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Yb/169

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„... dann hat er den armen Kerl totgeschossen“. Ehre der Frau und Besitzanspruch des Mannes

von Dr. Yvonne Boenke

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Yb/Fragment 169 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-06-22 13:59:51 Klgn
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Hamann 1997, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Yb

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 169, Zeilen: 1 ff.
Quelle: Hamann 1997
Seite(n): 54 f., Zeilen: 54: 37 ff.; 55: 1 ff.
Effis spontane Reaktion - ein Klatschen in die Hände820 - auf eine derartig generalisierende Verwerfung gesetzlicher Ordnungen wird wohl nicht nur von ihrem Ehemann als Zustimmung zu solcherlei Abwertung von Ordnungsgedanken zu interpretieren sein.

Eine gewisse Fragwürdigkeit auch ihrer Haltung ist zumindest angedeutet821, mag ihr Verhalten auch aus der Begeisterung und der Zustimmung zu einer ganz anders gearteten Lebensweise resultieren und gleichzeitig als verdeckter Widerspruch gegen den prinzipientreuen, aber langweiligen Innstetten gelten822.

Die von Crampas nicht zuletzt durch die Duellverletzung dokumentierte Indifferenz gegenüber dem Leben, die in einer Äußerung Wüllersdorfs über dessen Reaktion auf die Duellforderung wiederholt wird823, findet bei diesem Ausritt durch verbalisierte Gleichgültigkeit gegenüber gesellschaftlichen Gesetzen und Ordnungen eine Ergänzung. Da diese Einstellung des Majors aus der Überzeugung resultiert, dass gesellschaftliche Konventionen ohnehin Produkte eines Zufalls darstellen824, bleibt sie unantastbar durch die Kritik anderer.

Ein anderer wesentlicher Zug der Natur Crampas', seine Schicksalsgläubigkeit, eröffnet sich dem Leser erst kurz vor dem Tode des Majors, wenn Innstetten aus dessen Brief an Effi vorliest: „Alles ist Schicksal. Es hat so sein sollen.“825

Folgenschwere Konsequenzen seines Leichtsinns, seiner Spielernatur können damit keine Schuldgefühle verursachen; sie sind der eigenen Verantwortlichkeit entzogen und einem höheren Fatum unterstellt826. Dies hindert ihn nicht daran, eine Vorahnung davon zu haben, was das Schicksal für ihn bereithält. So kann Wüllersdorf über den Major sagen:


820 Fontane, Effi Briest, 107.

821 Hamann, a.a.O., S. 54 f.

822 Richter, a.a.O., S. 50 f.

823 Fontane, Effi Briest, S. 202.

824 Hamann, a.a.O., S. 55.

825 Fontane, Effi Briest, S. 196.

826 Schwarz, a.a.O., S. 256.

Effis spontane Reaktion - ein Klatschen in die Hände - auf eine derartig generalisierende Verwerfung gesetzlicher Ordnungen wird wohl nicht nur von ihrem Ehemann als Zustimmung zu solcherlei Abwertung von Ordnungsgedanken interpretierbar sein. Eine gewisse Fragwürdigkeit auch ihrer Haltung ist zu-

[Seite 55:]

mindest angedeutet (131), mag ihr Verhalten auch aus der Begeisterung und der Zustimmung zu einer ganz anders gearteten Lebensweise resultieren und gleichzeitig als verdeckter Widerspruch gegen den prinzipientreuen, aber für sie langweiligen Innstetten gelten.140 Die von Crampas nicht zuletzt durch die Duellverletzung dokumentierte Indifferenz gegenüber dem Leben, die in einer Äußerung Wüllersdorfs über dessen Reaktion auf die Duellforderung wiederholt wird,141 findet bei diesem Ausritt durch verbalisierte Gleichgültigkeit gegenüber gesellschaftlichen Gesetzen und Ordnungen eine Ergänzung. Da diese Einstellung des Majors aus der Überzeugung resultiert, dass gesellschaftliche Konventionen ohnehin Produkte eines Zufalls darstellen (237), bleibt sie unantastbar durch Kritik anderer.

Ein wesentlicher Zug der Natur Crampas’, seine Schicksalsgläubigkeit, eröffnet sich dem Leser erst kurz vor dem Tode des Majors, wenn Innstetten aus dessen Brief an Effi vorliest: Alles ist Schicksal. Es hat so sein sollen. (237) Folgenschwere Konsequenzen seines Leichtsinns, seiner Spielernatur können damit keine Schuldgefühle verursachen; sie sind der eigenen Verantwortlichkeit entzogen und einem höheren Fatum142 unterstellt. Dies hindert ihn nicht daran, eine Vorahnung davon zu haben, was das Schicksal für ihn bereithält. So kann Wüllersdorf sagen: [...]


140 Vgl. hierzu auch Schillemeit, Jost: a.a.O., 97 f.; ebenfalls Richter, Karl: a.a.O., 50 f.

141 »[...] er lebt gern und ist zugleich gleichgültig gegen das Leben.« (244)

142 Peter Paul Schwarz macht darauf aufmerksam, »daß dieses Schicksal sich nicht vollzieht, ohne daß es von Crampas aufgrund seiner charakterlichen Disposition herausgefordert würde«. So liegt seiner Wiedergabe Heinescher Gedichte zwar die Absicht der Verführung zugrunde, sie macht aber auch »auf das Zitaten- und Rollenwesen von Crampas aufmerksam, der versucht, romantisches Schicksal à la Heine in die Gegenwart zu übertragen«. Ders.: a.a.O., 256

Anmerkungen

Quelle ist in Fn. 821 und 824 genannt. Yb verschiebt ihre Fn. 826 gegenüber Fn. 142 der Quelle um ein Wort nach hinten. Möglicherweise liegt hierin eine Bedeutungsverschiebung. Ansonsten eng an der Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02), PlagProf:-)


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