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Yb/Fragment 186 14

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 186, Zeilen: 14-25
Quelle: Hamann 1997
Seite(n): 51, Zeilen: 15 ff.
Die zeitliche Verzögerung zwischen Effis Tat und ihrer Entdeckung, zwischen Schuld und möglicher, nicht notwendiger Sühne, erfüllt ihren Zweck, denn die Frage der Verjährung wird zum Angelpunkt des Gesprächs. Nicht eine emotionale, augenblickliche Aufwallung führt zu dem Duell mit Crampas, sondern formale gesellschaftliche Überlegungen sind Beweggrund des Handelns, lässt Fontane doch Innstetten auf Wüllerdorfs Frage: „[...] müssen Sie's durchaus tun? Fühlen Sie sich so verletzt, beleidigt, empört, dass einer weg muß, er oder Sie? Steht es so?“886 ausdrücklich antworten: „[... ] ich bin ohne jedes Gefühl von Haß oder gar von Durst auf Rache.“

Die seit dem Ehebruch verstrichenen Jahre lassen Innstetten sich gar zum Verzeihen geneigt fühlen. Aber das ihn tyrannisierende „Gesell-[schafts-Etwas“ erkennt Liebe und Verjährung nicht an, es fordert seinen Tribut und findet in ihm ein Mitglied, das bereit ist ihn zu zahlen, denn

„[... ] man ist nicht bloß ein einzelner Mensch, man gehört einem Ganzen an, und auf das Ganze haben wir beständig Rücksicht zu nehmen, wir sind durchaus abhängig von ihm. [...]"]


886 Fontane, Effi Briest, S. 198.

Die zeitliche Verzögerung zwischen der Tat und ihrer Entdeckung134, zwischen Schuld und Sühne, erfüllt einen besonderen Zweck; denn die Frage der Verjährung wird zum Angelpunkt des Gesprächs; nicht eine emotionale Aufwallung führt zu dem Duell mit Crampas, sondern formale gesellschaftliche Überlegungen sind der Beweggrund des Handelns, lässt doch der Erzähler Innstetten auf Wüllerdorfs Frage: [...] müssen Sie’s durchaus tun? Fühlen Sie sich so verletzt, beleidigt, empört, daß einer weg muß, er oder Sie? Steht es so? (239) ausdrücklich antworten: [... ] ich bin ohne jedes Gefühl von Haß oder gar von Durst auf Rache. (239) Die seit dem Ehebruch verstrichenen Jahre lassen ihn sich gar zum Verzeihen geneigt fühlen (239). Aber das Innstetten tyrannisierende Gesellschafts-Etwas erkennt Liebe und Verjährung nicht an, es fordert seinen Tribut und findet in ihm ein Mitglied, das bereit ist ihn zu zahlen, denn

[... ] Man ist nicht bloß ein einzelner Mensch, man gehört einem Ganzen an, und auf das Ganze haben wir beständig Rücksicht zu nehmen, wir sind durchaus abhängig von ihm.


134 Gerhard Häuptner sieht in dem Päckchen mit Liebesbriefen »ein Stück auf Eis gelegte Zeit«. Diese Zeit ist es, die eine tödliche Rache ausübt; denn »nicht ein nicht zu betäubendes Gewissen, nicht ein mächtiges Schuldbewußtsein reißt hier die Maske von den Dingen - nein, einfach die Zeit ist es, sie bringt es so mit sich.« S. ders.: a.a.O., 75

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle.

Mit dieser Passage beginnt das Kapitel 4.

Ein langes Zitat aus Effi Briest findet sich direkt anschließend (auf der folgenden Seite 187) mit gleichem Textzuschnitt (inkl. identischer Auslassung) wie schon in der Quelle.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

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