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Yb/Fragment 144 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 144, Zeilen: 1-19
Quelle: Hamann 1997
Seite(n): 50 f., Zeilen: 50: 35 ff.; 51: 1 ff.
[Und damit sind die Voraussetzungen für das Gespräch mit Wüllersdorf geschaffen, in dem Innstetten die theoretischen Grundlagen für seine Kapitulation] vor der Gesellschaft entwickelt und das Conrad Wandrey für die größte Sprechszene des deutschen Romans 719 hielt.

Es kommt nicht - wie vielleicht noch zu erwarten gewesen wäre - zu einer privaten Aussprache zwischen Innstetten und Effi, sondern zu einem öffentlichen Dialog mit Wüllersdorf. Ohne dem Privaten eine Chance zu gewähren, wird gesellschaftliche Ordnung als Maß aller Dinge zum Richterin über private Konflikte berufen - trotz einer zugegebenen Ahnung vom Ablauf der Dinge, wie sie die Pflicht als Ehemann verlangt hätte: „Ich mußte die Briefe verbrennen, und die Welt durfte nie davon erfahren“ 720.

Doch die Welt erfährt davon: Innstetten schrieb einen Zettel an Wüllersdorf und gab damit das Spiel aus der Hand721. Vorwürfe, sich nicht beherrscht, nicht in Ordnung gehalten zu haben, formulierte er, löschte sie allerdings gleichzeitig mit der Entschuldigung einer zu plötzlichen und harten Konfrontation mit der Tatsache des Ehebruchs aus722.

In dem Gespräch mit Wüllersdorf kommt zum Ausdruck, dass dieser Ehemann nicht von unmittelbaren, konkreten Interessen geleitet wird, sondern von einer formalen Ethik, die andere Menschen vernichtet und am Ende gar zur bewussten Selbstzerstörung führt.


719 Wandrey, Conrad: Theodor Fontane, München 1919, S. 285.

720 Fontane, Effi Briest, S. 205.

721 Fontane, Effi Briest, S. 199.

722 Fontane, Effi Briest, S. 198 f.

Und damit sind nun die Voraussetzungen für das Gespräch mit Wüllersdorf geschaffen, in dem Innstetten die theoretischen Grundlagen für seine Kapitulation vor der Gesellschaft entwickelt und das Conrad Wandrey für die größte Sprechszene des deutschen Romans132 hält. Es kommt nicht - wie vielleicht noch zu erwarten wäre - zu einer privaten Aussprache zwischen Innstetten und Effi, sondern zu einem öffentlichen

[Seite 51:]

Dialog mit Wüllersdorf. Ohne dem Privaten eine Chance zu gewähren, wird gesellschaftliche Ordnung als Maß aller Dinge zum Richter über private Konflikte berufen - trotz einer zugegebenen Ahnung vom Ablauf der Dinge, wie sie die Pflicht als Ehemann verlangt hätte: Ich mußte die Briefe verbrennen, und die Welt durfte nie davon erfahren. (248)

Aber die Welt erfährt davon, denn Innstetten schreibt einen Zettel an Wüllersdorf und gibt damit das Spiel aus der Hand. Vorwürfe, sich nicht beherrscht, nicht in Ordnung gehalten zu haben, formuliert er, löscht sie allerdings gleichzeitig mit der Entschuldigung einer zu plötzlichen und harten Konfrontation mit der Tatsache des Ehebruchs aus (241). In dem Gespräch mit Wüllersdorf kommt zum Ausdruck, dass Innstetten nicht von unmittelbaren, konkreten Interessen geleitet wird, sondern von einer formalen Ethik, die andere Menschen vernichtet und am Ende gar zur bewussten Selbstzerstörung führt.133


132 Wandrey, Conrad: a.a.O., 285

133 Vgl. hierzu das Selbstgespräch Innstettens nach dem für Crampas tödlichen Duell (247 f.)

Anmerkungen

Die Quelle ist zuletzt auf S. 143 in Fn. 716 genannt. Daraus wird die weitgehend wörtliche Übernahme nicht ersichtlich. Evtl. aber daher auch BO einzuordnen.

Die Verfasserin ändert "... wird gesellschaftliche Ordnung als Maß aller Dinge zum Richter" um in "Richterin", lässt aber "zum" davor stehen. So wird die gesellschaftliche Ordnung "zum Richterin".

Sichter
(SleepyHollow02), PlagProf:-)

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