiter fest, die CDU-Politikerin habe den Namen der Hochschule missbräuchlich angegeben."
  • FAZ: Angaben im Lebenslauf. Stanford-Universität entlastet von der Leyen (dpa) "Die Stanford-Universität hat Aussagen zurückgenommen, Ursula von der Leyen habe Details in ihrem Lebenslauf übertrieben. [...] Das Verteidigungsministerium verbreitete am Montag ein Schreiben, in dem sich eine Vizepräsidentin der renommierten Hochschule betroffen über „übertriebene und falsche Medienberichte“ vom Wochenende zeigte."
  • ZEIT ONLINE: Stanford zieht Vorwurf gegen von der Leyen zurück "Die Stanford-Universität hat ihren Vorwurf zurückgezogen, Ursula von der Leyen habe ihre Zeit an der kalifornischen Universität zu Unrecht im Lebenslauf geführt. [...] Wer sich ohne ein solches Zertifikat in seinem Lebenslauf auf die Universität beziehe, missbrauche deren Namen, sagte eine Sprecherin auf eine Nachfrage der Bild am Sonntag. [...] Im Video: Der Juraprofessor Gerhard Dannemann von der Humboldt Universität zu den Plagiatsvorwürfen."
  • WELT: Stanford zieht Vorwurf gegen von der Leyen zurück "Die US-Eliteuniversität Stanford in Kalifornien korrigiert ihre Einschätzung über Ursula von der Leyens Aufenthalt. Ihre Leistungen als Gast seien doch ausreichend, um sie im Lebenslauf anzugeben."
  • SPIEGEL ONLINE: Angaben im Lebenslauf: Uni Stanford nimmt von der Leyen in Schutz (Melanie Amann) "Wie es die Universität versteht, hat die deutsche Ministerin Ursula von der Leyen eine Bestätigung dafür geliefert, dass sie im Jahr 1993 ein ,auditing guest' an der Stanford Graduate School of Business war und im Jahr 1995 für ein Projekt für die Stanford Health Services Hospital Administration arbeitete. Obwohl die Universität keine Unterlagen für diese Tätigkeiten besitzt, ist das sachgetreue Aufführen dieses Engagements durch eine Privatperson kein Missbrauch des Universitätsnamens. Wir bedauern jede Fehlkommunikation, die zu entsprechenden Berichten geführt hat."

14. Oktober 2015Bearbeiten

18. Oktober 2015Bearbeiten

  • SPIEGEL ONLINE: Mögliche Konsequenzen aus Plagiatsaffäre: Von der Leyen wartet's ab (yes) "Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen muss unter einem enormen Druck stehen. Sie soll beim Verfassen ihrer Doktorarbeit womöglich nicht sauber gearbeitet haben, die Untersuchungen laufen. Wie sie das im Tagesgeschäft aushält, fragte die 'Bild am Sonntag' von der Leyen nun."
  • Bild: Verteidigungsministerin im Interview: Zerreißt es die Union in der Flüchtlingskrise? (Roman Eichinger, Angelika Hellemann und Niels Starnick) "Obwohl Ihnen selbst politische Gegner Gründlichkeit und Genauigkeit bescheinigen, stehen Sie im Verdacht, beim Verfassen Ihrer Doktorarbeit nicht sauber zitiert zu haben. Wie konnte das passieren?
    Von der Leyen:
    ‚Dass ich die Kritik von VroniPlag ernst nehme, zeigt sich daran, dass ich die Universität bereits Ende August gebeten habe, meine Arbeit erneut zu überprüfen.‘ [...]
    Haben Sie schon eine Entscheidung getroffen, ob Sie zurücktreten, wenn Ihnen die Medizinische Hochschule Hannover den Doktortitel entziehen sollte?
    Von der Leyen:
    ‚Nein.‘"

19. Oktober 2015Bearbeiten

  • Deutsche Anwaltauskunft Magazin: Aktuelle Diskussion. Doktorarbeiten: Welche Strafen drohen bei Plagiaten? (vhe) "Karl Theodor zu Guttenberg gehört dazu, Annette Schavan ebenso und wahrscheinlich auch bald Ursula von der Leyen: Die Gruppe der Politiker, die bei der Erstellung ihrer Doktorarbeit plagiiert haben, wird immer größer. Ab wann spricht man eigentlich von Plagiat und welche Strafen drohen? Darüber haben wir mit der Rechtsanwältin Bettina Trojan gesprochen. Sie ist Mitglied im geschäftsführenden Ausschuss der Arbeitsgemeinschaft Medien & Geistiges Eigentum im Deutschen Anwaltverein (DAV) und Expertin für urheberrechtliche Fragestellungen."
  • Süddeutsche Zeitung (Sz.de): Dissertation von Ursula von der Leyen. Eine Frage der Ethik (Christina Berndt und Roland Preuß) "In einem Schreiben, das der SZ vorliegt, wird der CDU-Ministerin vorgeworfen, im Rahmen ihrer Promotion die ethischen Grundsätze für medizinische Forschung an Menschen verletzt zu haben. [...] Die MHH erklärte auf Anfrage, die Vorwürfe seien nun Teil des Prüfverfahrens, das klären soll, ob von der Leyen zu Recht promoviert wurde."

20. Oktober 2015Bearbeiten

  • WDR aktuell - WDR.de: Plagiate bei Doktorarbeiten: Entscheidung über Mitschuld der Professoren (Ulrike Wolff) "Doch auch die Rolle des Doktorvaters wurde von einer Untersuchungskommission unter die Lupe genommen. Ihre Empfehlung, der sich das Rektorat anschloss: 'deutlich spürbare Sanktionen'. Zu entscheiden hat darüber die Fachbereichsratssitzung am Dienstag (20.10.2015)."


21. Oktober 2015Bearbeiten

  • Lokalzeit Münsterland - WDR.de: Kompakt [Zeitmarke: ab 13:37 ]
  • Studio Münster - WDR.de: Uni straft Medizin-Prof ab "In der Affaire um Plagiate an der Uni Münster wird jetzt erstmals auch ein Professor abgestraft. Das hat der medizinische Fachbereichsrat der Uni entschieden. Der Professor hatte vier Doktoranden betreut, die in ihren Doktorarbeiten seitenweise abgeschrieben hatten. Der Professor soll weiter lehren können, die Uni will ihm aber jegliche Sonderleistungen streichen. Der Fachbereich hat außerdem einem vierten ehemaligen Medizinstudenten den Doktortitel aberkannt."

22. Oktober 2015Bearbeiten

  • Deutschlandfunk: Plagiatsfälle in Münster: Uni kündigt Konsequenzen für Doktorvater an (Heike Zafar) "Er selbst trägt gleich zwei Doktor- und einen Professorentitel. Trotzdem ist dem umstrittenen Medizinprofessor der Uni Münster offenbar nicht aufgefallen, dass seine Doktoranden große Teile ihrer Arbeit abgeschrieben haben - und das muss Folgen haben, sagt der Dekan der medizinischen Fakultät, Professor Wilhelm Schmitz:
    'Die Untersuchungskommission ist zu dem Schluss gekommen, dass es sich um schweres wissenschaftliches Fehlverhalten handelt, man kann nicht alle Plagiate erkennen, das ist klar, aber in schwerwiegenden Fällen muss es einem einfach auffallen. Und man muss auch rechtzeitig vorher darauf hinweisen und von daher sind wir der Ansicht, dass vieles hätte vermieden werden können wenn man da ganz strikt hingeschaut hätte.'"
  • Westfälische Nachrichten: Wieder ein Doktortitel weg (kv) "Die medizinische Fakultät hat erneut einem ihrer Absolventen den Doktortitel entzogen. Dies hat der Fachbereichsrat der Fakultät in seiner Sitzung am Dienstagabend beschlossen, wie Universitätssprecher Norbert Robers bestätigte. [...]
    Noch nicht entschieden ist, ob ein Professor, der zwei Arbeiten betreute, die bereits als Plagiate enttarnt wurden und deren Autoren ihre Titel abgeben müssen, bestraft wird. Dies hatte, wie berichtet, das Rektorat der Universität empfohlen.
    Der Fachbereichsrat der Medizinischen Fakultät fasste jetzt zunächst den Grundsatzbeschluss, dass der Dekan, aktuell Prof. Dr. Wilhelm Schmitz, in solchen Fällen Sanktionen verhängen kann. Es liegt nun in seinem Ermessen, ob dem betreffenden Professor Privilegien wie Boni, Personal, Räume oder der Zugang zu medizinischen Großgeräten entzogen werden."

23. Oktober 2015Bearbeiten

  • Universität Bonn: Pressemitteilung: Doktorgrad aberkannt. Fakultätsrat der Medizin sieht vorsätzliche Täuschung im Plagiatsfall als bestätigt an "Dekan Prof. Wernert erklärte: „Wissenschaft beruht auf Wahrhaftigkeit. Wer sich in der Arbeit, die eigentlich seine wissenschaftliche Qualifikation unter Beweis stellen sollte, nachweislich und massenhaft „mit fremden Federn schmückt“, hat den Doktorgrad nicht verdient.“ Darum sei die Entscheidung des Fakultätsrats konsequent und trage auch zum Erhalt der Glaubwürdigkeit der Wissenschaft bei. „Wir können zwar letztlich nicht verhindern, dass es zu Plagiaten kommt, aber wir können deutlich machen, dass es dafür keine Toleranz gibt. Unsere Botschaft ist eindeutig: Jeder, der der vorsätzlichen Täuschung überführt wird, muss mit dem Verlust seines Titels rechnen.“"

24. Oktober 2015Bearbeiten

  • General-Anzeiger: Plagiatsfall an der Medizin-Fakultät: Uni erkennt Doktorgrad ab (ga) "BONN. Der Fakultätsrat der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn hat jetzt in einem Plagiatsfall den Entzug des Doktorgrads beschlossen. Das teilte Dekan Professor Nicolas Wernert mit.
    Der Plagiatsverdacht habe sich bestätigt. Fakultätsrat und Promotionsausschuss waren zu der Überzeugung gelangt, dass der 2008 promovierte Mediziner vorsätzlich getäuscht hatte, indem er 'in massiver Weise nicht gekennzeichnete Textstellen anderer Autoren übernommen' hatte."

26. Oktober 2015Bearbeiten

  • Medical Tribune: Plagiiert wird schon seit Jahrhunderten (Cornelia Kolbeck) "Prominenten Doktoren wird vorgeworfen, bei ihrer Dissertation fremdes Wissen genutzt zu haben, ohne die Quelle korrekt anzugeben. Mancher Doktortitel wurde entzogen. Wie werden Plagiatsjäger eigentlich fündig? Auskunft gibt der Berliner Jurist und VroniPlag-Wiki-Aktivist Professor Dr. Gerhard Dannemann."

27. Oktober 2015Bearbeiten

  • General-Anzeiger: Uni äußert sich zu aberkanntem Doktortitel. In großem Umfang abgeschrieben (hok) "BONN. Wegen "vorsätzlicher Täuschung" hat der Fachbereichsrat der Medizinischen Fakultät in der ersten Sitzung des neuen Semesters einen Doktorgrad aus dem Jahre 2008 aberkannt . Der Doktorand hatte eine Arbeit zur Krankenhaushygiene vorgelegt - diese aber in großem Umfang heimlich bei anderen Autoren abgeschrieben.
    Dies war zuerst auf der privaten Internetplattform Vroniplag aufgefallen. Der Aberkennung waren eine intensive Prüfung unter Mitwirkung von externen Gutachtern und die Anhörung des Promovenden vorausgegangen."
  • Deutschlandradio Kultur: Plagiate: Doktoranden werden von Professoren betrogen (Stephan Hilsberg) "Erneut steht eine Bundesministerin am wissenschaftlichen Pranger. Dort finden und fanden sich immer wieder Prominente. Sie sind allerdings nur einige unter vielen weniger Bekannten, deren Doktorarbeiten Plagiatsjäger aufstöbern und nachträglich prüfen.
    Doch eigentlich geht es nicht um Doktoranden von gestern, die schlampig gearbeitet, gar getäuscht und betrogen haben, um zu einem akademischen Titel zu kommen. Es geht – vielmehr sollte gehen - um einen Wissenschaftsbetrieb, der betrogen werden will."

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