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Pressespiegel 2016Bearbeiten

6. Januar 2016Bearbeiten

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: Endlose Affäre: Plagiatsfall Mathiopoulos (Hermann Horstkotte) "Für einige Bonner Rechtsprofessoren sind die neuen Einzelbelege jedoch reine Erbsenzählerei. Sie werfen Mathiopoulos 'Täuschungsvorsatz' vor. Die Jury von 1991 hat Täuschungsabsicht zwar verneint, aber nach heutiger Ansicht der Universitätsleitung 'unter willkürlicher Bewertung der bekannten Zitierfehler'. Der Nachweis von 'Willkür' wäre unstrittig der für den Titelentzug notwendige neue Sachverhalt. Zu dem Vorwurf müssten die damalige Jury aber erst noch gehört werden, woran die Universität kein Interesse hat, da dies einen langwierigen Prozess gegen ehemalige Professoren wegen des Straftatbestandes der Willkür in Gang setzen würde. Hinzu kommt, dass das Votum der Jury von 1991 keineswegs zwingend, sondern nur eine 'vertretbare' Ermessensentscheidung gewesen sein muss. Das empört das Rechtsgefühl, ist aber darum nicht rechtswidrig."

8. Januar 2016Bearbeiten

  • DIE WELT: Prüfung der Doktorarbeit von Ursula von der Leyen dauert an (dpa/lni) "Gut drei Monate nach dem Start der Prüfung von Ursula von der Leyens umstrittener Doktorarbeit liegt noch kein Ergebnis vor. Die Ende September von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) eingesetzte Kommission für Gute Wissenschaftliche Praxis treffe sich etwa einmal pro Woche, sagte MHH-Sprecher Stefan Zorn der dpa. [...] Auf der Internetseite Vroniplag Wiki ist von Plagiatsfundstellen auf 27 von 62 Seiten der Dissertation die Rede."

23. Januar 2016Bearbeiten

  • Dresdner Neueste Nachrichten: TU Dresden wehrt sich gegen Schwindel mit Doktorhut (dpa) "Wirbel um eine fragwürdige Promotion mit Bezug zur Technischen Universität: "Die TU Dresden leitet gerade die nötigen praktischen und rechtlichen Schritte ein", um nicht länger mit einer Doktorarbeit von 2008 in Verbindung gebracht zu werden."

27. Januar 2016Bearbeiten

  • Hannoversche Allgemeine: Hat der Caritas-Chef bei der Doktorarbeit abgeschrieben? (Hermann Horstkotte, Conrad von Meding) "Gegenüber der HAZ erklärt Schubert nun, er habe der Deutschen Nationalbibliothek offenbar versehentlich eine frühe Zwischenfassung seiner Arbeit geschickt. Darin habe er zunächst viele Fundstellen wissenschaftlicher Quellen nur einkopiert, um sie später weiter bearbeiten zu können. Seine korrekte Arbeit hingegen liege in der Bibliothek der Comenius-Universität in Bratislava. Jetzt allerdings tauchen Kopien der in Bratislava hinterlegten Arbeit auf: Der HAZ liegen Fotos der aufwendig gebundenen und von Schubert unterschriebenen Fassung vor, die in ihrer Struktur und auf etlichen Textseiten wortgleich ist mit der Arbeit, die in der Deutschen Nationalbibliothek liegt. [...] Schubert hat gegenüber der HAZ jetzt die angeblich einzig echte Fassung seiner Doktorarbeit präsentiert."

28. Januar 2016Bearbeiten

  • Hannover caritas: Pressemitteilung: Plagiatsvorwürfe gegen Dr. Andreas Schubert (cke) "Vorstand des Caritasverbandes weist Anschuldigungen von sich und hat Überprüfungen veranlasst. [...] Um die aktuellen Vorwürfe aufzuklären bemüht sich Schubert derzeit, so schnell wie möglich, mit den Verantwortlichen an der Comenius Universität in Bratislava einen Termin vor Ort wahrzunehmen und die Vorgänge persönlich zu klären."

29. Januar 2016Bearbeiten

  • Hannoversche Allgemeine (Nr. 24, S. 14): Plagiatsvorwurf: Bibliothek sperrt Doktorarbeit (Hermann Horstkotte, Conrad von Meding) "Die Deutsche Nationalbibliothek hat die umstrittene Doktorarbeit des hannoverschen Caritas-Chefs in dieser Woche 'dauerhaft gesperrt'. Das geht aus einem Schreiben des Justiziars der Bibliothek hervor, das dieser Zeitung in Kopie vorliegt. Weil die Bibliothek keine Werke löschen darf, sind die Speicherdaten geändert worden: Das Dokument wird nicht mehr als Dissertation geführt, der offenkundig falsche Herkunftsvermerk 'Dresden, Bratislava' wurde ersetzt. Die Arbeit ist ausschließlich in Bratislava angenommen worden, die Dresdner Universität hat sich von der Nennung inzwischen öffentlich distanziert."

2. Februar 2016Bearbeiten

  • Dresdner Neueste Nachrichten (Nr. 27, S. 11): Nach TU-Veto: Doktorarbeit im „Giftschrank“. Nationalbibliothek sperrt fragwürdige Arbeit (Hermann Horstkotte) "Eine angeblich internationale Doktorarbeit an der TU Dresden und der Comenius Universität in Bratislava (Slowakei) über die deutsche Krankenhausfinanzierung - in Wirklichkeit aber eine plagiatverseuchte Pfuscharbeit - hat die bundesweit zuständige Deutsche Nationalbibliothek (DNB) jetzt aus dem Verkehr gezogen. Darauf hatte ein Sprecher der TU (zuerst in dieser Zeitung am vergangenen Wochenende) gedrungen, nachdem zahlreiche Plagiatsstellen auf der Internetplattform Vroniplag Wiki dokumentiert wurden. Die Arbeit ist jetzt in einem „Giftschrank“ der DNB weggesperrt, wie ihr Justiziar sagt."

8. Februar 2016Bearbeiten

  • iDNES.cz: Lovci plagiátů děsí německé elity. Opsaná práce prošla i ve Zlíně, tvrdí (Michal Bělka) (dt. Google-Übers.) "Jedna z německých plagiátorských kauz má i české pozadí. Na Univerzitě Tomáše Bati ve Zlíně prošla v roce 2008 disertační práce, v níž se podle serveru Vroniplag opisovalo na 27 stránkách z 65. Autorem práce je vysoce postavený úředník Martin S., který pracuje na vládním prezidiu v německém Stuttgartu. [...] Baťova univerzita kauzu po letech důkladně přezkoumala, podle rektora Petra Sáhy je závažná. 'V tuto chvíli bohužel nemůžeme nic dělat. Neexistuje zákonná cesta, jak na univerzitě v České republice odebrat titul,' konstatoval rektor. Nový vysokoškolský zákon sice školám zpětné zrušení diplomu umožní, ale nejpozději do tří let po promoci. Martin S. a další absolventi, za jejichž studia nebyly k dispozici moderní protiplagiátorské systémy, se tedy nemusí bát."

13. Februar 2016Bearbeiten

  • DER SPIEGEL (Nr. 7, S. 26): Füße im Sand (Markus Feldenkirchen und Gordon Repinski) "Wer hier in Bahrain Ende vergangenen Jahres Zeuge dieser Ordnung und Selbstdisziplin wird, kann kaum glauben, dass seit September eine Affäre über von der Leyen schwebt, die viel mit Unordnung und Disziplinlosigkeit zu tun hat. Experten der Medizinischen Hochschule Hannover analysieren seither ihre Doktorarbeit, in der sie - man kann es nicht netter sagen - hemmungslos herumgeschludert hat. Bald wird die Kommission der Uni verkünden, ob sie Ursula von der Leyen den Doktortitel entzieht. Sie, das vermeintliche Vorbild an Selbstdisziplin, könnte dann eine Gemeinsamkeit mit eher windigen Herrschaften wie Karl-Theodor zu Guttenberg oder Jorgo Chatzimarkakis haben. Und sie, die immer sehr klare Vorstellungen davon hatte, wie was zu sein hat, ist seit Monaten mit einer Lage konfrontiert, in der vieles nicht so ist, wie es sein soll. Selbst wenn sie ihren Titel behalten sollte, wird der Blick auf sie in Zukunft möglicherweise ein anderer sein."


18. Februar 2016Bearbeiten

  • DIE ZEIT (Nr. 9, S. 65): Die Zeitbombe von Hannover. Warum die Wissenschaft Politiker nicht zum Rücktritt zwingen darf (Thomas Kerstan) "Muss von der Leyen im Falle des Titelentzugs von ihrem Amt zurücktreten? Bislang gilt dieser Automatismus. Doch damit muss jetzt Schluss sein, denn er lädt selbst ernannte Hüter der Wissenschaft ein, demokratisch gewählte Politiker aus dem Amt zu kegeln. [...] Es ist misslich, dass demokratisch legitimierte Politiker derart den Unwägbarkeiten des Wissenschaftsbetriebs ausgeliefert sind, in dem - nicht frei von Willkür - mal so und mal so über akademische Leistungen geurteilt wird. Deshalb ist ein Titelentzug kein Rücktrittsgrund, wenn sich ein gewählter Volksvertreter sonst nichts zuschulden kommen lässt. Der Souverän sollte da souverän sein. [...] Und man sollte nicht übertreiben: Ein Zitierfehler ist keine Falschaussage, eine vergessene Fußnote kein Plagiat."
  • NDR.de: Plagiatsvorwürfe gegen Backhaus: Uni reagiert "Dannemann gehört zum Netzwerk VroniPlag Wiki, das schon verschiedene Ungereimtheiten bei Doktorarbeiten aufdeckte. An der Dokumentation zur Backhaus-Promotion war VroniPlag Wiki jedoch nicht beteiligt."

19. Februar 2016Bearbeiten

  • Neues Deutschland: Fußnoten ohne Seitenzahlen. Velten Schäfer über zwei schwebende Politiker-Plagiatsaffären (Velten Schäfer) "Auch von der zweifelhaften Dissertation der Verteidigungsministerin hat man lange nichts mehr gehört. Dabei sollte die Überprüfung in Hannover längst abgeschlossen sein. Was jetzt auf keinen Fall einreißen darf, ist eine Haltung des »es gibt doch Wichtigeres«. Fortgesetzt beschädigt dieses Land eine seiner stärksten Marken: den deutschen Doktor. Das muss endlich aufhören."

22. Februar 2016Bearbeiten

23. Februar 2016Bearbeiten

  • VG Kassel: Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel "Der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, Dr. Wolfgang Dippel, hat am 19.02.2016 beim Verwaltungsgericht Klage gegen die Entscheidung der Universität Kassel erhoben, ihm den durch die Universität – damals Gesamthochschule Kassel – verliehenen Grad eines Doktors der Politikwissenschaft zu entziehen. Aktenzeichen: 4 K 274/16.KS"

24. Februar 2016Bearbeiten

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: Amtsversteck: Kuriose Plagiatsvertuschung (Hermann Horstkotte) "Auch wenn die Universitäten den Titel nicht immer aberkennen, muss der Betroffene einen Verlust an Glaubwürdigkeit und sozialer Anerkennung befürchten. Zur Schadensbegrenzung in eigener Sache startete jetzt der Chef eines kirchlichen Wohlfahrtsverbandes einen ungewöhnlichen Vertuschungsversuch: Er beantragte bei der Deutschen Nationalbibliothek (DNB), der amtlichen Sammelstelle deutscher Publikationen, seine Dissertation „dauerhaft zu sperren“. Die DNB gab dem Wunsch statt. Wissenschaftsbetrug ist für sie offenbar kein Problem."
  • fuldainfo: Dippel kämpft um seinen Doktortitel "Wie Dippel gegenüber fuldainfo erklärte, sei man bei der Bewertung des Sachverhaltes unterschiedlicher Meinung. Deshalb habe er sich dazu entschieden Widerspruch zu erheben und Klage gegen die Entscheidung der UNI-Kassel einzulegen. Er sei an an einer sachliche Aufklärung sehr interessiert, so Dippel."
  • hessenschau.de: Staatssekretär Dippel klagt gegen Doktortitel-Entzug (Michael Przibilla [hr-iNFO], hessenschau.de/clar, dpa/lhe) "Dippel beruft sich darauf, dass die Kritikpunkte an seiner wissenschaftlichen Arbeit dem Prüfungsgremium schon vor der Vergabe des Doktortitels bekannt gewesen seien. [...] Auf Nachfrage von hessenschau.de sagte eine Sprecherin der Uni, Dippel habe im vergangenen August Widerspruch gegen die Entscheidung der Universität eingelegt. Daraufhin habe der Promotionsausschuss geprüft, 'ob dieser schwerwiegende neue Tatsachen oder Argumentationen enthält, die möglicherweise eine grundsätzlich neue Sicht auf das Verfahren ergeben', wie die Sprecherin sagte. Das sei nach Auffassung des Promotionsausschusses nicht der Fall. Der Bescheid über den zurückgewiesenen Widerspruch sei Dippel Ende Januar zugestellt worden, sagte die Uni-Sprecherin."
  • Osthessen News: Weiter Tauziehen um Doktortitel. Uni Kassel will Doktortitel entziehen - Dr. Wolfgang Dippel geht vor Gericht (Christian P. Stadtfeld) "'Ich bin nach wie vor an einer sachlichen Aufklärung interessiert', sagt Sozial-Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel (CDU) am Dienstagabend zu OSTHESSEN|NEWS. [...] Von der Uni Kassel heißt es aber: 'Der Präsident hat den Widerspruch zurückgewiesen.' Dr. Dippel hatte gegen die Entscheidung der Universität, ihm den Doktorgrad zu entziehen, im vergangenen Jahr Widerspruch eingelegt. [...] Dr. Dippel und seine Anwältin wollen die Aussagen jetzt bewerten. Er habe sich definitiv nichts vorzuwerfen, weder wissentlich noch vorsätzlich einen Fehler bei der Abfassung der Promotion begangen zu haben, hieß es. [...] Er kündigte an: 'Ich lasse nicht locker, sondern werde eine Klage beim Verwaltungsgericht in Kassel auf den Weg bringen.'"
  • Frankfurter Rundschau: Staatssekretär klagt gegen Doktortitel-Entzug (dpa) "Der hessische Sozial-Staatssekretär Wolfgang Dippel (CDU) kämpft gegen die Plagiatsvorwürfe rund um seine Doktorarbeit. Nun klagt er gegen die Entscheidung der Universität Kassel, ihm den Doktortitel abzuerkennen, wie das Verwaltungsgericht mitteilt."

25. Februar 2016Bearbeiten

  • Deutschlandradio Kultur: Tricksen, täuschen, fabulieren. Betrug in der Wissenschaft (Susanne Billig, Petra Geist) "Andere Plattformen schaffen Transparenz durch frei zugängliche Dokumentationen. Bei 'arXiv' können Forscherinnen und Forscher ihre Ergebnisse direkt präsentieren und sich einer öffentlichen Debatte stellen. 'VroniPlag' untersucht deutsche Dissertationen auf geklaute Passagen. Und 'PubPeer' bietet allen ein Forum, die auf die Schwächen publizierter Aufsätze hinweisen möchten – manchmal mit echten Konsequenzen."

27. Februar 2016Bearbeiten

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: Der Fall Guttenberg und die Lehren (Marlene Hartz, Marvin Milatz) "Zuletzt haben die Plagiatsjäger nicht mehr nur die Arbeiten von Politikern und Berühmtheiten ins Visier genommen, sondern eher die von Wissenschaftlern. „Viele von ihnen betreuen heute selbst Doktoranden“, sagt Dannemann. „Für die Qualität der Wissenschaft ist das fatal.“ Die Rechercheure von „VroniPlag“ deckten in den vergangenen fünf Jahren mehrere Dutzend Plagiate von heutigen Wissenschaftlern auf. Besonders viele Fälle meldeten sie an das Universitätsklinikum Charité in Berlin und an die Uni Münster."

28. Februar 2016Bearbeiten

  • Tagesspiegel (S. 8): Die ewigen Jagdgründe [tlw. online u.d.T. Guttenbergs Jäger machen weiter] (Torsten Hampel) "Hochschulen ermitteln nach Hinweisen oft nur schleppend. Wer nach dem Stand der Dinge von Verfahren fragt, die auf Vroniplag-Dokumentationen zurückgehen, bekommt oft keine Antwort. Wenn doch, heißt es, man könne leider nichts sagen, das Verfahren laufe noch, oder es seien Persönlichkeitsrechte betroffen.
    In Berlin beobachten sie bei Vroniplag verschiedene Arten des Umgangs mit gemeldeten Plagiaten. Eine der großen Universitäten bemühe sich sehr, ihre eigenen Regeln dafür einzuhalten. Eine andere kommuniziere nicht mit Vroniplag, bei der dritten sei man so besorgt um vermeintlichen Datenschutz, dass sich die Plagiatsjäger fragen, wer da eigentlich geschützt werden soll und wovor. [...]
    Die Plagiatsjäger und die Verantwortlichen in den Hochschulen, so scheint es, leben in zwei weit voneinander entfernten Welten. Die einen wollen eine saubere Wissenschaft, die anderen haben stets abzuwägen. Sie haben etwas zu verlieren – unter anderem ihren Ruf. In einem jedoch gleichen sich beide: Ihr Interesse an Öffentlichkeit ist nicht besonders groß."

3. März 2016Bearbeiten

  • DIE ZEIT / Chancen Brief: Dreifache Widerrede [zum ZEIT-Artikel von Thomas Kerstan vom 18.02.2016] (Peter Gaehtgens) "1. These: [...] Die Voraussetzungen für einen Doktortitel gelten auch für prominente Politiker.
    2. These: [...] Der Doktortitel ist ein akademisches Leistungsattest, kein Adelsprädikat. Im Prüfverfahren der Universität geht es nur um den Vorwurf wissenschaftlichen Fehlverhaltens. Die Übernahme von Texten anderer Autoren ohne deren Nennung ist eine Form wissenschaftlichen Fehlverhaltens. Sie widerspricht auch der eidesstattlichen Erklärung, die jeder Doktorand mit der Dissertation vorlegen muss – auch schon vor 30 Jahren. Mit ihrer Prüfung kommt die Universität ihrer Verantwortung für wissenschaftliche Integrität und akademische Redlichkeit nach. Dabei muss die Position des Beschuldigten in der Gesellschaft, seine demokratischen oder sonstigen Legitimation unberücksichtigt bleiben [...]
    3. These: [...] Wissenschaftliches Fehlverhalten als solches ist rechtlich gesehen kein Delikt. Es handelt sich hier um eine Verhaltenskategorie, die nicht an staatlichen Vorschriften, sondern an gesellschaftliche Normen für das gemessen wird, was sich gehört und was nicht."
  • Deutsche Welle: Wenn der Staat die Telefonsex-Rechnung zahlt (Kay-Alexander Scholz) "Der Fall Beck ist nur das jüngste Beispiel für einen Rücktritt. Andere mogelten bei der Doktorarbeit, hatten die falschen Amigos oder schäkerten auf Landtagskosten. Politiker und ihr Karriereende - ein Überblick.
    [...] Das Medium Internet schaffte eine neue Qualität bei der Aufklärung von Skandal-Geschichten. 'VroniPlag' sorgte dafür, dass Politiker mit einem akademischen Titel in die Schusslinie gerieten. Seit 2011 durchsucht der Webanbieter Dissertationen auf ihren Anteil von nicht gekennzeichneten Copy-und-Paste-Passagen.
    Prominentestes Beispiel ist der 'falsche Doktor' Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Auch die FDP-Politiker Silvana Koch-Mehrin und Jorgo Chatzimarkakis mussten aus demselben Grund auf ihrer politischen Laufbahn einen Zwangsstopp einlegen."

9. März 2016Bearbeiten

  • Presseinformation Medizinische Hochschule Hannover: Promotionsüberprüfung: MHH bestätigt Doktortitel für Ursula von der Leyen "Der Senat der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat in seiner heutigen Sitzung mehrheitlich entschieden, Dr. med. Ursula von der Leyen ihren Doktortitel nicht abzuerkennen. Damit folgt der Senat der Empfehlung der Kommission für Gute Wissenschaftliche Praxis (GWP) an der MHH. [...]
    Übereinstimmend stellten die Kommission und der Senat Mängel fest. Konkret geht es dabei um Fehler in der Form von Plagiaten, also um die Übernahme fremder Textpassagen, ohne die Originalautoren korrekt zu kennzeichnen. Die Kommission und der Senat kamen jedoch zu dem Schluss, dass das Muster der Plagiate nicht für eine Täuschungsabsicht spricht.
    'Die zuständigen Gremien der MHH haben sorgfältig, objektiv, ergebnisoffen und ohne Ansehen der Person geprüft. Es wurden Fehler festgestellt, allerdings kein Fehlverhalten', betonte Professor Dr. Christopher Baum, Präsident der MHH. 'Es gibt keine Anhaltspunkte für eine bewusste Täuschung.' "
  • NDR: Von der Leyen darf Doktortitel behalten "Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) darf ihren Doktortitel weiter führen. Der Senat der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat sich mehrheitlich mit sieben zu einer Stimme bei einer Enthaltung dafür entschieden, ihr den Titel nicht abzuerkennen. Bei der monatelangen Prüfung der Dissertation seien klare Mängel in der Form von Plagiaten festgestellt worden, sagte MHH-Präsident Prof. Christopher Baum bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. 'Es handelt sich um Fehler, nicht um Fehlverhalten. Das ist ein klarer Unterschied.' Es habe keine Anhaltspunkte für eine bewusste Täuschung gegeben. Zudem kam die Prüfkommission zu dem Schluss, dass von der Leyen mit ihrer Arbeit neue wissenschaftliche Erkenntnisse im Bereich der Geburtshilfe geliefert hatte."
  • Stuttgarter Nachrichten: Musterschülerin mit Makel (dpa) "Jetzt geht es darum, ob sie ihn [ihren Doktortitel] behalten darf. Eine schwere Entscheidung für die Hochschule, denn von der Leyen ist nicht nur prominent und ihr Fall seit Monaten in den Schlagzeilen. Für die Hochschule geht es auch um die eigene Glaubwürdigkeit, um den Wert der Wissenschaft.
    'Wir haben sorgfältig, objektiv und ohne Ansehen der Person geprüft', betont Christopher Baum, Präsident der MHH. Dieser Satz ist auch von Bedeutung, weil die Familie von der Leyen bis heute enge Beziehungen zur Hochschule pflegt. Die Arbeit wurde deshalb von externen Gutachtern geprüft. Die Entscheidung ist eindeutig. 'Der Senat entschied vor etwa einer halben Stunde mit 7:1, den Titel nicht abzuerkennen', sagt Baum.
    Ein Persilschein für die siebenfache Mutter, Top-Abiturientin und stetige Musterschülerin ist die Entscheidung aber nicht. Denn die 1990 mit der Note 1,0 bewertete Arbeit enthält Mängel und auch Plagiate, im wesentlichen in der Einleitung. 'Das sind Fehler, für die Frau von der Leyen als Autorin verantwortlich ist', betont Baum."
  • Der Tagesspiegel: Ursula von der Leyen darf Doktortitel behalten (Tilmann Warnecke, Amory Burchard) "Als der Plagiatsvorwurf Ende September vergangenen Jahres öffentlich bekannt wurde, hatte Leyen Fehler noch abgestritten. In einem schriftlich verbreiteten Statement gab Leyen am Mittwochabend zu: 'Teile meiner damaligen Arbeit entsprechen nicht den Maßstäben, die ich an mich selber stelle.' [...] Unter den Plagiatssuchern von „VroniPlag Wiki“ herrschte am Mittwoch Unverständnis über die Entscheidung. So hält Gerhard Dannemann, Jura-Professor an der Humboldt-Universität, die Begründung der MHH für problematisch. 'Sie stellt Plagiate fest, das soll aber kein Fehlverhalten sein: Das ist ein Widerspruch in sich', sagte Dannemann dem Tagesspiegel auf Anfrage. Es widerspreche auch geltendem Recht, bei 32 festgestellten Plagiaten auf 62 Seiten ein systematisches Vorgehen pauschal zu verneinen. Vielleicht habe die MHH sich für 'diese Verbiegung der Rechtslage' entschieden, um ihre Betreuung und Leyen vor Kritik zu schützen. 'Es ist nicht davon auszugehen, dass Leyen gegen die Entscheidung klagen wird.' Dass die Uni einen 'wissenschaftlichen Kern' der Arbeit von den Plagiaten abspalte, sei ebenfalls mit der geltenden Rechtsprechung nicht vereinbar."
  • BILD.de: Von der Leyen darf Doktortitel behalten. Summa cum Schwein gehabt, Frau Doktor! (Michael Nicolay, Hanno Kautz) "Die gute Nachricht erreichte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (57, CDU) gestern unter der Sonne Kaliforniens: Trotz handwerklicher Fehler in ihrer 26 Jahre alten Dissertation darf sie ihren Doktortitel behalten.
    Damit endete für von der Leyen ein monatelanger Nervenkrieg. Bereits im August 2015 hatte die Ministerin erfahren, dass ihr Plagiatsjäger auf den Fersen sind, in einer Arbeit stöbern, die sie 1990 verfasst hatte und die mit „magna cum laude“ (sehr gut) bewertet wurde.
    Sie hätte zu Hause in Hannover erst einmal selbst nach der Arbeit suchen müssen. Dann der Schreck: Auf den ersten Blick sei ihr aufgefallen, dass sie unsauber gearbeitet habe, erzählte von der Leyen später Vertrauten. Und sie entschied, ihre Hochschule um die offizielle Prüfung ihrer Arbeit zu bitten – und sich dann nicht weiter einzumischen.
    Kein leichtes Unterfangen, Zweifel blieben. Denn: Von der Leyen verfügt über exzellente Drähte zu ihrer alten Hochschule. Ihr Ehemann arbeitet dort, ist Arzt und Dozent in Hannover."
  • BILD.de: Post von Wagner. Liebe Dr. Ursula von der Leyen, (Franz Josef Wagner) "herzlichen Glückwunsch, dass Sie Ihren Doktor-Titel behalten dürfen. Auch wenn Sie ihn verloren hätten, wäre ich auf Ihrer Seite.
    Stellen wir uns eine Waage vor. Auf der einen Seite liegt die schlampige Doktor-Arbeit der Studentin Ursula. Auf der anderen Seite liegt Ihr Leben danach. Wohin neigt die Waage?
    Vor 26 Jahren waren Sie nicht die Verteidigungsministerin. Sie nahmen bei Ihrer Doktor-Arbeit nicht alles genau. Sie waren da schon Mutter. Sie waren eine Frau zwischen Windeln und Doktor-Arbeit.
    Wann hat es jemals in Deutschland eine Frau gegeben mit sieben Kindern und so einer Power? Ob mit Doktor oder ohne Doktor. Der Doktor-Titel ist mir scheißegal. Der Mensch ist wichtig."
  • schwäbische.de: Schluss mit den Albernheiten (Markus Riedl) "Kommentar/sz Ursula von der Leyen dürfte aufgeatmet haben. Der Verteidigungsministerin bleibt nicht nur eine persönliche Niederlage erspart. Auch die politischen Wirren, die eine Aberkennung des Doktortitels ausgelöst hätte, dürften ausbleiben. [...]
    Nun sind aber die Plagiatsjäger die Gelackmeierten – und das völlig zurecht. Plattformen wie Vroniplag Wiki geben vor, im Sinne einer sauberen Wissenschaft Doktorarbeiten zu überprüfen und Unregelmäßigkeiten bei der Zitierung nachzuweisen. Doch um wissenschaftliche Standards dürfte es den meist anonymen Saubermännern nicht immer in erster Linie gehen, sondern auch um politisches Kalkül. [...]
    Die Plagiatsjäger, deren Eignung zur Überprüfung einer wissenschaftlichen Arbeit im Übrigen niemand nachgewiesen hat, wollen sich vielmehr als Enthüller vermeintlich finsterer Machenschaften inszenieren und Politiker in einer leicht erregbaren, dauermoralisierenden Öffentlichkeit an den Pranger stellen.
    Gut, dass die Medizinische Hochschule Hannover dieses Spielchen nicht mitgemacht hat und zwar auf Mängel in der Arbeit hinwies, den Doktortitel aber nicht entzog. Denn es ist Zeit, dass die infantilen Plagiats-Albernheiten endlich aufhören."
  • Financial Times: German minister beats plagiarism charge (Stefan Wagstyl) "Ursula von der Leyen, German defence minister, can breathe a sigh of relief after an official inquiry into claims that she plagiarised her doctorate found that her transgressions were not serious enough for her to forfeit her PhD.
    After six months of investigation, Hanover Medical School announced on Wednesday that 57-year-old Ms Von der Leyen could retain the doctorate she acquired at the university in 1991 for research in gynaecology. Christopher Baum, school president, said: 'There were mistakes, but there was no misconduct.'
    The decision removes a cloud over chancellor Angela Merkel’s cabinet at a time when the government is under huge pressure in the refugee crisis and is nervously awaiting elections this Sunday in three of Germany’s 16 regions."
  • Spiegel Online: Plagiatsvorwurf: Hochschule entscheidet noch am Mittwoch über von der Leyens Doktortitel (Heike Klovert) "Darf Ursula von der Leyen ihren Doktortitel behalten? Am frühen Mittwochabend verkündet die Medizinische Hochschule Hannover ihre Entscheidung. Für die Ministerin steht viel auf dem Spiel - politisch wie persönlich. [...]
    Ursula von der Leyen hat die Plagiatsvorwürfe zurückgewiesen und schweigt seither beharrlich zu dem Thema. Sollte sie nun ihren Titel verlieren, wäre es eine harte persönliche Niederlage für die 57-jährige CDU-Politikerin. Außerdem gibt es auf Bundesebene bisher keinen Spitzenpolitiker, der im Amt blieb, nachdem ihm der Doktortitel entzogen worden war.
    Vorsorglich hat sich bereits Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hinter ihre Verteidigungsministerin gestellt. [...]
    Allerdings legte von der Leyen lange auch viel Wert auf ihre wissenschaftliche Karriere. Sie kommt aus einer Familie, in der universitäre Abschlüsse etwas zählen."

10. März 2016Bearbeiten

  • NDR.de: Netzspott für die Titelverteidigungsministerin "Gut abgeschrieben ist halb promoviert? Nach monatelanger Prüfung hat die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) am Mittwoch entschieden, dass Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) trotz handwerklicher Fehler ihren Doktortitel behalten darf. Für die MHH und die Ministerin selbst ist die Affäre nun beendet. Nicht so für viele Twitter-Nutzer. [...]
    Während die Twitter-Nutzer über von der Leyen spotten, reagieren die Nutzer auf Facebook oft zornig: 'Schöner Politikerbonus!... Bei jedem Anderen wäre da nicht so entschieden worden, da bin ich mir sicher', schreibt ein Nutzer. Und: 'Das ist doch ein Schlag ins Gesicht für alle, die hart gearbeitet haben, um den Doktortitel zu erhalten - finde ich.'"
  • FAZ.NET: Doktorspiele. Von der Leyen und Plagiat (Reinhard Müller) "Die Medizinische Hochschule Hannover hat Verteidigungsministerin von der Leyen bescheinigt, ihre Dissertation sei zwar mängelbehaftet, aber keine Täuschung. [...] Man wüsste allerdings gern, wie die Hochschule zu ihrem Schluss gekommen ist. Warum müssen ausgerechnet Plagiatsprüfer ihre Quellen nicht offenlegen?"
  • Berliner Morgenpost: Fehler, aber kein Fehlverhalten (Alexander Kohnen und Philipp Neumann) "Ein nüchterner Hörsaal, weiße Wände, roter Fußboden. Die Herren, die am Mittwoch um kurz nach 18 Uhr den Raum betreten, machen es spannend. [...] Man habe "klare Mängel festgestellt", sagt Hochschulpräsident Baum, vor allem in der Einleitung. "Fehler, für die die Autorin verantwortlich ist." Er nimmt sogar das Wort "Plagiat" in den Mund. [...] Es war die erste prominente medizinische Doktorarbeit, die auf Plagiate überprüft wurde. Karl-Theodor zu Guttenberg, Annette Schavan und Frank-Walter Steinmeier, die drei anderen Bundesminister, die bisher unter Plagiatsverdacht geraten waren und ihre wissenschaftlichen Werke überprüfen lassen mussten, waren Juristen oder Pädagogin."
  • Cicero Online: Wir Bildungsverweigerer (Alexander Kissler) "Die Plagiatsaffäre um Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen bestätigte einmal mehr, dass Bildung als Lifestyleaccessoire geschätzt wird, im Ganzen aber lässlich ist. Ursula von der Leyen hat in ihrer medizinischen Dissertation gestohlen. Sie gab fremdes geistiges Eigentum als ihr eigenes aus, sie schmückte sich mit fremden Federn – nichts anderes besagt der Begriff Plagiat. [...] Bei Bildung [...], so die gemeinsame Botschaft von Merkel und von der Leyen, kann man fünf gerade sein lassen, da dürfen die Grenzen von Mein und Dein verschwimmen. Bildung, heißt das, darf gestohlen und erschummelt und vorgetäuscht werden. Bildung ist das Potemkinsche Dorf der Berliner Flegelrepublik. [...] So lange der öffentliche Diskurs in Politik und Gesellschaft, Staat und Wirtschaft den Eindruck vermittelt, Bildung sei das, was man weg lassen könne, ein Luxusgut für Besserdenkende, ein Entspannungsbad für Fremdgedankengebärende – solange bleibt die Bildungsrepublik Deutschland eine Chimäre weit hinten am Horizont."
  • ZEIT ONLINE: Freispruch aus Mangel an Beweisen (Hermann Horstkotte) "Die Entscheidung pro Ursula von der Leyen ist nicht überraschend, vertretbar wäre aber auch eine andere gewesen. [...]
    Verlieren die Plagiatsjäger ihre Glaubwürdigkeit
    Nein. Mit der Hannoveraner Entscheidung pro von der Leyen sind die Plagiatsforscher um das VroniPlag Wiki in ihrer Glaubwürdigkeit überhaupt nicht widerlegt. Auch die Hochschule Hannover hat offensichtlich mehrere Textpassagen entdeckt, die ohne Kennzeichnung übernommen wurden. Mit den Sanktionen haben die Plagiatsjäger dann nichts mehr zu tun. [...]
    Kommen Plagiatoren also künftig davon? [...] Verblüffend ist die Argumentation der Hochschule in Hannover, die von der Leyen zugute hält, dass 'handwerkliche Fehler sich im Wesentlichen auf den Einleitungsteil der Arbeit' beschränken. Demgegenüber wurden 'im zentralen Ergebnisteil der Dissertation', also bei den hard facts der Untersuchung, 'keine Mängel festgestellt'. Ob diese Unterscheidung und dieses Verständnis von Wissenschaft wirklich dem Kampf gegen das Plagiatsunwesen dient, darf bezweifelt werden."
  • Süddeutsche Zeitung: Wer abschreibt, muss den Titel abgeben (Roland Preuß) "Die Entscheidung der Medizinischen Hochschule Hannover trifft eine verbreitete Stimmung, ist aber falsch. [...] [D]ie Begründung der Hochschule ist fragwürdig. Sie spricht von Plagiaten in der Arbeit, will aber kein Fehlverhalten feststellen. Sie spricht von Mängeln, die aber dadurch geheilt würden, dass von der Leyen mit ihrer Arbeit Neues zutage gefördert habe. Damit legt sie andere Maßstäbe an als andere Hochschulen, die in ähnlich gelagerten Fällen den Doktortitel aberkannt haben. Wer abschreibt muss den Titel abgeben, egal in welchem Teil der Arbeit er plagiiert hat und egal, welche Erkenntnisse er gewinnt. So war es im Fall der einstigen Bildungsministerin Annette Schavan, so haben es die Gerichte vielfach bestätigt. [...] Eine indirekte Aufweichung wissenschaftlicher Standards [...] ist falsch."
  • SPIEGEL ONLINE:
    • Ursula von der Leyen: So reagieren Wissenschaftler auf das Plagiatsurteil (Kristin Haug) "Dass die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) der Verteidigungsministerin ihren Doktortitel nun nicht aberkannt hat, überrascht Weber-Wulff: 'Die Hochschule hat festgestellt, dass Ursula von der Leyen plagiiert hat. Dass sie darin kein Fehlverhalten sieht, wundert mich.' Auch der Berliner Juraprofessor Gerhard Dannemann, der ebenfalls auf VroniPlag Wiki Plagiate aufdeckt, ist irritiert: '[...] [D]ass 32 anerkannte Plagiate auf 62 Seiten Doktorarbeit kein Fehlverhalten sein sollen, kann ich nicht nachvollziehen.' Auch das Argument der Kommission, dass ja 'nur' in der Einleitung plagiiert worden sei, lässt er nicht gelten. Zudem seien in der Dissertation nicht nur dort, sondern auch bei der Diskussion der Ergebnisse handfeste Plagiate dokumentiert worden, so Dannemann. [...] Der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger, erkennt in den Plagiatsvorwürfen gegenüber Politikern wie Annette Schavan oder Ursula von der Leyen auch etwas Positives: 'An den Schulen schärfen diese Fälle die Aufmerksamkeit dafür, wie man ordentlich und sauber mit fremdem geistigem Eigentum umgeht.'
    • Medizin-Promotionen: Gebt mir den Doktortitel, ich bin Arzt (Verena Töpper) "VroniPlag Wiki hat in mehr als 90 medizinischen Dissertationen Plagiate dokumentiert. Bei einzelnen Arbeiten seien alle Seiten plagiiert, sagt Dannemann. 'Da werden Plagiate von Plagiaten von Plagiaten eingereicht. Und die Ursprungsarbeit ist die Habilitationsschrift des jeweiligen Betreuers, der nicht gemerkt haben will, dass von ihm abgeschrieben wurde.' So etwas gebe es in keinem anderen Fach. 'In der Medizin gibt es Bereiche, in denen jede Qualitätskontrolle ausgeschaltet zu sein scheint.'"
    • Plagiatsaffäre: Vorteil von der Leyen (Melanie Amann) "Jetzt ist es offiziell: Ursula von der Leyen hat plagiiert. [...] Wer kein Experte für wissenschaftsrechtliche Regularien ist, wundert sich da schon. Wie kann man unabsichtlich abschreiben? Wieso ist ein Plagiat kein Fehlverhalten? Und wieso haben die Prüfer unterschieden zwischen Fehlern in wichtigen und in unwichtigen Teilen der Dissertation?"
  • TAZ.de: Die falsche Entscheidung (Ralf Pauli) "Die Verteidigungsministerin darf ihren Doktortitel zu Unrecht behalten. Die Autonomie der Hochschulen geht zu weit.
    [...] Solange weder Prüfungskommissionen noch Hochschulleitungen transparent machen, wie und anhand welcher Kriterien sie zu ihrer jeweiligen Entscheidung kommen, sind Plagiatsaffären politische Überraschungseier. Mit dem Unterschied, dass die Beschenkten diejenigen kennen, die ihre Eier befüllen. Das muss sich ändern.
    So sinnvoll die Autonomie der Hochschulen in vielen Punkten ist, hier verstärkt sie ein Willkür- und Vetternsystem, das niemandem nützt: Nicht den PolitikerInnen, die offensichtlich verschont werden sollen, nicht der Wissenschaft, die sich lächerlich macht, und nicht denen, die ernsthaft forschen und für die eine Doktorarbeit mehr ist als ein reines Karrieresprungbrett."
  • Telepolis: Von der Leyen hat nur "handwerklich" in der Doktorarbeit geschlampt (Florian Rötzer) "Die Medizinische Hochschule Hannover hat wie erwartet entschieden und sieht in der Dissertation der Ministerin nur Fehler, aber kein Fehlverhalten [...]
    Ein halbes Jahr hatte die Universität geprüft, was auf VroniPlag an Plagiaten für alle nachvollziehbar nachgewiesen wurde. Dass von der Leyen nicht korrekt gearbeitet hat, lag für jeden auf der Hand, es ging darum, wie das wissenschaftliche Fehlverhalten bewertet wird. Das betrifft nicht nur die einzelne Arbeit, sondern stellt heraus, wie die Universität die Anerkennung wissenschaftlicher Arbeiten handhaben will, letztlich auch, was eine Doktorarbeit der MHH wert ist und wie frei die Hochschule von politischem Druck entscheidet.
    Bei medizinischen Doktorarbeiten mit meist geringem Umfang werden vielfach die Augen zugedrückt. Auch wenn nicht alle Mediziner die Mühe auf sich nehmen, eine Doktorarbeit zu verfassen, ist allseits bekannt, dass viele, wenn auch beileibe nicht alle Arbeiten weder wissenschaftlich Neues bieten noch den Standards von Dissertationen an anderen Fakultäten entsprechen. Das ist Tradition, [...]
    Die Hochschule attestiert jedenfalls der Ministerin angeblich ohne Ansehen der Person, es habe sich 'überwiegend' um keine bewusste Täuschung gehandelt. Man spricht lieber von einer 'handwerklich nicht sauberen Arbeitsweise'. Auf die müssen sich nun alle berufen dürfen, die an der MHH eine Doktorarbeit geschrieben haben oder noch verfassen wollen. Sie müssen nur kundtun, die Copy&Paste-Passagen seien halt handwerkliche Fehler, die ohne Absicht in den Text übernommen wurden. Vielleicht werden sie deswegen handwerklich genannt, um jeden Verdacht fernzuhalten, es habe etwas mit Kopfarbeit zu tun, wo das Bewusstsein nicht fern ist. Auch ein Prüfen von Doktorarbeiten auf Plagiate kann sich die Hochschule in Zukunft ersparen, auch wenn sie sich eine Hintertüre offenhält und davon spricht, dass die "Muster der Plagiate", dass keine Täuschungsabsicht vorliegen. [...]
    Die MHH hat entschieden, wie man dies im Ansehen der Person, um die es ging, erwartet hat. Sie hat damit andere Universitäten düpiert, die auch Politikern den Doktortitel wie bei Schavan entzogen haben, wo die Plagiate weniger häufig und umfangreich auftraten. Das Ansehen des medizinischen Doktortitels wurde noch einmal nachhaltig untergraben, was dem Wissenschaftsstandort Hannover und Deutschlands nicht gerade förderlich sein wird. Nun dürfen mit Verweis auf von der Leyen und die MHH die sowieso niedrigen Maßstäbe für medizinische Doktorarbeiten weiter gesenkt werden. Für Mediziner, die eine eigenständige Arbeit geleistet haben, ist die Entscheidung der MHH hingegen ärgerlich."
  • Die Welt: Fehler ja, aber kein Fehlverhalten. Ursula von der Leyen hat unsauber gearbeitet, darf aber ihren Doktortitel behalten (Ulrich Exner, Ansgar Graw) "Ihre Doktorarbeit über 'C-reaktives Protein als diagnostischer Parameter' sei trotz diverser Mängel in der Einleitung in ihrem Kern 'neu, wissenschaftlich valide und von praktischer Relevanz' gewesen, entschied der Senat der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Eine Täuschungsabsicht sei nicht erkennbar gewesen. Nach Ansicht des Gremiums gab es zwar vor allem in der Einleitung der Doktorarbeiten Plagiatspassagen und fehlerhafte Zitierungen, im Hauptteil der Arbeit seien aber keine relevanten Fehler zu erkennen. Das Vorhandensein von Mängeln, die auf eine 'handwerklich nicht saubere Arbeitsweise zurückzuführen' seien, werde der Ministerin schriftlich mitgeteilt. Weitere Folgerungen werde es nicht geben. [...]
    Von der Leyen hat nach Recherchen der Plagiatsforscher des Internetportals VroniPlag auf 27 von 62 Seiten ihrer Dissertation unsauber gearbeitet, die Vorwürfe betreffen also knapp die Hälfte der Arbeit. Laut VroniPlag enthalten fünf Seiten einen Plagiatsanteil von 50 bis 75 Prozent und sechs Seiten mehr als 75 Prozent. In der Tat sind die Übereinstimmungen zwischen von der Leyens Text und den entsprechenden Vorlagen schon bei einem ersten Blick auf die von VroniPlag ins Internet gestellten Plagiatsseiten frappierend. Wortgleiche Sätze und Absätze, alles ohne Gänsefüßchen beziehungsweise einen Quellenverweis."
  • Der Tagesspiegel: Dr. med. mit Kratzer (Amory Burchard, Anja Kühne, Tilmann Warnecke) "Die Diskussion um die Qualität medizinischer Doktorarbeiten ist damit aber keineswegs beendet. Im Gegenteil, sie wird durch den Freispruch eher beflügelt – zumal dieser viele Fragen aufwirft. [...] Verwunderung löst die Begründung der MHH aus. 'Eigenartig' nennt sie Debora Weber-Wulff [...]. 'Offenbar hat man versucht, eine pragmatische Lösung zu finden.' Dass die MHH zwar Plagiate feststelle, darin aber kein Fehlverhalten, sondern nur 'Fehler', sehe, sei nicht nachvollziehbar. [...] Insgesamt habe sich die MHH womöglich einen Bärendienst erwiesen: 'Studierende und Doktoranden dürften jetzt verunsichert sein, was eigentlich erlaubt ist und was nicht.' [...] Gerhard Dannemann [...] findet die Entscheidung der MHH zumindest zwiespältig. [...] 'Jetzt könnte es für Studierende so klingen: Ihr dürft weiter plagiieren, wenn ihr es nur in der Einleitung macht.' [...] In der Medizin dürfen Plagiate in der Einleitung einer Arbeit [...] keineswegs von vornherein als 'harmlos' gelten, erklärt der frühere FU-Präsident Peter Gaehtgens, emeritierter Medizinprofessor und ehemaliger Dekan der Medizinischen Fakultät der FU."
  • STERN.de: Plagiatsjäger werfen Hochschule Schonung von der Leyens vor (fin/DPA) "Plagiatsforscher haben die Bestätigung des Doktortitels von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) scharf kritisiert. Der Berliner Rechtsprofessor Gerhard Dannemann sagte am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur, die Entscheidung der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) würde vor Gericht keinen Bestand haben. Nach der bisherigen Rechtsprechung seien im Fall von der Leyen 'alle objektiven Voraussetzungen für eine Täuschung' gegeben. [...] Er warf der MHH vor, von der Leyen in Schutz zu nehmen. 'Ich glaube, man hat sich gesagt: Wie kommen wir da jetzt raus, ohne die Hochschule zu beschädigen und ohne Frau von der Leyen zu beschädigen', sagte er. 'Ich halte es für ganz fatal, wenn die wissenschaftliche Seite und die politische Seite nicht getrennt betrachtet werden können.'"
  • Waiblinger Kreiszeitung: Aufatmen (Norbert Wallet) "Ursula von der Leyen hat sich bei ihrer Promotion nicht mit Ruhm bekleckert, Fehler gemacht, aber eine Leistung von wisschenschaftlicher Relevanz erbracht und kann ihren Doktortitel behalten. Wer nicht nach Skandalen lechzt, kann aufatmen. Der Eifer, mit dem selbst ernannte wissenschaftliche Tugendwächter immer wieder mit inquisitorischer Hartnäckigkeit nach Verfehlungen suchen, die Jahrzehnte zurück liegen, hatte immer etwas Abstoßendes an sich gehabt. Auch dann, wenn ihre lustvolle Suche tatsächlich handfeste Ergebnisse zu Tage förderte, wie seinerseits zweifellos im Fall Guttenberg."
  • General-Anzeiger (Bonn): Davon gekommen (Holger Möhle) "Ursula von der Leyen darf ihren Doktortitel behalten. Ein Glanzstück wird ihre Promotionsarbeit der Medizinerin und heutigen Verteidigungsministerin trotzdem ganz gewiss nicht mehr. Der Senat der Medizinischen Hochschule Hannover hat ihr nach mehrmonatiger Prüfung „klare Mängel“ nachgewiesen. Plagiatselemente und unsauberer Umgang mit Quellen finden sich auf 27 Seiten ihrer 62 Seiten umfassenden Doktorarbeit, also auf beinahe jeder zweiten Seite. [...] Von der Leyen hat schlampig gearbeitet und ist noch einmal davon gekommen."
  • Main-Post: Von der Leyen behält ihn – doch Doktortitel verlieren Glanz (Michael Pohl) "Auf der Seite des Internet-Netzwerks 'VroniPlag' finden sich derzeit 166 Namen von Akademikern, deren Doktorarbeiten von Plagiatjägern auf unerlaubtes Abschreiben gefilzt werden oder wurden. Die Titel der ersten neun Kandidaten sind wie auf Steckbriefen in Wildwestmanier durchgestrichen. Angeführt wird die Liste von Edmund Stoibers Tochter Veronica Saß - der unfreiwilligen Namensgeberin von 'VroniPlag'. Ihr 'Dr. jur' wurde nach Enthüllungen des Netzwerks ebenso aberkannt, wie etwa die Doktortitel der FDP-Politiker Silvana Koch-Mehrin und Jorgo Chatzimarkakis."

11. März 2016Bearbeiten

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung (Nr. 60, S. 2): Ohne Ansehen der Person. Warum Ursula von der Leyen ihren Doktor behält [€] (Heike Schmoll) "Im Unterschied zu den Universitäten in Bayreuth (zu Guttenberg) und Düsseldorf (Schavan) wird die MHH den Kommissionsbericht nicht veröffentlichen. Das sei nicht unüblich, begründet ein Sprecher die Zurückhaltung. Ob sich die Hochschule damit einen Gefallen tut, ist fraglich. Sie nährt dadurch den Verdacht, dass andere Kriterien als rein wissenschaftliche bei der Beurteilung eine Rolle gespielt haben könnten, etwa die bleibende Verbundenheit von der Leyens mit ihrer früheren Universität als Mitglied des Kuratoriums der Förderstiftung. [...] Angesichts der vielen nicht dokumentierten Textübernahmen in von der Leyens Arbeit stellt sich für den unvoreingenommenen Betrachter die Frage, wie diese Stellen 'aus Versehen' abgeschrieben werden konnte. [...] Dass die MHH an solchen Regelverletzungen wenig Anstoß nimmt, solange der empirische Teil der Dissertation stimmt, könnte eine abermalige Debatte über die Qualität von medizinischen Qualifikationsarbeiten zur Folge haben."
  • BR5: Plagiate und Schlamperei: Die Schwächen von medizinischen Doktorarbeiten (Susanne Dietrich) "[...] 'Was mich auch erstaunt, sind die Doktorarbeiten, die aus der Wikipedia ihr Grundwissen übernehmen über verschiedene benachbarte Felder. Aber auch Grundwissen aus der Medizin wird eins zu eins aus Artikeln in der Wikipedia übernommen, natürlich ohne Kennzeichnung.' [...] Ein Stück weit ist die Misere allerdings auch hausgemacht. Denn: Nicht nur Doktoranden schlampen, sondern offenbar auch die betreuenden Professoren und Gutachter. Wie sonst ist es zu erklären, dass es einem hochspezialisierten Wissenschaftler an einer Universität nicht auffällt, wenn Doktoranden Quellen nicht nennen oder aus Wikipedia-Einträgen abschreiben, wie die Plagiatsjäger von VroniPlag Wiki dokumentieren können?"
  • Meininger Tageblatt: Problem der Titelflut in der Medizin bleibt (dpa) "[...] Doch in der Wissenschaft hat sich der Fokus längst auf die teils unseriöse Praxis bei Promotionen gerichtet. 'Medizinische Doktorarbeiten haben in Deutschland ein Problem', sagt die Berliner Informatikprofessorin Debora Weber-Wulff, die Zehntausende Dissertationen auf Plagiate untersucht. Es gebe 'so viele dreiste Arbeiten', oft auch noch oberflächlich betreut. Der Verdacht: Sie werden in großer Eile lediglich für 'Türschild-Titel' geschrieben. [...] Gibt es konkrete Kritik aus der Wissenschaft zum Fall von der Leyen? Gerhard Dannemann, Jura-Professor und Mitarbeiter der Plattform VroniPlag Wiki, sorgt sich um die wissenschaftlichen Sitten: 'Ich hätte ein klares Wort erwartet, dass die Arbeit so nicht hätte angenommen werden dürfen. Stattdessen geht von der Entscheidung das Signal aus: "In der Einleitung dürft ihr künftig abschreiben"', sagt er und fügt hinzu: 'Der akademische Grad wird beschädigt, wenn der Eindruck erweckt wird, dass so eine Arbeit wie die von der Leyens annahmefähig ist.' Dannemanns Kollegin Weber-Wulff kritisiert: 'Die MHH hat Plagiate festgestellt, sieht aber kein wissenschaftliches Fehlverhalten - das ist ein Widerspruch.'"
  • Ärzte-Zeitung: Plagiatsjäger rügen Doktortitel-Entscheidung (cben) "Professor Gerhard Dannemann, Jurist an der Berliner Humboldt-Universität und Mitarbeiter im VroniPlag Wiki, kritisiert die Entscheidung des MHH-Senats zugunsten von Ursula von der Leyen. "32 festgestellte Plagiate sind Fehlverhalten, auch ohne nachgewiesenen Vorsatz", sagte er der "Ärzte Zeitung". [...] Die Anti-Plagiats-Plattform "VroniPlag Wiki" hatte die Doktorarbeit der Ministerin in Frage gestellt, nachdem sie in der 62-seitigen Schrift nach eigenen Angaben 43 Plagiate entdeckt hatte; 32 hat die MHH bestätigt."
  • Kommersant.ru: Министр обороны ФРГ правильно защитилась (Галина Дудина) "Урсула фон дер Ляйен сохранит портфель и ученую степень
    Глава оборонного ведомства ФРГ Урсула фон дер Ляйен сохранит за собой докторскую степень, а значит, и пост министра. Так в Германии завершилось громкое расследование относительно наличия плагиата в ее диссертации по акушерству и гинекологии. Решение научного совета Ганноверского медицинского института дает госпоже фон дер Ляйен, одному из наиболее популярных политиков страны, шанс выдвинуть свою кандидатуру на пост канцлера уже в следующем году.
    Научный совет Ганноверского медицинского института, где нынешний министр обороны ФРГ защитила в 1990 году свою диссертацию, принял решение не лишать госпожу фон дер Ляйен научной степени. Анализ ее диссертации был проведен по просьбе самого министра после того, как ее обвинил в плагиате онлайн-портал VroniPlag Wiki, исследующий находящиеся в открытом доступе научные работы. "
  • taz: Diss zweiter Klasse (Anna Lehmann) "[...] Auf VroniPlag Wiki, wo die Plagiatssucher alle sezierten Doktorarbeiten veröffentlichen, sind 100 der 166 dokumentierten Fälle Dissertationen im medizinischen Bereich."

13. März 2016Bearbeiten

  • Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (Nr. 10, S. 10): Hört endlich auf mit dem Promovieren! (Jürgen Kaube) "Wichtiger als der Einzelfall und die öffentliche Ermüdung angesichts der zahlreichen Plagiatsfälle sind jedenfalls die Zustände an manchen medizinischen Fakultäten. Knapp hundert der von 'Vroniplag' bislang untersuchten 166 Fälle betrafen Mediziner. Dabei sind die unglaublichsten Plagiatsarten zutage getreten. [...] Solche Fälle zeigen drastisch, dass es Systembedingungen für Plagiate gibt. Man sage nicht, dass sie allein im wissenschaftsfremden Bedürfnis der Ärzte liegen, den Doktortitel zu führen. Denn auch bei medizinischen Habilitationen, Arbeiten also, die angeblich um der Forschung willen erfolgten, fanden sich wiederholt Plagiate. Bei dem schmalen Umfang, in dem bislang an deutschen Universitäten auf Plagiate geprüft wurde, darf man mit einer hohen Dunkelziffer rechnen. Entspräche das deutsche Wissenschaftssystem den Maßstäben, die es gern beschwört, wäre freilich nicht die Aufklärung vergangener Täuschungen vorrangig. Sondern die Reduktion der absurden Promotionszahlen, die nichts mit theoretischer oder empirischer Neugier zu tun haben."
  • taz.de: Wie geht es uns, Herr Küppersbusch? (Friedrich Küppersbusch, Fragen MLK, JOB) "Trotz Plagiierens darf Ursula von der Leyen ihren Doktortitel behalten. Hat es überhaupt noch einen Wert, in Deutschland Akademiker zu sein?
    Lese von Plagiaten 'auf 27 von 62 Seiten' der Doktorarbeit und erinnere dabei, dass man für ein schlichtes Diplom in Journalistik damals 120 Seiten liefern musste. Ich werd' Arzt."

14. März 2016Bearbeiten

  • der Freitag: Im Zweifel gegen die Wissenschaft (Marcel Schütz) "Die Verteidigungsministerin bleibt Doktor. Kein gutes Signal für den akademischen Nachwuchs, aber ein gutes Indiz dafür, Medizin-Promotionen nicht ernst nehmen zu müssen. [...] Ist die Promotion zu 35 Seiten noch Promotion und zu 27 Seiten schon missglücktes Machwerk? Das böte eine lukrative Argumentationshilfe für leistungsauffällige Studenten. Auch schwere Mängel sind demnach also kein Grund für Titelverlust. Allein auf die Täuschungsabsicht, nicht auf Dosis, komme es an, meint man in Hannover wissen zu können. [...] Die Behelfsdifferenz von Fehlern und Fehlverhalten ist eingedenk des Ausmaßes angezeigter Fehlnisse selbst fehlerhaft. [...] Die Entscheidung in Hannover ist zumutungsreich und doch wenig überraschend. Sie führt einem breiten Publikum vor Augen, was von Medizinpromotionen zu erwarten ist. Und sie gibt beredt Zeugnis darüber, welche Schleifen man anklebt, um ein literarisches Unglück noch als wissenschaftlich erscheinen zu lassen. [...] Ob nun Vorsatz oder nicht - im systematischen Täuschen übt sich vor allem die MHH selbst. Und das in alle Richtungen und zum eigenen Wohle."

16. März 2016Bearbeiten

  • DIE ZEIT: Richtige Doktoren - Was für die Wissenschaft aus der Causa von der Leyen folgt (Manuel J. Hartung, Martin Spiewak) "Was wäre eigentlich passiert, wenn die Medizinische Hochschule Hannover der Bundesverteidigungsministerin den Doktortitel entzogen hätte? [...]
    Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass viele der neben dem Studium verfassten medizinischen Dissertationen so dünn wie dürftig sind und, wie es der Wissenschaftsrat 2011 offiziell feststellte,  »in der weit überwiegenden Zahl der Fälle nicht den Standards der Doktorarbeiten anderer naturwissenschaftlicher Fächer« entsprechen. [...] Bei der Entscheidung für von der Leyen hat die Uni den richtigen Maßstab angelegt. Die Begründung - die Plagiate seien Fehler, aber kein Fehlverhalten - war indes verbal akrobatisch und inhaltlich abenteuerlich. Die ehrliche Version hätte gelautet: »Dr. von der Leyen hat an einigen Stellen unwissenschaftlich gearbeitet. Da dies in der Medizin aber weitverbreitet ist, wäre es unfair, ihr den Titel zu entziehen.« 
    Warum die Hochschulrektorenkonferenz nun erklärt, Plagiate und die Qualität medizinischer Promotionen seien »unbedingt getrennt zu betrachten«, ist daher rätselhaft."
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung (Nr. 64, S. N4): Doppelter Standard. Mediziner sperren sich der Promotionsreform (Thomas Thiel) "Die medizinische Promotion gilt nicht erst seit dem Plagiat von Ursula von der Leyen als Zweifelsfall. [...] Der prominente Plagiatsfall machte nun sichtbar, dass es auch um die Qualitätssicherung nicht zum Besten steht. [...] Mit der Betonung des für eine Promotion eigentlich selbstverständlichen wissenschaftlichen Werts der Arbeit von Ursula von der Leyen hat die Kommission der Medizinischen Hochschule Hannover eher den Eindruck verstärkt, dass die Medizin weiter einen Sonderstandard für sich in Anspruch nehmen will. Dafür spricht auch die Entscheidung der Gutachter, den empirischen Teil von der Einleitung abzuspalten und trotz 32 Plagiaten auf wenigen Einführungsseiten nicht von Fehlverhalten zu sprechen. So degradiert man die Einleitung zum Vorwort und sagt, was man von seinen Promotionen hält."

17. März 2016Bearbeiten

  • Berliner Morgenpost: Das Dilemma medizinischer Dissertationen. Warum Arbeiten von Ärzten besonders oft von Plagiatsvorwürfen betroffen sind (Peter-André Alt) "Seit einigen Jahren stehen medizinische Dissertationen im Fokus einer kritischen Öffentlichkeit. Ursula von der Leyen war nur das prominenteste Beispiel in einem langen Reigen von Fällen, die Anlass zur Diskussion von Qualitätsstandards boten. Unter den Arbeiten, die sich Plagiatsvorwürfen ausgesetzt sehen, sind Doktorarbeiten der Medizin besonders häufig. [...] Die Debatte über die Qualität der ärztlichen Wissenschaft muss ehrlich geführt werden – mit Blick auf die strukturellen Mängel, die es zu beheben gilt."

20. März 2016Bearbeiten

  • Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (Nr. 11, S. 2): Dr. von der Leyen (Wolf-Rüdiger Heilmann) [Leserbrief zu: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (13. März 2016, Nr. 10, S. 10): Hört endlich auf mit dem Promovieren! (Jürgen Kaube)] "Die Wortklaubereien des Hochschul-Senats sind ein Hohn. 'Fehler, aber kein Fehlverhalten' - diese Haarspalterei könnte als Standardausrede bei Betrug und in Arbeits- und Strafprozessen in die Rechtsgeschichte eingehen. [...] Die Entscheidung zugunsten von der Leyens ist für diejenigen, die wissenschaftliche Standards hochhalten und akademische Titel und Grade nicht zu Karnevalsorden verkommen lassen wollen, eine schallende Ohrfeige."

23. März 2016Bearbeiten

  • Der Tagesspiegel": Plagiate: „Hannover steht leider nicht alleine da“ (Anja Kühne) "Fünf Jahre VroniPlag Wiki: Gerhard Dannemann, Professor an der Humboldt-Universität, über den Fall Ursula von der Leyen und die Arbeit der 'Plagiatsförster'. [...]
    Warum nehmen die Richter die Wissenschaft ernster als manche Wissenschaftler?
    Ich halte es für wahrscheinlich, dass die MHH hier den Weg des geringsten Widerstandes gegangen ist: Lieber die Rechtsprechung passend hinbiegen als Frau von der Leyen zu beschädigen oder gar eigene Verantwortung der Hochschule für die Fehler zu übernehmen. Da steht die MHH leider nicht ganz allein."

24. März 2016Bearbeiten

  • Die Welt: Wen Plagiatsjäger künftig ins Visier nehmen (Michael Fischer, Werner Herpell) "Zu Anfang scannten die Mitarbeiter von VroniPlag Dissertationen von Politikern. Jetzt haben sie ganz normale Wissenschaftler im Blick. Der Platform-Gründer sucht heute für Geld nach Plagiaten. [...]
    Die 'Leistungsbilanz' der Plagiatsforscher nötigt auch der Wissenschaft, die anfangs teilweise noch Nestbeschmutzung witterte, überwiegend Respekt ab. So sagt der wichtigste Experte für korrekte wissenschaftliche Praxis in Deutschland, Ombudsmann Wolfgang Löwer: 'VroniPlag macht eine beachtliche Arbeit.' [...]
    [...] VroniPlag hat den Anspruch, mit einem Fall erst an die Öffentlichkeit zu gehen, wenn er umfassend dokumentiert ist und Zahl und Art der Plagiate ein klares Bild abgeben."
  • heise online: Wissenschaftler fordert mehr Diskretion bei VroniPlag (dpa/kbe) "Die Arbeit der VroniPlag-Enthüller wird mittlerweile mit einigem Wohlwollen und Respekt von der Wissenschaft beobachtet. Der oberste Qualitätsschützer für die Forschung wünscht sich aber mehr Diskretion in der Anfangsphase eines Plagiatsverdachts. [...] Der Bonner Wissenschaftsrechtsprofessor hat insgesamt jedoch viel Respekt vor der Plagiatdokumentations-Plattform: 'VroniPlag macht eine beachtliche Arbeit. [...]' [...] Diese Leute hätten in fünf Jahren immerhin Fälle aufgedeckt, 'die eine Titel-Entziehung gerechtfertigt haben oder zumindest eine intensive Prüfung. Darüber kann und darf das Wissenschaftssystem sich nicht beschweren.'"

25. März 2016Bearbeiten

  • ZEIT online: Plagiatsjäger weiter an Politikern mit Doktortitel dran (dpa) "[...] VroniPlag Wiki wird am Ostermontag fünf Jahre alt. [...]
    Unter den etwa ein Dutzend bei VroniPlag aktiven Plagiatsforschern gibt es noch einen, der sich anonym mit Politiker-Arbeiten befasst. VroniPlag-Mitbetreiber Gerhard Dannemann glaubt aber nicht, dass weitere spektakuläre Enthüllungen unmittelbar bevorstehen. 'In der Öffentlichkeit ist die Luft langsam raus aus dem Thema plagiierende Politiker.'
    Der wichtigste Experte für korrekte wissenschaftliche Arbeit in Deutschland, Wolfgang Löwer, zollt den Plagiatsforschern von VroniPlag Respekt. Sie machten eine "beachtliche Arbeit", sagte er der dpa. 'Es ist ja nicht so, dass sie das Zeug durch irgendein beliebiges Wortvergleichssystem schicken würden'"

28. März 2016Bearbeiten

  • Deutschlandradio Kultur: Fünf Jahre VroniPlag. Ehrenamtliche auf der Suche nach Plagiaten (Thomas Senne) "Eine von zehn eingereichten Doktorarbeiten, so schätzt Dannemann, enthalte unberechtigt übernommene Textpassagen. [...] [Dannemann:] 'Wir kriegen oft Lob von den Universitäten, die sich freuen, dass sie eine qualitätsgesicherte Dokumentation haben, in der sehr viel erfasst wird, was der Universität möglicherweise versteckt geblieben wäre. Aber natürlich auch das Umgekehrte. [...]' [...] Der letzte spektakuläre [...] Fall, bei dem Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen von entsprechenden Vorwürfen weitgehend reingewaschen wurde, besitzt für den 56-jährigen VroniPlag-Wiki-Insider allerdings einen schalen Beigeschmack. [Dannemann:] '[...] Die Entscheidung als solche will ich nicht kritisieren, aber die Begründung würde ich sehr heftig kritisieren. Denn sie ist mit der Rechtsprechung überhaupt nicht vereinbar. Die Rechtsprechung hat klare Maßstäbe dazu entwickelt, was Anzeichen für Vorsatz sind, also zum Beispiel wiederholte Verstöße gegen Zitierregeln, das Einschleifen von Texten, also am Rande etwas ändern hier und dort. Und dann in der Presseerklärung zu sagen: Es gibt kein Anzeichen für Vorsatz - das scheint mir sehr unplausibel.'"

29. März 2016Bearbeiten

3. April 2016Bearbeiten

  • Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (Nr. 13, S. 6): Raus aus dem Lautlos-Modus (Peter Carstens) "Als sie im August vorigen Jahres davon erfuhr, erkannte sie rasch, dass ihre damalige Arbeit nach den heutigen Maßstäben schwer zu verteidigen war. Von der Leyen musste abwarten, wie eine Kommission ihrer alten Universität das beurteilen würde. [...] Von der Leyen besuchte in Berlin Journalisten und Journalistenrunden und erläuterte ihnen vertraulich ihre Positionen zu einer fehlerhaften Doktorarbeit in einer Mischung aus Zerknirschung und Schicksalsergebenheit. [...] Ihre Strategie brachte jedenfalls den gewünschten Erfolg: Kein schweres Geschütz wurde in den vergangenen Monaten auf die geschäftsführende Ministerin gerichtet."

4. April 2016 Bearbeiten

  • Laborjournal: Knochendoc auf Tauchstation (Winfried Köppelle) "Im Spätsommer 2015 traten die Plagiatsexperten von VroniPlag Wiki auf den Plan. Die sind unabhängig, nichtstaatlich und effizient, und untersuchen auf ihrer Online-Plattform systematisch unter Plagiatsverdacht geratene Hochschulschriften. Schnell war klar: Die Doublette Ewerbeck/Pabst ist ein besonders krasser Fall und rangiert in der internen VroniPlag-Statistik der haarsträubendsten Funde weit weit oben. Am 16. November 2015 machte die Plattform den Fall Ewerbeck/Pabst öffentlich. [...] Hat der Doktorand mal schnell die halbe Arbeit seines Doktorvaters unter den Kopierer gelegt und den Auswurf anschließend als Eigenproduktion abgegeben? Legt man beide Arbeiten nebeneinander, so drängt sich dieser Verdacht auf, denn die Übereinstimmungen sind wie erwähnt frappierend: Auf 88 von 92 plagiatsrelevanten Seiten sind Plagiatsfundstellen dokumentiert; 82 dieser 88 Seiten sind hundertprozentig identisch mit der Quelle Ewerbeck. Lediglich 4 Seiten sind plagiatsfrei."


5. April 2016 Bearbeiten

  • junge Welt: Mangelhafte Fälschungsleistung (Dusan Deak) "Plagiatsjäger von »VroniPlag Wiki« bemängeln, dass deutsche Doktoranden bei Fälschung ihrer Doktorarbeiten erheblich schlampen. Die neueste Beanstandung betrifft den Agrarminister von Mecklenburg-Vorpommern Dr. Till Backhaus (SPD). Ihm wird vorgeworfen, dass er die vereinbarten europäischen Fälschungsstandards zur Fälschung von Doktorarbeiten nur ungenügend einhielt und seine Doktorarbeit derartig schlampig fälschte, dass man gar nicht von einer Fälschung sprechen könne."

9. April 2016 Bearbeiten

27. April 2016 Bearbeiten

  • Ostsee Zeitung: Plagiatsjäger nehmen Schummel-Doktoren ins Visier "Das Netzkollektiv Vroniplag wirft zwei Medizinern Betrug vor. Die Uni Rostock prüft die Promotionen. Zwei mutmaßliche Hochstapler kämpfen indes vor Gericht um ihre akademischen Titel."

30. April 2016Bearbeiten

  • General-Anzeiger (Bonn) (S. 6): Der Abschreckungseffekt wirkt (Michael Fischer) "Plagiatsjäger haben schon mehrere Politiker Doktortitel und Amt gekostet und Universitäten unter Druck gesetzt. Die Online-Plattform VroniPlag schaut seit fünf Jahren prominenten und weniger bekannten Forschern auf die Finger."


2. Mai 2016 Bearbeiten

  • General-Anzeiger (Bonn) (S. 19): Uni entzieht Doktortitel (koe) "Der Fakultätsrat der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn hat in einem Plagiatsfall den Entzug des Doktorgrads beschlossen. [...] Der Fakultätsrat und der Promotionsausschuss der Fakultät sind überzeugt, dass der 2010 promovierte Arzt vorsätzlich getäuscht hat, indem er 'in massiver Weise' nicht gekennzeichnete Textstellen sowie eine Abbildung anderer Autoren übernommen hat."

3. Mai 2016 Bearbeiten

  • General-Anzeiger (Bonn) (S. 12): Die Uni geht härter gegen Plagiate vor. Die Medizinische Fakultät entzieht einem Absolventen den Doktortitel (Hermann Horstkotte) "'Wir können letztlich nicht verhindern, dass es zu Plagiaten kommt', sagt Professor Nicolas Wernert als Vorstand der Medizinischen Fakultät, 'aber wir können deutlich machen, dass es dafür keine Toleranz gibt'. Unter seinem Amtsvorgänger, der Bonn inzwischen verlassen hat, sah die Sache noch etwas anders aus. Zwar 'bestätigte' dieser 'wortwörtliche Übernahmen' längerer Textpassagen ohne Zitatnachweise, die zuerst auf der Internetplattform 'Vroniplag Wiki' dokumentiert worden waren; darin erkannte der damalige Dekan aber keine 'vorsätzliche Täuschungsabsicht' und mithin keinen Grund, den Doktorhut zurückzufordern. Als der GA darüber vor rund einem Jahr berichtete, zeigten sich jedoch viele Medizinprofessoren empört und setzten eine genauere Nachprüfung durch."

10. Mai 2016 Bearbeiten

  • Legal Tribune Online: Einmal Dr., immer Dr. Promovieren in der Slowakei (Hermann Horstkotte) "Ein in der Slowakei verliehener Doktortitel kann auch bei Bekanntwerden von Plagiaten nicht entzogen werden – dennoch besteht ein Äquivalenzabkommen mit Deutschland. [...] Laut der auf die Aufspürung wissenschaftlicher Plagiate spezialisierten Plattform Vroniplag weisen 76 von 185 Seiten der Dissertation plagiatsverdächtige Stellen auf. Dennoch gibt es, wie die Vizerektorin für Studien an der Comenius-Uni auf Nachfrage klarstellt, in der Slowakei keine gesetzliche oder sonstige Rechtsgrundlage, um verliehene Grade nachträglich zu überprüfen oder gar zu widerrufen. [...] Doch wer einmal Doktor in der Slowakei ist, ist es zugleich auch für immer in Deutschland. [...] Damit gewährt der deutsche Staat slowakischen Titeln im Zweifelsfalle mehr Schutz als den eigenen, für die die Möglichkeit einer Nachprüfung und eines nachträglichen Entzugs besteht."

12. Mai 2016 Bearbeiten

  • Süddeutsche.de: Plagiatsvorwürfe gegen Münchner Klinikchef (Christina Berndt) "Generell könne ein Habilitand die Daten eines von ihm betreuten Doktoranden für seine Arbeit verwenden, sagt Wolfgang Löwer, Ombudsman für die Wissenschaft der Deutschen Forschungsgemeinschaft, [...]. 'Aber das unterliegt klar dem Zitiergebot, und aus dem kann man sich mit einer Danksagung nicht rauskaufen.'
    Das sehen auch Bodo Pieroth und Andreas Hensel von der Kommission wissenschaftliches Fehlverhalten an der Uni Münster so, wo man zuletzt leidvolle Erfahrung mit Plagiaten in medizinischen Arbeiten gesammelt hat. 'Wenn die Quelle nicht entsprechend zitiert wird, ist es ein Plagiat, egal, wie man es dreht', sagt Hensel. 'Ausgesprochen kritisch' sieht er grundsätzlich, Gedanken aus der Diskussion einer Dissertation zu kopieren."

15. Mai 2016 Bearbeiten

  • COMUNICAR. Media Education Research Journal (Nr. 48, Preprint): Plagiarism and Academic Integrity in Germany (PDF) (Germán Ruipérez, José-Carlos García-Cabrero) "Aside from the numerous cases detected in academic work since 2011, several initiatives have come about in parallel that have enriched the debate on academic plagiarism, for example, the development of a consolidated cooperative textual research methodology using a specific Wiki called «VroniPlag» [..], making Germany one of the most advanced European countries when it comes to combating these practices. [...] The absence of requests for disciplinary measures should also be highlighted; VroniPlag has never been understood as a platform that claims a certain disciplinary measure. [...] However, it is certain that the documented cases of plagiarism have exerted much pressure on the universities affected thereby to at least start an internal investigation. In fact, of the 154 academic works investigated up to December 2015, the universities had already stripped 22% of the authors of their respective academic title [...]."

25. Mai 2016 Bearbeiten

  • Hannover caritas: Pressemitteilung: Vorwürfe gegen Vorstand Dr. Andreas Schubert nicht bestätigt "Die im Januar erhobenen Vorwürfe gegen den Vorstand des Caritasverbandes Hannover e. V., Dr. Andreas Schubert, haben sich nicht bestätigt. Die zuständige Comenius-Universität in Bratislava, an der Schubert 2009 promoviert wurde, hat mitgeteilt, dass die Dissertation und das Dissertationsverfahren mit allen Mitteln überprüft worden sind."

26. Mai 2016 Bearbeiten

  • Stuttgarter Nachrichten: Personalkarussell im Innenministerium. CDU-Abgeordneter hofft auf Posten (Josef Schunder) "Die Bestellung Pröfrocks als Nachfolger des Polizeibeamten Thomas Berger gilt manchen Beobachtern im Haus indes nicht nur als 'Versorgungspersonalie', sondern im Ministerium gibt es auch Zweifel an seiner fachlichen und persönlichen Eignung. Das rührt daher, dass dem Juristen von der Universität Tübingen im Sommer 2011 der Doktorgrad genommen worden ist und ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Tübingen nur wegen Zahlung von 4000 Euro eingestellt wurde. Die Ursache für die Entscheidung des Promotionsausschusses der Universität war, dass in die Dissertation in nicht unerheblichem Maße fremde Texte übernommen worden sein sollen, ohne dass es kenntlich gemacht wurde. Der Autor kann allerdings behaupten, dass dies nicht absichtlich geschehen ist, sondern nur mangels Sorgfalt. Manche im Ministerium halten die Personalentscheidung deswegen trotzdem für fragwürdig."
  • Hannoversche Allgemeine: Hat Caritas-Chef doch nicht abgeschrieben? (med) "Die Caritas [...] teilte gestern mit, dass Schubert sich von der zuständigen Comenius-Universität in Bratislava (Slowakei) habe bestätigen lassen, sowohl die Doktorarbeit als auch das Promotionsverfahren seien 'ordnungsgemäß nach den Regeln der Hochschule abgelaufen' und keine Auffälligkeiten festgestellt worden. Plagiatsjäger hatten lange Textpassagen mit hohen wörtlichen, nicht nachgewiesenen Direktzitaten entdeckt."

27. Mai 2016 Bearbeiten

  • duz – Deutsche Universitätszeitung (06/2016, S. 24-27): Erstmal eine Arbeitsgruppe (Benjamin Haerdle) "[...] Helfen könnte ihnen in Zukunft ein zentrales Forum für Ombudsleute, sofern Deutschlands Wissenschaftsakteure einer Empfehlung folgen, die der Wissenschaftsrat im April vergangenen Jahres abgegeben hat. [...] Der Deutsche Hochschulverband warnte, eine zentrale Einrichtung könne ‚zum Spielball politischer Einflussnahme‘ werden und einzelne Unis könnten dadurch in besonders brisanten Fällen unter Druck gesetzt werden. Auch Weber-Wulff sieht bei einer Zentralstelle die Gefahr der politischen Einflussnahme. ‚Eine solche Einrichtung muss sich klar abgrenzen von der Politik und eindeutig kommunizieren, dass sie keine Fälle entscheidet, sondern lediglich Informationen sammelt, aufbereitet und den Hochschulen Informationen zur Verfügung stellt‘, betont sie."

30. Mai 2016 Bearbeiten

  • Neue Presse, S. 7: Ist Caritas-Chef ein Dr. plag? Promotion von Andreas Schubert soll ein „Brutal-Plagiat“ sein. Betroffener leugnet Täuschung (Thomas Nagel) "Schubert weist die Vorwürfe zurück. [...] 'Die zuständige Comenius-Universität in Bratislava [...] hat ihm [...] mitgeteilt, dass die Dissertation und das Dissertationsverfahren mit allen 2009 zur Verfügung stehenden (...) Mitteln überprüft worden sind.' Dabei hätten sich keine Auffälligkeiten ergeben.
    Das bestreitet auch niemand. Viele Universitäten bemerken nicht, dass bei Promotionen geschummelt wird. 'VroniPlag Wiki' hat 156 Dissertationen und zehn Habilitationsschriften dokumentiert, bei denen Plagiate in der Begutachtung nicht erkannt wurden. [...] Der NP schrieb Dannemann: 'Sollte Herr Schubert tatsächlich an einer weiteren Aufklärung interessiert sein, könnte er mühelos die in Bratislava vorliegende Fassung seiner Dissertation freigeben.'“


1. Juni 2016Bearbeiten

  • Neue Presse: Plagiatsaffäre geht weiter (Thomas Nagel) "Vergangene Woche erklärte die Caritas Hannover die Plagiatsvorwürfe gegen ihren Chef, Dr. Andreas Schubert, für beendet. Etwas voreilig, wie sich herausstellte. Für die Technische Universität (TU) Dresden ist die Angelegenheit noch nicht ad acta gelegt. Auf Anfrage der NP teilte die TU-Sprecherin Kim-Astrid Magister mit: 'Ich kann Ihnen mitteilen, dass die TU Dresden von Herrn Schubert Unterlassung jeglicher Handlungen verlangt, die das Werk mit der TU Dresden in Verbindung bringen.' Dazu erklärte der Caritas-Chef: 'Die Angelegenheit befindet sich in Klärung zwischen den beauftragten Anwälten.' Dabei gehe es um die bei der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) hinterlegte Arbeit. Schubert hat sie sperren lassen. Auf dem Deckblatt dieser Arbeit tauchen zusätzlich zur Comenius-Universität in Bratislava auch die TU Dresden und ein deutscher Professor als Betreuer auf."

2. Juni 2016Bearbeiten

  • Stuttgarter Nachrichten: Minister Strobl hält an Pröfrock fest (Josef Schunder) "Der neue baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl setzt trotz Murren im Haus weiterhin auf Matthias Pröfrock (39) für die Leitung der Zentralstelle. [...] Gegen seine neue Verwendung im Innenministerium gibt es Vorbehalte in der Belegschaft, weil seine fachliche Qualifikation angezweifelt wird und noch Plagiatsvorwürfe gegen Pröfrock in Erinnerung sind. Der Jurist soll in seiner Dissertation in nicht unerheblichem Maße fremde Texte übernommen haben, ohne das kenntlich gemacht zu haben. Die Universität Tübingen erkannte ihm daher im Sommer 2011 den Doktorgrad aber. Ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Tübingen wurde gegen Zahlung von 4000 Euro eingestellt."
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung (S. 7): Notfallhelfer, Kümmerer und diskreter Problemlöser. Die Rolle der Ombudsleute bei den vielen Formen des Fehlverhaltens in der Wissenschaft (Stephan Rixen) "Als vor wenigen Monaten die Medizinische Hochschule Hannover beschloss, der Verteidigungsministerin den Doktortitel nicht zu entziehen, zeigten sich die Plagiatsjäger der einschlägigen Internettribunale enttäuscht, ihre Hoffnung auf rigorose Sanktionierung blieb unerfüllt. Wer aber jeden Plagiatsvorwurf mit der Forderung nach unbedingter Härte verbindet, betreibt, weil es offenbar so schön ist, Empörungsfolklore ohne wissenschaftspolitischen Mehrwert. Die Strategie der stufenlosen Strenge stärkt die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft nicht, sie schwächt sie."
  • Neue Presse: Hat Caritas-Chef abgeschrieben? (Thomas Nagel) "Handelt es sich bei der Doktor-Arbeit von Caritas-Chef Andreas Schubert um ein Plagiat? Die Internet-Plattform „VroniPlag Wiki“ ist überzeugt davon. Auf 41 Prozent der Arbeit (76 von 185 Seiten) befänden sich Fremdtextübernahmen. Jura-Professor Gerhard Dannemann von „VroniPlag Wiki“ spricht sogar von einem „Brutal-Plagiat“. Denn der Caritas-Chef habe sogar die Danksagung seiner Promotion zum Thema Krankenhausfinanzierung aus dem Jahre 2009 abgeschrieben."

6. Juni 2016Bearbeiten

  • Die Tagespost: Glosse: Endlich: „Doktor für Alle“ (Bernhard Huber) "Nachdem sich der Medienrummel gelegt hat, wollen wir uns noch einmal in Ruhe mit dem 'Doktor' von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen befassen: Sie darf ihn sich weiterhin an den Hut stecken. Sie hat in ihre 'Diss' zwar jede Menge Fehler eingebaut, sich aber keines Fehlverhaltens schuldig gemacht. Sagt die zuständige Uni. [...] Wir werden die Maßstäbe überdenken müssen, die wir bisher an unsere Exzellenzuniversitäten angelegt haben. Denn das Fleiß-Leistungsverhältnis wird neu austariert werden müssen, weil es künftig nur noch darauf ankommt, ob jemand etwas erreicht, und nicht mehr mit welchen zweifelhaften Methoden. Deshalb bleibt Ursula von der Leyen Frau Doktor – nicht obwohl, sondern weil ihre Promotion fehlerhaft ist."
  • Dresdner Neueste Nachrichten (S. 13): Doktorarbeit bringt TU Dresden unter Druck. Uni wird von Umgang mit Promotionen eingeholt (Hermann Horstkotte): "Seit Anfang des Jahres wird der Geschäftsführer des Caritas-Verbandes Hannover, Andreas Schubert, auf der Internetplattform Vroniplag Wiki mit Plagiatsvorwürfen gegen seine Doktorarbeit unter Beschuss genommen. [...] Auf ihrem Deckblatt bezieht diese sich auf die Comenius Universität in Bratislava (Slowakei) und die Technische Universität Dresden/Akademisches Europa-Seminar. [...] Jetzt verlangt die TUD von Schubert die „Unterlassung jeglicher Handlungen, die das Werk mit der TU Dresden in Verbindung bringen." [...] Die Sache erscheint durchaus verzwickt. Denn auch andere Autoren haben ihre veröffentlichte Doktorarbeit an osteuropäischen Unis zusätzlich mit dem Namen der TUD geschmückt, so ein zeitweilig prominenter Politiker aus Brandenburg seine Comenius-Dissertation 2007 oder auch ein heutiger Fachhochschul-Professor seine Promotionsschrift an der Uni Ostrava in Tschechien 2005. Dagegen hat sich die TUD nicht gewehrt.“

9. Juni 2016Bearbeiten

  • Neue Presse (S. 1): Der Von-der-Leyen-Effekt? MHH-Ärzte unter Plagiatsverdacht (PDF) (Thomas Nagel) "Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat ihrer ehemaligen Universität unfreiwillig einen Bärendienst erwiesen. Nachdem ihre Doktorarbeit 2015 unter Plagiatsverdacht geraten war, ist die Internet-Plattform ‚Vroniplag Wiki‘ bei sechs weiteren medizinischen MHH-Doktorarbeiten fündig geworden. [...] MHH-Sprecher Stefan Zorn: ‚Wir haben in fünf Fällen eine Hauptprüfung eingeleitet. Ein weiterer Fall befindet sich noch in der Vorprüfung.‘"
  • Neue Presse (S. 15): Die Hochschule unter Verdacht (PDF) (Thomas Nagel) "Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) rühmt sich für ihre wissenschaftliche Erfolge. Ein Blick auf die Internet-Plattform ‚Vroniplag Wiki‘ lässt Zweifel an der hervorragenden Wissenschaft aufkommen. [...] An der Leibniz-Universität wurde einem Wissenschaftler der Doktor der Rechtswissenschaften entzogen. Er hatte laut ‚Vroniplag Wiki‘ auf 45 Prozent der Seiten seiner Arbeit Plagiate produziert."
  • Neue Presse (S. 15): Meist handfeste ökonomische Gründe (PDF) (Thomas Nagel) "Professor Manuel Theisen ist bekannt für sein Engagement gegen Promotionsberatung und Kauf von akademischen Titeln. Die NP sprach mit dem Betriebswirtschaftler auch über die Affäre Schubert.
    Bei Vroniplag Wiki stehen eine Reihe von rund 170 Wissenschaftler unter Plagiatsverdacht. Wie ist diese Zahl aus Ihrer Sicht zu bewerten?
    [Theisen:] Die Technik von Vroniplag ist verdienstvoll und ein erster Hinweisgeber für Plagiate, jeder Einzelfall muss aber überprüft werden. Dies hängt mit verschiedenen Zitationstechniken zusammen und auch den unterschiedlichen Gebräuchen in den verschiedenen Disziplinen, das lässt sich schlecht vereinfachen."
  • Neue Presse (S. 15): Die Hütchenspiele des Dr. S. (Thomas Nagel und Herrmann Horstkotte): "Die Taktik von Hütchenspielern ist es zu verwirren. Jura-Professor Gerhard Dannemann von ‚Vroniplag Wiki‘ vergleicht das Vorgehen von Caritas-Chef Andreas Schubert in der Plagiatsaffäre mit einem ‚Hütchenspiel‘. ‚Bisher war oder ist von vier verschiedenen Fassungen die Rede‘, sagt Dannemann. ‚Vroniplag Wiki‘ entlarvte die Doktorarbeit von Schubert als Plagiat: Auf 76 von 185 Seiten habe der Manager abgeschrieben. Der Beschuldigte behauptet nun wiederum, dass es sich bei dem untersuchten Exemplar um eine ‚Frühversion‘ handle (NP berichtete). [...] Die ‚Frühversion‘ in der DNB und das angeblich später abgegebene Exemplar an der Comenius-Universität in Bratislava haben laut Dannemann ein identisches Inhaltsverzeichnis und identische Seitenzahlen. Aus Sicht des Jura-Professors belegt das, dass die ‚Frühversion‘ in Wahrheit später abgegeben wurde." [siehe auch Der Fall Schubert]
  • Zeitungsverlag Waiblingen: Rundschlag. Der saubere Herr Meuthen (Jörg Nolle) "Die CDU hat lang genug geglaubt, der Südwest-Staat sei ihrer. Aus dieser Denke heraus meinte ja aktuell auch Matthias Pröfrock, schnell mal eine Doktorarbeit zusammenkopieren und in der Partei wie im Staatsamt Karriere machen zu können. Und er glaubt, dass er zum Leiter der Zentralstelle im Innenministerium taugt, obwohl die Belegschaft offen an seiner fachlichen Qualifikation zweifelt. Den Staat sich zur Beute machen – so geht das."

14. Juni 2016Bearbeiten

  • Neue Presse: MHH in der Kritik: Falsche Dr. dent. – Titel für Zahnärzte für fachfremde Arbeiten (PDF) (Thomas Nagel) "Wo Zahnarzt draufsteht, muss nicht Zahnarzt drin sein. Zumindest bei den Doktorarbeiten. Die Internet-Plattform ‚Vroniplag Wiki‘ hat jetzt herausgefunden, dass viele Zahnärzte der Medizinischen Hochschule (MHH) ihren ‚Dr. dent.‘ nicht mit zahnmedizinischen Themen erreichen. [...] So promovierte ein Zahnmediziner zum Thema ‚Pharmazeutische Therapie von Harnsteinen‘. [...] ‚Vroniplag Wiki‘ kritisiert diese Praxis: ‚Die Patienten werden getäuscht.‘"

15. Juni 2016Bearbeiten

  • Neue Presse (S. 15): Kirche steht zu Caritas-Chef (ton) "In der Plagiatsaffäre hat sich die katholische Kirche hinter Caritas-Chef Andreas Schubert gestellt. 'Herr Schubert hat seit dem Beginn seiner Arbeit für den Caritasverband 2012 hervorragende Arbeit geleistet und vorbildlich die Kooperation mit dem Caritasrat gepflegt', sagte Propst Martin Tenge. Die Doktorarbeit und Promotionsverfahren seien ohne Auffälligkeiten und ordnungsgemäß abgelaufen, habe Schubert erklärt. [...] 'Seine fachliche Qualifikation und die Art und Weise, wie Herr Schubert den Caritasverband in Hannover zu einem starken und wachsenden Partner in der Stadtgesellschaft gemacht hat, sprechen für sich', meinte der Propst."

20. Juni 2016Bearbeiten

  • Neue Presse (S. 9): MHH weist Kritik an Promotionsverfahren zurück – Zahnärzte dürfen mit beliebigen Themen den Doktortitel erwerben. Internetplattform unterstellt Wettbewerbsvorteil. (PDF) (Thomas Nagel) "Bei ‚Vroniplag Wiki‘ findet man die Praxis, dass sich Zahnärzte ihren ‚Dr. med. dent‘ mit fachfremden Arbeiten erwerben, ‚irreführend‘. Es werde suggeriert, dass sich die Promotion mit einer zahnmedizinischen Fragestellung beschäftige."

22. Juni 2016Bearbeiten

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung (Nr. 143, S. 40): Doktortitel entzogen: Gericht weist Klage ab (zos) "Wie ein Sprecher des Landgerichts gestern auf Anfrage sagte, kamen die Richter zu der Einschätzung, dass der Wirtschaftswissenschaftler Teile seiner Arbeit aus anderen Quellen übernommen habe, ohne das ausreichend kenntlich zu machen. Dabei habe er die Täuschung jener, die seine Dissertation beurteilen sollten, 'zumindest billigend in Kauf genommen'. Mit ihrer Entscheidung [...] hat die Hochschule ihren Ermessensspielraum, den sie in solchen Fragen habe, nach Ansicht des Gerichts nicht überschritten. [...] Eine Kommission der privaten Hochschule prüfte die Anschuldigungen ein halbes Jahr lang; dann wurde entschieden, dem Absolventen den Doktortitel zu entziehen. [...] Der Anwalt des Klägers teilte gestern mit, sein Mandant wolle gegen das Urteil Berufung einlegen."

23. Juni 2016Bearbeiten

  • Rheinische Post: Kolumne Professoren-Leben: Metall auf Metall (Heiner Barz) "[...] Löwer müsste es auch aus eigener Erfahrung besser wissen. Er nämlich war 1991 beteiligt, als die Universität Bonn beschloss, Margarita Mathiopoulos ihren Doktortitel trotz Plagiatsvorwürfen nicht zu entziehen. 2012 dann kam dieselbe Universität Bonn in anderer personeller Besetzung zum Schluss: Entzug. Bei Margarita Mathiopoulos hat ein- und dieselbe Universität also über ein- und dieselbe Dissertation aus dem Jahr 1986 zu zwei Zeitpunkten zwei unterschiedliche Urteile gefällt. Mit Verlaub, Herr Kollege Löwer, Rechtssicherheit sieht anders aus."

15. Juli 2016Bearbeiten

  • Weekendavisen (Dänemark): Historisk plagiator (Poul Pilgaard Johnsen) "Uredelig. Nasrullah Memon tager andre med sig i faldet. Halvandet år efter at han officielt blev stemplet som videnskabelig uredelig, er den fremtrædende forsker i computerbaseret terrorbekæmpelse Nasrullah Memon blevet frataget sin ph. d.- grad.Begrundelsen er, at han har plagieret store dele af sin ph. d.-afhandling, der ellers blev anset for banebrydende, og som reelt var den pakistanskfødte forskers claim to fame i Danmark og i udlandet. [...] Men det var først i 2012, at Memon blev indklaget for UVVU, efter at Weekendavisen i samarbejde med den tyske internetgruppe Vroniplag havde afsløret plagiatet. Med sig i faldet tager Nasrullah Memon måske også tre andre ph. d. er fra Aalborg Universitet. I et forsøg på at forsvare sig med henvisning til, at andre har gjort det samme, angav han i august sidste år tre afhandlinger, der også skulle indeholde plagiater."

19. Juli 2016Bearbeiten

  • Universität Duisburg-Essen, Fakultät für Chemie: Protokoll der 10. o. Sitzung des Fakultätsrates Chemie vom 19. Juli 2016 (PDF) "TOP 3: [...] "Am Montag, 04. Juli 2016, wurde mit geheimer Abstimmung das Verfahren zum Plagiatsvorwurf gegen Herrn Raycho Yonchev abgeschlossen. Der Fakultätsrat hat einstimmig beschlossen, Herrn Yonchev aufgrund seines schweren wissenschaftlichen Fehlverhaltens den Doktortitel abzuerkennen. Sämtliche Unterlagen wurden an den Rektor sowie an die Vertrauenspersonen für gute wissenschaftliche Praxis versandt, mit der Bitte, weitere Schritte zu veranlassen."

22. Juli 2016Bearbeiten

  • Rhein-Zeitung: Deutschlands zweitmächtigste Frau (S. 4) "Im Jahr 2015, nachdem VroniPlag auf einen Plagiatsverdacht hinwies, bat Ursula von der Leyen die Medizinische Hochschule Hannover durch eine "neutrale Ombudsstelle" um eine Überprüfung ihrer Dissertation aus dem Jahr 1990. VroniPlag dokumentierte auf 27 von 62 Seiten Plagiatsfundstellen. Der Senat entschied, dass sie ihren Grad behalten darf, da es sich um einen minderschweren Fall handelt."

2. August 2016Bearbeiten

  • Dresdner Neueste Nachrichten: TU Dresden löscht angemaßten Doktortitel. Promotionshilfen des früheren „Europa-Seminars“ bleiben im Zwielicht (Hermann Horstkotte) "Seit Anfang des Jahres erheben [..] kritische Leser auf der Internetplattform Vroniplag Wiki schwere Vorwürfe wegen massiven Textklaus von anderen Autoren – zu finden auf fast jeder zweiten Seite der angeblich internationalen Dissertation an der TU Dresden und der Comenius Universität in Bratislava (Slowakei). [...] Jetzt hat die DNB laut ihrem Justiziar das Titelblatt der Arbeit entsprechend geändert, somit einen Schandfleck für die Dresdner Uni gelöscht. Die DNB-Sprecherin bestätigt das. Damit scheint die Angelegenheit für die Hochschule wie die Bibliothek aus der Welt geschafft – doch hinterlässt sie noch mancherlei Spuren und offene Fragen auf beiden Seiten. [...] Statt der stillschweigenden Manipulation des Titelblattes wäre vielmehr ein ergänzender Kataloghinweis auf angemaßte Herkunftsangaben angezeigt – schon aus bibliothekarischer Verantwortung für die Klarheit und Wahrheit gegenüber dem Leser."

11. August 2016Bearbeiten

  • Der Tagesspiegel (S. 29): Plagiate mit Zukunft. Beanstandete Dissertationen bleiben im Regal, nicht alle werden mit einem Warnhinweis versehen – oder einfach umetikettiert. (Hermann Horstkotte) "[...] wie gehen Bibliotheken mit den Plagiaten um? Noch immer höchst unterschiedlich, wie Stichproben in Online-Katalogen zeigen. [...] Zu einem zwischen Wissenschaft und Bibliotheken ausgehandelten einheitlichen Verfahren, wie es der Bibliotheksdirektor der HU, Andreas Degkwitz 2012 angeregt hat, ist es nicht gekommen. Weiterhin werden Plagiatsfälle nur in einem Teil der Sammlungen im Online-Katalog und vereinzelt im Buch gekennzeichnet. In anderen gibt es keine Hinweise, oder die beanstandeten Werke werden nicht mehr als Hochschulschrift geführt." [Beispielhaft erwähnt: Skm und Ast.]

22. August 2016Bearbeiten

31. August 2016Bearbeiten

  • Schwäbische Zeitung: Uni Konstanz: Vom Bodensee an die Weltspitze (Kerstin Conz) "Vergeblich gegen den Entzug ihres Doktortitels geklagt hatte auch Veronika Saß, die Tochter des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber und Namensgeberin der Plagiatplattform VroniPlag. Der Promotionsausschuss des Fachbereichs Rechtswissenschaften der Uni habe ihre Arbeit geprüft und kam zu dem Ergebnis, dass erhebliche Teile der Arbeit zum Thema 'Regulierung im Mobilfunk' Plagiate darstellen, teilte die Uni damals mit."

7. September 2016Bearbeiten

  • Neue Presse (S. 1): Von der Leyens Doktorarbeit. Neue Vorwürfe gegen MHH (PDF) (Thomas Nagel) "Der NP liegt das Protokoll der Senatssitzung (vom 9. März 2016) vor. Daraus geht hervor, dass vier Senatsmitglieder ohne Doktortitel (zwei Studenten, zwei Angestellte – der Senat hat 13 Mitglieder) von der Abstimmung ausgeschlossen worden waren. ‚Im niedersächsischen Hochschulgesetz (NHG) findet sich an keiner Stelle, dass unpromovierte Mitarbeiter nicht abstimmen dürfen‘, sagt ein Mitarbeiter der Internet-Plattform ‚Vroni-Plag Wiki‘. Zwei Jura-Professoren von ‚Vroni-Plag‘ hätten das geprüft. [...] Zu den neuen Vorwürfen antwortete die MHH knapp, dass die Abstimmung nicht rechtswidrig gewesen sei, und verweist auf die Geschäftsordnung des Senats."
  • Neue Presse (S. 14): Zweifel am Verfahren der MHH. Plagiatsvorwürfe: Studenten und Angestellte durften nicht zu von der Leyen abstimmen (PDF) (Thomas Nagel) "Jura-Professor Gerhard Dannemann von ‚Vroni-Plag‘ entdeckte in der Promotion Hinweise darauf, dass von der Leyen Fremdtexte umformuliert habe, um zu verschleiern, dass es Plagiate seien. [...] Das Wissenschaftsministerium stützt die MHH-Auffassung. Zwei Jura-Professoren von ‚Vroni-Plag‘ meinen, dass gegen das Hochschulgesetz verstoßen wurde."
  • Neue Presse (S. 1): Doktorarbeit. Elite mit eigenwilliger Rechtsauffassung (PDF) (Thomas Nagel) "Der Senat sah davon ab, der Ministerin den Doktor wegzunehmen. Es war eine umstrittene Entscheidung. Es gab Anzeichen, dass von der Leyen nicht nur geschludert hatte. [...] Das Wissenschaftsministerium stellt sich hinter die Vorzeigehochschule. Das war nicht anders zu erwarten. Die Rechtsauffassung ist aber zweifelhaft. Denn es gibt im Hochschulgesetz zwar Ausnahmeregelungen beim Stimmrecht, die gelten aber nicht für Promotionsangelegenheiten."
  • Süddeutsche.de: Comeback von Ex-Landrat Kreidl wühlt die CSU auf (Christian Sebald) "Wohl kaum ein prominenter Kommunalpolitiker in Bayern dürfte in so viele Affären verstrickt gewesen sein wie Kreidl. So kam im März 2013 heraus, dass er seine Dissertation größtenteils von anderen wissenschaftlichen Arbeiten abgeschrieben hatte."

16. September 2016Bearbeiten

  • Neue Presse (S. 12): "Faires Verfahren" der Klinik (PDF) (Thomas Nagel) "Klar sei, dass Prüfungsleistungen nur von Personen bewertet werden dürfen, die über eine gleichwertige Qualifikation verfügen. [...] Im Falle von der Leyen habe es sich aber um eine ‚Mängelfeststellung‘ gehandelt: ‚Daher geht die überwiegende Auffassung – mich eingeschlossen – bislang davon aus, dass die Organe in regulärer Besetzung entscheiden.‘ Also hätte die MHH bei der Entscheidung Causa von der Leyen die beiden Studenten und die zwei nicht-wissenschaftlichen Angestellten nicht ausschließen dürfen.
    Professor Gärditz schränkt aber ein, in der Rechtsprechung und der wissenschaftlichen Praxis sei dieses Problem ‚umstritten‘. Deshalb könne er die Entscheidung der MHH nachvollziehen, die das Verfahren als ‚Prüfungsentscheidung‘ bewertet habe."

21. September 2016 Bearbeiten

  • Deutsche Apotheker Zeitung online: Dr. med.: Medizinstudenten fordern Wandel der Promotionen (Hinnerk Feldwisch-Drentrup) "Während laut ABDA nur 10 bis 15 Prozent aller Pharmaziestudenten promovieren, sind es in der Medizin mehr als 60 Prozent. Doch nicht erst die Plagiatsplattform VroniPlag Wiki, die auch Plagiate in der Doktorarbeit von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen identifiziert hat, hat Qualitätsmängel offenbart: Medizinische Doktorarbeiten sind schon lange als Schmalspurpromotionen in der Kritik."

23. September 2016 Bearbeiten

  • BILD Düsseldorf (S. 13): RTL2-Pädagogin muss ihren Doktor noch mal machen (G. Altenhofen) "Jetzt endete der Prozess um ihren Doktor-Titel vorm Düsseldorfer Verwaltungsgericht mit einem Vergleich! Demnach muss Sarah Sophie Koch ihre Promotions-Arbeit ‚nachbessern‘, kann sie dann erneut bei einer Universität einreichen. Vorgeschichte: Plagiats-Jäger der Internet-Plattform ‚Vroni-Plag‘ hatten Koch vorgeworfen, bei ihrer Doktor-Arbeit [...] geschummelt zu haben. Darauf hatte die Düsseldorfer Heinrich-Heine-Uni alles geprüft, ihr den 2011 verliehenen Titel wieder aberkannt. Dagegen hatte die TV-Pädagogin geklagt [...] Dennoch blieb es dabei, dass die Heine-Uni ihr den Doktor-Titel nicht zurück gibt, ihr aber im Vergleich nun zubilligte, die strittigen Passagen nachzubessern - und es an an einer anderen Uni neu zu versuchen."

30. September 2016 Bearbeiten


Oktober/November[?] 2016Bearbeiten

  • ZIMMER EINS. Das Patientenmagazin (Nr. 2/2016, S. 46-49): Auf der Jagd (PDF) "Doch 'VroniPlag Wiki' gehe es nicht um Prominente, sondern um das große Ganze, sagt die Professorin der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. 'Wir haben in Deutschland ein Plagiatsproblem, und viele verschließen die Augen davor.' [...] 'Manche Leute tun so, als würde man mit einer Plagiatsdokumentation Grenzen überschreiten und sich in ihre Privatsphäre einmischen. Aber das ist keine Denunziation, man nennt es Wissenschaft', sagt Weber-Wulff. [...] Weber-Wulff kämpft für eine Wissenschaft, in der Arbeiten eigenständige Leistungen sind und fremde Hilfe gekennzeichnet ist."

3. Oktober 2016Bearbeiten

  • Agerpres: Comunicat de presă (Alianța Noastră România) "[...] Trei luni mai târziu, europarlamentarul liberal Silvana Koch-Mehrin și-a dat demisia din postul de vice-președinte al Parlamentului European și președinte al grupului FDP în PE, cu puțin timp înainte de a-i fi retras titlul de doctor. [...]
    În cazul actualului ministru german al Apărării, Ursula von der Leyen, acuzațiile de plagiat lansate în septembrie 2015 au fost soluționate în martie 2016, după o amplă investigație a Universității de Medicină din Hanovra.
    Profesorul Radu Golban apreciază că România ar trebui să adopte modelul german al 'lucrului bine făcut' și în cazul soluționării acuzațiilor de plagiat aduse împotriva reprezentanților instituțiilor fundamentale are statului."

5. Oktober 2016Bearbeiten

  • Kölner Stadt-Anzeiger: Neuer Fall von wissenschaftlicher Täuschung (Dirk Riße) "[...] Manipulationen in wissenschaftlichen Arbeiten stehen spätestens seit der Plagiatsäffäre des früheren Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) immer wieder im Fokus der Öffentlichkeit. [...] Der [sic] Fälle waren von der Internetplattform Vroniplag ins Rollen gebracht worden. Auf deren Homepage sind derzeit gut 170 Plagiatsfälle dokumentiert - außer Berlin stehen vor allem die Hochschulen in NRW im Mittelpunkt. Allein an der Uni Münster wurden zwei Dutzend Fälle von möglichen Täuschungen aufgelistet. Aber auch an den Universitäten im Rheinland gibt es Fälle von Betrug. So wurde 2012 dem FDP-Politiker Bijan Djir-Sarai der Doktortitel von der Universität Köln aberkannt. Die Bonner Universität entzog den FDP-Politikern Georgios Chatzimarkis und Margarita Mathiopoulos ebenfalls die Titel."

12. Oktober 2016Bearbeiten

  • Frankfurter Neue Presse (S. 21): Historischer Doktor (Christoph Barkewitz) "Einen echten Doktorhut hat übrigens der langjährige Bürgermeister von Fulda, Wolfgang Dippel, heute Staatssekretär im Sozialministerium. Allerdings droht ihm der vom Kopf zu fliegen: Die Universität Kassel hat ihm den 'Dr. rer. pol.' wegen nachgewiesener Plagiate aberkannt. Aber Dippel klammert sich an sein Hütchen und hat Einspruch eingelegt."

28. Oktober 2016Bearbeiten

  • Verwaltungsgericht Hannover: Juraprofessor wendet sich gegen Entziehung seines Doktortitels (Pressemitteilung) "Im Hinblick auf Plagiatsvorwürfe der Internetplattform 'VroniPlag Wiki' im Jahr 2012 erfolgte eine erneute Überprüfung der Dissertation. Die damit beauftragte Kommission stellte wissenschaftliches Fehlverhalten in Form einer vorsätzlichen Urheberrechtsverletzung im Sinne eines Plagiats fest. Daraufhin beschloss der Fakultätsrat der juristischen Fakultät im Juli 2013, dem Kläger den Doktorgrad zu entziehen. Der Kläger hält die Entscheidung für rechtswidrig. Ihm seien zwar Zitierfehler unterlaufen, er habe aber keine Täuschung begangen."

30. Oktober 2016Bearbeiten

  • Kurier: "Bis zu 30 Prozent der Arbeiten sind unsauber" (Interview: Johanna Hager) "Sind Ghostwriter- oder Plagiatsarbeiten nicht nur jenen vorbehalten, die schnell einen Abschluss wollen, sondern auch im Universitätsbetrieb möglich und real? Können Sie ein Beispiel nennen?
    [Stefan Weber:] "Was heißt ein Beispiel! Ich könnte Ihnen aus dem Stand acht nennen: Vom Berliner Jus-Professor bis zur Professorin der Kommunikationswissenschaft. Sie alle haben abgeschrieben, meist hat dies die Universität auch explizit 'Plagiat' genannt, und alle erfreuen sich weiter ihrer Ämter und bester Bezahlung! Mehrere weitere Fälle finden Sie im Wiki VroniPlag im Internet."

November 2016Bearbeiten

  • Sprache für die Form – Forum für Design und Rhetorik (Doppelausg. Nr. 8 und 9, Herbst 2016): Dürfen die das? Normative Fragen an »VroniPlag Wiki« (Denis Basak) "Der folgende Text nimmt Stellung zu Fragen nach den Rechten der »Opfer«, nach der Legitimation der Plagiatssucher und nach den Regeln, nach denen auf beispielsweise VroniPlag Wiki Textübereinstimmungen als Plagiate gekennzeichnet werden."

4. November 2016Bearbeiten

  • Neue Presse: Plagiatsjagd: Jurist muss Doktortitel abgeben (Thomas Nagel) "Die Internetplattform 'VroniPlag Wiki' hatte 2012 den Juristen, einen gebürtigen Griechen, des unkorrekten Arbeitens überführt. Die Plagiatsjäger fanden auf 260 Seiten 118 Textstellen von anderen Autoren, die nicht als Zitate kenntlich gemacht worden seien. Die Arbeit war 1998 mit 'Summa cum laude', also der Bestnote, bewertet worden. [...] Es war eine 'arglistige Täuschung', also Vorsatz. Ein Kriterium für dieses Urteil war, dass der Professor an ganz vielen Stellen richtig zitiert habe."

5. November 2016Bearbeiten

8. November 2016Bearbeiten

  • Retraction Watch: Danish university revokes PhD of anti-terrorism researcher (Dalmeet Singh Chawla) "Anti-terrorism researcher Nasrullah Memon has lost his PhD after a committee in Denmark found he had plagiarized his doctoral thesis. [...] In May this year, an official from Aalborg University (AAU) in Denmark — where Memon earned his PhD — told us the university was considering whether to revoke Memon’s PhD. They ultimately decided to do so, Inger Askehave, AAU’s pro-rector, told Retraction Watch: 'The Academic Council at the Faculty of Engineering & Science decided to revoke Nasrullah Memon’s Ph.D.-degree on June 30, 2016.' [...] Several more of Memon’s papers are being questioned on VroniPlag Wiki."

16. November 2016Bearbeiten

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung (Nr. 268, S. N4): Kurze Meldungen "Die medizinische Promotion steht nicht erst seit den Plagiatsvorwürfen gegen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in der Kritik. Viele der Promotionen, die parallel zum Studium in wenigen Monaten verfasst werden, erfüllen nach Expertenmeinung keinen wissenschaftlichen Anspruch, führen aber zum gleichen Titel, für den Promovenden anderer Fächer mehrere Jahre brauchen. [...] Die Hochschulrektorenkonferenz hat nun die Empfehlung ausgegeben, dass medizinische Promotionen in Deutschland künftig 'wie in anderen Fächern selbstverständlich, nach dem Abschluss verfasst werden' sollen. In das Medizinstudium soll eine 'promotionsvorbereitende Phase' integriert werden, in der wissenschaftliche Arbeitsmethoden gelehrt werden und eine wissenschaftliche Studienarbeit zu verfassen ist, die als Basis einer späteren Promotion genutzt werden kann."

17. November 2016Bearbeiten

  • The Wall Street Journal Europe: Doctor Who? Germans Wage Campaign Against Fake Ph.D.s [X] (Tom Fairless) "Academic titles are revered in Germany. Chancellor Angela Merkel and about every fifth lawmaker has a Ph.D. So do nearly half of German executives. [...]
    Sleuthing under pseudonyms including Dr. Simplicius and Plagin Hood, dozens of German scholars spend hours of their own time scouring obscure theses for questionable citations. Targets have included academics, minor celebrities and leading politicians. Most are exposed on the website VroniPlag Wiki, named for an early target.
    One academic downloaded 50,000 medical theses and exposed more than 60 cases of significant plagiarism."

18. November 2016Bearbeiten

  • Deutsche Universitätszeitung (12/2016, S. 14 f.): Sanktion ja, Debatte nein. Pfusch gehört aufgedeckt und bestraft, aber auf öffentliche Diskussionen darüber via Social Media legen Wissenschaftler weniger Wert (Martin Reinhart, Felicitas Heßelmann) "Abweichendes Verhalten tritt überall auf – auch in der Wissenschaft. Plagiate, erfundene Daten oder erschlichene akademische Titel sind als spezifisch wissenschaftliche Formen des Fehlverhaltens inzwischen hinreichend bekannt. Die Reaktionen auf abweichendes Verhalten sind überall ähnlich – auch in der Wissenschaft. Es wird einerseits skandalisiert und andererseits naturalisiert; die Heroisierung von Abweichenden stellt die Ausnahme dar. [...] Die deutsche Plattform VroniPlag Wiki ist mittlerweile vielen ein Begriff, international bekannt ist insbesondere PubPeer, wo sich Kommentatorinnen und Kommentatoren mit inkriminierten Publikationen in den Lebenswissenschaften auseinandersetzen. Durch die öffentliche Diskussion entsteht auch hier vielfach ein Stigmatisierungseffekt für die Betroffenen. Gleichzeitig lassen sich hier aber auch detailliertere Informationen und ausführlichere Einblicke in den gesamten Prozess der Überprüfung gewinnen, der bei Retractions oder universitären Untersuchungen oft im Dunkeln bleibt."

29. November 2016Bearbeiten

  • NÖN.at: Plagiats-Vorwurf gegen DPU-Direktor Kielbassa (Thomas Werth) "Die Uni Freiburg hat bereits eine Prüfung eingeleitet, wie Sprecher Rudolf-Werner Dreier erklärt: 'Nach Eingang einer entsprechenden Anzeige hat die Hochschulleitung den Beauftragten für die Selbstkontrolle in der Wissenschaft gebeten, die Hinweise zu prüfen.' [...] 'Über Zeitpunkt und Ausgang des Verfahrens möchten wir nicht spekulieren. Sorgfalt und Gründlichkeit gehen hier, angesichts der einer differenzierten Prüfung zu unterziehenden Vorwürfe, vor Schnelligkeit', so Dreier. [...] Gegenüber der NÖN beschreibt Kielbassa: 'Wir hätten es damals nicht anders machen können.' [...] 'Wir haben alles richtig zitiert, aber der eingangs dieser Arbeiten zu erwähnende Stand der Wissenschaft ist innerhalb unserer Arbeiten natürlich inhaltsgleich, denn die Beschreibung der verfügbaren Originalliteratur führt automatisch zu Inhaltsidentitäten', erklärt Kielbassa. [...] 'Für jemand, der die Hintergründe nicht kennt, mag das oberflächlich betrachtet nach Plagiat aussehen', stellt Kielbassa klar – und betont zeitgleich: 'Bei genauer Betrachtung erkennt man, dass dieser Teil bereits zum allgemein zugänglichen Wissen gehörte und keine neuen Erkenntnisse darstellte.'"

VroniPlag Wiki:Pressespiegel/Archiv/2016-12

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